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Börsentelegramm

Agrarmärkte weiter auf Richtungssuche

von , am
26.08.2015

Nach wie vor dominiert die globale makroökonomische Situation und die heftigen Schwankungen an den Aktien- und Rohstoffmärkten die Preis-Entwicklung an den Terminmärkten für Agrarprodukte

© agrar-press
 
Nach wie vor dominiert die globale makroökonomische Situation und die heftigen Schwankungen an den Aktien- und Rohstoffmärkten die Preis-Entwicklung an den Terminmärkten für Agrarprodukte. Die Preisschwankungen setzten sich jedenfalls auch am Dienstag fort und die Preise für Getreide und Ölsaaten änderten im Tagesverlauf zumindest in den USA mehrfach die Richtung. An den globalen Aktienmärkten half die chinesische Leitzinssenkung sowie eine Reihe weiterer Maßnahmen der chinesischen Regierung den Kursen zunächst nach oben. Auch technische Faktoren dürften für die Kurserholung am Dienstag eine Rolle gespielt haben. Am heutigen Mittwoch beginnen die Aktienmärket den Handel jedoch schon wieder deutlich im Minus und die bärische Stimmung setzt sich fort.
 
Auch an den Agrarmärkten bestimmt vorerst die Entwicklung der globalen wirtschaftlichen Indikatoren auch die Richtung der Agrarpreise und fundamentale Faktoren (Angebot/Nachfrage) rücken zunächst in den Hintergrund. Gleichzeitig schwanken die Preise weiterhin stark. An den US-Terminmärkten begannen die Preise für Weizen, Mais und Soja am Dienstag zunächst im Plus. Am Ende des Handelstages drehten die Preise für Weizen und Mais an den US-Terminmärkten jedoch wieder ins Minus und nur die Sojabohne beendete den Tag leicht im Plus. In Europa konnte sich der Raps hingegen deutlich von den massiven Verlusten am Vortag erholen. Auch die Preise für Weizen und für Mais legten am Dienstag etwas zu.
 
Am heutigen Mittwoch beginnen die Weizen- und Maispreise den vorbörslichen Handel an den US-Terminmärkten leicht im Plus, während die Sojabohne und auch Canola den Tag mit nachgebenden Preisen beginnen. Damit könnte der Raps in Europa am Mittwoch erneut unter Druck geraten und auch für Weizen und Mais dürfte der Weg nach oben (nach den Preisabschlägen in den USA vom Vortag) ohne weitere Unterstützung aus Chicago schwer werden.
 
Der Euro ist am Dienstag gegenüber den USD um 1,5 % auf 1,1429 USD zurückgegangen und stützte damit die Getreidepreise in Europa (Export). Am heutigen Mittwoch liegt der Euro jedoch erneut 1,0 % im Plus bei 1,15 USD. Das Rohöl WTI hat sich am Dienstag erholt und wurde mit 39,31 USD je Barrel gehandelt und damit 2,8 % höher als am Vortag.
 
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Europäische Weizenpreise erholen sich etwas
Die Weizenpreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Dienstag (25.08) wieder etwas erholt. Der Septembertermin (neue Ernte) beendete den Handel am bei 165,0 Euro/t und damit 2,0 Euro bzw. 1,2 % höher als am Vortag (163,50 Euro). Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging mit 179,0 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (177,50 Euro) sind die Dezemberpreise damit um 0,9 % bzw. 1,50 Euro gestiegen.
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Weizen von Anfang Juli (205 Euro) sind die Weizenpreise jetzt 40,0 Euro bzw. rund 19,5 % niedriger. Das Preisniveau vom Vorjahr (185,25 Euro) wird am europäischen Terminmarkt um 20,25 Euro bzw. 11 % verfehlt.
 
