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Börsentelegramm

Agrarmärkte sacken weiter ab

von , am
19.09.2014

Der gestrige Handelstag begann eigentlich positiv, aber mit erscheinen der neuesten Exportzahlen in den Vereinigten Staaten rutschte auch der Matifweizen kräftig in den Keller.

© Mühlhausen/landpixel
 
Der gestrige Handelstag begann eigentlich positiv, aber mit erscheinen der neuesten Exportzahlen in den Vereinigten Staaten rutschte auch der Matifweizen kräftig in den Keller. Er beendet den Tag erstmals seit Juli 2010 unter 160 €/t und auch am CBoT settelt der Weizen und auch die Sojabohne auf einem neuen 4 Jahrestief. Für die Amerikaner bedeutet der zuletzt sehr starke Dollar ein erhebliches Problem an den Exportmärkten, denn die Konkurrenz insbesondere der EU wie auch Russland´s ist groß, und die schwachen Währungen bereiten diesen Exporteuren erhebliche Vorteile. Weiter war eine neue Einschätzung der europäischen Ernte von Strategie Grains gestern Thema.( siehe Marktkompass ). Die noch höher geschätzte Weizen- und Maisernte in Europa belastet ebenso wie die starken Erträge der US Mais- und Sojaernte. Heute Morgen deuten sich weitere Verluste auf breiter Front an.
 
Weizen unter 160 €/t
Die US- Exportanmeldungen für die letzte Woche wurden mit 315.000 t bekanntgegeben. Sie lagen damit deutlich unter den Markterwartungen, und erreichten nicht einmal halb so viel wie in der Vorwoche. Dazu kam dann noch der bereits erwähnte neue Bericht von Strategie Grains und letztendlich belastet auch die immer komfortablere Versorgung mit Mais, der in Konkurrenz im Futtertrog zum Weizen steht. So gab es für den Weizen in Chicago kein Halt und er rutschte 2,2 % auf 488.50 US ct / bu in die Tiefe. Der Pariser Weizen schließt sich der Schwäche an, verliert 2,50 € oder 1,5 % und settelt bei 159 €/t.
 
Hohe Maisernte drückt den Kurs
Der US Mais verliert gestern 1 % auf 338,25 US ct/bu. In Paris kam der Mais mit einem Verlust von 50 Cent oder 0,3 % ebenfalls relativ glimpflich davon. Belastend wirken sich die hohen Ertragserwartungen an die jüngst angelaufenen Ernten sowohl in den USA wie auch in Europa aus, denn im Ergebnis bedeutet eine hohe europäische Ernte auch einen geringeren Importbedarf aus Übersee. Das USDA Büro schraubte die Erwartungen hier um 40 % auf 10 Mio. t zurück. Die Exportanmeldungen in der letzten Woche waren mit 660.000 t auch enttäuschend. Etwas Hoffnung machten positive Nachrichten aus China. Das Verarbeitungsprodukt DDGs aus der Ethanolproduktion soll leichteren Marktzugang in das Reich der Mitte erhalten.
 
Soja verliert wieder
Die Novemberbohne verliert gestern weiter. Auch sie mit markiert mit einem Verlust von 1,1 % auf 971,50 US ct/bu ein neues 4 Jahrestief. Die mit 1,47 Mio t guten Exportdaten konnten bei den hohen Ertragsmeldungen nicht wirklich punkten. Auch die zusätzlich gemeldeten 110.000 t in Richtung China wurden zwar positiv aufgenommen reichten aber nicht für einen Trendwechsel. Die zuletzt sehr schwachen Margen der chinesischen Verarbeiter sollen sich deutlich verbessert haben.
 
Raps mit Verlusten
Der Raps bewegt sich in Paris seit Anfang August in einer relativ engen Schwankungsbreite zwischen 320 € und 330 €. Gestern musste er die Vortagesgewinne wieder abgeben. Er verliert 2,75 € oder 0,8 % auf 323 €/t . In Winnipeg geht Canola den gleichen Weg, und beendet hier den Tag mit einem Verlust von 1,3 % bei 406,40 CaD.
 
Dieter Jendrziak
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