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Börsentelegramm

Agrarmärkte schließen uneinheitlich

von , am
07.11.2014

Der Weizen war gestern das schwächste Glied in der Reihe der Agrarcommodities.

© landpixel
 
Der Weizen war gestern das schwächste Glied in der Reihe der Agrarcommodities. Der starke Dollar begrenzt die Exportfähigkeit der USA, und so leidet auch unser Weizen in Paris trotz guter Exportdaten unter den negativen Vorgaben. Aufgrund der neuerlichen Unterstützungszusagen der EZB fällt der Euro gegenüber dem Dollar um 0,7 % was den europäischen Exporten sicherlich nicht schaden wird. Der Sojakomplex wird weiter durch die starke Schrotnachfrage sowie hohen Exportanmeldungen getragen, auch wenn wieder von Stornierungen berichtet wird. Insbesondere das Schrot legt kräftig zu. Unterstützung für den Markt kam von einer neuen Einschätzung der Landwirtschaftsabteilung der UN, die die globale Ernte für Grobgetreide um 5 Mio. t auf 1,3 Mrd. t reduziert sieht, da insbesondere die Trockenheit in China in diesem Jahr für eine geringere Maisernte sorgt. Heute Morgen strebt der Sojakomples weiter gen Norden, während bei Weizen und Mais die roten Vorzeichen dominieren.
 
Weizen mit Verlusten
Der Novemberweizen in Paris hat am kommenden Montag seinen letzten Handelstag und wurde gestern daher nur noch im geringem Umfang gehandelt. Somit ist auch die Aussagekraft des Verlustes von 2 Euro gering und der Fokus wandert daher zum Januarkontrakt der gestern 75 Cent oder 0,44 % auf 171 Euro / t einbüßte. Die EU- Exporte wurden mit 517.000 t in der letzten Woche und damit in der Summe des laufenden Wirtschaftsjahres mit 10,4 Mio. t gemeldet, was die Börsianer durchaus zufriedenstellte, aber die negativen Vorgaben aus Übersee gaben den Kursen keine Chance. In Chicago fällt der Dezemberweizen den dritten Tag in Folge und settelt mit einem Verlust von 0,9 % bei 5,2025 US $ / bu. Er beendet den Tag damit erstmals seit 4 Wochen unter seiner 20 Tage gleitenden Durchschnittslinie. Die US Behörden meldeten die Exportanmeldungen mit 265.800 t, was 40 % unter dem Wert der Vorwoche und 32 % unter dem 4- Wochenschnitt lag. Das bestätigte wiederum die Befürchtung der Händler das die Exportfähigkeit der USA bereits in Mitleidenschaft gezogen ist und der neuerliche Kurssprung des Dollar´s von 0,7 % gegenüber dem Euro auf dem Gebiet nichts gutes verheißen lässt.
 
Mais mit leichten Zugewinnen
Die wöchentlichen Exportanmeldungen wurden mit 478.000 vermeldet und enttäuschten die Börsianer, da sie 2 % unter der Vorwoche und 55 % unter dem 4 Wochenschnitt lagen. Die Ernte in den USA kommt weiter voran aber die Erträge sind nicht mehr so hoch, und so erwarten die Analysten im am Montag erscheinenden USDA Report eine Abwärtskorrektur der Daten. Der Dezembermais in Chicago steigt um 0,3 % auf 3,7125 US 4 / bu. In Europa kommt die Ernte ebenfalls gut voran, aber die Mykotoxinproblematik ist weiter Gesprächsthema, und wird es wohl auch noch bleiben, denn für die eigentliche vorgesehene Verfütterung dürften so einige Partien ungeeignet sein. In Paris steigt der Kurs für den Januarmais um 50 Cent oder 0,34 % auf 146,25 Euro / t.
 
Sojaschrot steigt kräftig
Das Schrot ist weiter der Taktgeber im Sojakomplex. Die starke Binnennachfrage in den USA treibt die Preis weiter gen Norden. Das Logistikproblem ist weiter der Hauptpreistreiber. Auch die Bohnenexporte konnten sich mit 1,61 Mio. t sehen lassen. Sie liegen 28 % über der Zahl der Vorwoche und 22 % über dem 4 Wochenschnitt, und deutlich über den erwarteten 1,3 Mio. t. Die Meldung über 123.000 t Nettostornierung für das Schrot wurden als Zeichen zu hoher Preise an den Exporthäfen gewertet, fand aber kaum Einfluss in das Marktgeschehen, da die Meinung über eine weiter starke Nachfrage aus China dominierte. Das Novemberschrot legt 4,4 % auf 391,70 US $ / t zu, und das Januarschrot um 3,4 % auf 370 US /t. Die Bohne selbst muss sich für den Januartermin mit einem Plus von 0,9 % auf 10,28 US $ / bu zufriedengeben.
 
Raps zieht mit
Der Raps profitiert vom Soja und kann seinen Vortagesverlust fast wieder aufholen. Der Februartermin steigt um 1,75 Euro oder 0,52 % auf 335,75 Euro / t. Der Novemberkontrakt in Winnipeg folgt der Stimmung und kann 0,49 % auf 452,70 Ca $ / t zulegen.
 
Dieter Jendrziak
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