Europäische Maispreise leicht im Plus
Die Maispreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Dienstag (25.08) leicht erhol bzw. sich behauptet. Der Novemberkontrakt (neue Ernte) beendete den Handel bei 172,25 Euro/t und damit 0,25 Euro bzw. 0,2 % höher als am Vortag (172,0 Euro). Der Januarkontrakt notierte am Ende des Tages bei 175,25 Euro und damit 0,75 Euro bzw. 0,4 % höher als am Vortag (174,50 Euro).
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze von Anfang Juli (196 Euro) sind die derzeitigen Maispreise rund 23,75 Euro bzw. 12,1 % niedriger. Das Preisniveau vom Vorjahr (168,25 Euro) wird am europäischen Terminmarkt derzeit noch um 4,0 Euro übertroffen.
 
Rapspreise erholen sich deutlich
Die Rapspreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Dienstag (25.08) deutlich erholt. Der Novemberkontrakt wurde mit 354,75 Euro gehandelt und damit zu 6,0 Euro höheren Preisen als am Vortag (348,75 Euro). Der Februarkontrakt notierte am Ende des Tages bei 355,75 Euro und damit 5,75 Euro höher als am Vortag (350,0).
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Raps von Anfang Juli (402,5 Euro) sind die derzeitigen Rapspreise damit 47,75 Euro bzw. 12,0 % niedriger. Gleichzeig sind die aktuellen Preise am europäischen Terminmarkt um 24,50 Euro bzw. 7,4 % höher als die Preise im Vorjahr (330,25 Euro).
 
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USA: Weizenpreise drehen ins Minus
Am Dienstag (25.08) sind die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago zunächst kräftig gestiegen, haben sich dann jedoch wieder nachgegeben und beendeten den Handel am Ende mit einem deutlichen Minus. Der Septemberkontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) notierte um 1,6 % niedriger und beendete den Handel bei 495,0 Cent je Buschel (159,2 Euro/t). Der Dezember-Termin beendete den Handel ebenfalls 1,7 % niedriger bei 499,4 Cent je Buschel (160,7 Euro/t).
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Chicago-Weizen von Anfang Juli (616 Cent je Buschel) sind die derzeitigen Weizenpreise rund 20 % niedriger. Das Preisniveau vom Vorjahr (602 Cent) wird am US-Terminmarkt um 18,4 % verfehlt. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) starten die Weizenpreise (Septemberkontrakt) in Chicago mit einem leichten Plus von 0,6 % bei 498,0 Cent je Buschel (160,2 Euro/t).
 
USA: Maispreise wieder unter Druck
Die Maispreise begannen den Handel am Dienstag (24.08) am Terminmarkt in Chicago zunächst deutlich ins Plus, beendeten den Handelstag dann jedoch mit Verlusten. Für den Septembertermin notierten die Maispreise am Ende knapp 0,9 % niedriger bei 365,4 Cent je Buschel (126 Euro/t). Die neue Ernte (Dezember) wurde ebenfalls 0,9 % niedriger gehandelt bei 377 Cent je Buschel (130 Euro/t.
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Chicago-Mais von Anfang Juli (441 Cent je Buschel) sind die derzeitigen Preise damit etwa 17,1 % niedriger. Das Preisniveau vom Vorjahr (402 Cent je Buschel) wird am US-Terminmarkt um knapp 9,1 % verfehlt. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) beginnen die Maispreise (Septemberkontrakt) in Chicago den Handel mit einem leichten Plus von 0,1 % bei 365 Cent je Buschel (125,9 Euro/t).
 
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USA: Sojapreise mit Verschnaufpause
Am Dienstag (25.08) haben sich die Sojapreise am Terminmarkt in Chicago etwas erholt und beendeten den Handel leicht im Plus. Der Septemberkontrakt ging am Terminmarkt in Chicago mit einem Aufschlag von 0,2 % bei 894,2 Cent je Buschel (287,7 Euro/t) aus dem Handel. Die neue Ernte (November) notierte 0,4 % höher bei 877,6 Cent je Buschel (282,4 Euro/t).
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze bei Sojabohnen von Anfang Juli (1033 Cent je Buschel) sind die derzeitigen Sojapreise knapp 13,5 % niedriger. Das Preisniveau vom Vorjahr (1042 Cent) wird am US-Terminmarkt um etwa 14,2 % verfehlt. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die vorderen Sojapreise (September) erneut 0,4 % im Minus bei 890,4 Cent je Buschel (286,5 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke
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