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Börsentelegramm

Agrarmärkte im Rückwärtsgang

von , am
31.10.2014

Am gestrigen Handelstag war in erster Linie Konsolidierung angesagt.

© agrar-press
Am gestrigen Handelstag war in erster Linie Konsolidierung angesagt. Die Vortage hatten den Kursen einen kräftigen Schub gen Norden gebracht, und so nahmen die Händler erst mal die Gewinne mit. Nach einem durchweg positiven Start standen am Ende des Tages nahezu überall rote Zahlen. Insbesondere der Preistreiber der letzten Tage, das knapp verfügbare Sojaschrot, nahm seine Kollegen mit nach unten. Heute Morgen deutet die elektronische Nachtbörse in Chicago für Soja eine Gegenbewegung in Form von steigenden Kursen an.
 
Weizen ohne Impulse
Dem Handel in Paris fehlten gestern die Impulse. Nach positivem Start schloss der November Kontrakt mit einem Minus von 1,50 Euro oder 0,86 % und settelte bei 172 Euro glatt. Für den Januarkontrakt fielen die Verluste mit 75 Cent auf 173,25 Euro / t geringer aus. Die EU exportiert weiter kräftig, und in der Summe sind in dieser Saison schon fast 10 Mio. t verkauft worden, was erheblich über dem Vorjahreswert von ca. 9 Mio. t liegt. In Chicago überwogen eigentlich die bullischen Nachrichten, aber das schwache Umfeld bescherte dem Dezemberweizen hier ein kleines Minus von 2,25 US Cent oder 0,4 % auf 5,36 US $ / bu. Die wöchentlichen Exportzahlen waren mit 445.000 t nicht berauschend, lagen aber 50 % über denen der Vorwoche, aber noch 5 % unter dem 4 – Wochenschnitt. Die Sorgen um die Ernte in einigen wichtigen Anbauregionen der Erde wirken weiter bullisch. In Russland ist die Witterung ebenso wie in Brasilien alles andere als optimal, und auch in Australien, wo erste Ernteergebnisse aus den vom Trockenheit betroffenen Süden bekannt wurden, und enttäuschten, müssen wohl die bisher vom USDA erwarteten 25 Mio. t deutlich nach unten korrigiert werden. Analysten erwarten hier eher 20 bis 22 Mio. t.
 
Maisernte muss neu bewertet werden
Der Europäische Maismarkt wird aktuell durch die Diskussion um die erhöhten Don- Werte erheblich beeinflusst. In vielen Regionen, überwiegend von West nach Ost zunehmend sind die Körner mit teils erheblichen Mykotoxinen belastet, und für den Einsatz im Mischfutter nicht geeignet. Insbesondere die osteuropäischen Überschussländer haben hier erhebliche Problem, so dass die Futtermittelindustrie umdenken muss. Der Mais an der Matif kann sich so auch dem negativen Umfeld entziehen und der Novemberkontrakt settelt mit einem kleinen Plus von 50 Cent bei 145,50 Euro / t. Auch die amerikanischen Börse in Chicago wird durch diese Situation gestützt. Die US Ernte kommt weiter zügig voran, und die Aussichten für die nächste Woche sind überwiegend positiv. Dazu wirken auch die mit 489.000 t schwachen wöchentlichen Exporte bärisch. Am Ende des Tages verliert der Dezembermais nur minimale 1,25 US Cent auf 3,74 US $ / bu.
 
Soja korrigiert
Die Sojarally ist vorerst unterbrochen. Sojaschrot hatte in den vergangenen Tagen sehr kräftig zugelegt, und gestern kam eine Gegenreaktion. Der Novembertermin verliert 4,3 % auf 380 US $ / t. Die 400 er Marke ist damit vorerst wieder in sichere Entfernung gerückt. Der Januarkontrakt kommt mit einem Minus von 3,6 % etwas glimpflicher davon. Der Markt ist geprägt von der knappen Versorgungssituation aufgrund logistischer Schwierigkeiten und einer verhaltenen Abgabebereitschaft der Farmer. Das es da zu Übertreibungen und Korrekturen kommt war eigentlich auch zu erwarten, denn früher oder später wird sich die Situation entspannen, auch wenn das noch nicht in Sichtweite ist. Die wöchentlichen Exportdaten wurden mit 1,33 Mio.t bekanntgegeben und lagen am oberen Ende der Erwartungen. Zusätzlich buchten die Chinesen 133.000 t. Die Novemberbohne fällt am CBoT um 1,8 % auf 10,24 US $ / bu.
 
Raps geht mit
Nach den strammen Vortagesgewinnen kommt es auch am Rapsmarkt zu einer Korrektur. Ein Großteil der Vortagesgewinne lösen sich wieder in Luft auf. Der heute auslaufende Novemberkontrakt verliert nach turbulenter Sitzung 5,25 Euro oder 1,6 % auf 329,25 Euro / t. Der folgende Januar büßt ebenfalls 5 Euro auf 340,25 Euro / t ein. Neben dem schwachen Umfeld dürfte auch eine neue Schätzung zur vergangenen EU-Ernte des IGC die Entwicklung beeinflusst haben. Demnach sollen die europäischen Landwirte 23,8 Mio. t von den Feldern geholt haben. Canola in Winnipeg lässt sich nicht von dem negativen Umfeld beeinflussen. Der Novembertermin legt 1,6 % auf 451,60 Ca $ zu. Damit hat er in 4 Tagen über 40 Ca $ hinzu gewonnen.
 
Dieter Jendrziak
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