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Börsentelegramm

Agrarmärkte weiter schwach

von , am
03.07.2014

© Mühlhausen/landpixel
Die allgemein schwache Tendenz bei den Agrarpreisen setzte sich gestern insgesamt weiter fort. Es gab zwar Ausnahmen, aber die Größenordnung der Zugewinne war zu gering, um Bedeutung zu haben.
 
Am CBoT in Chicago bot sich das bekannte Bild. Bohne und Mais sackten weiter ab. Die Weizennotierungen konnten sich stabilisieren und den Preisverfall vorerst stoppen.

Sojabohne wächst und gedeiht

Die neuerntige Novemberbohne verlor gestern 5 ½ cts/bu und schloss bei 11,41 US$/bu. Das gestrige Geschehen ist rasch in Worte gefasst. Der bärische USDA-Report hat die Bohne im Hauruck-Verfahren auf ein niedrigeres Niveau gesenkt. Seitdem sucht der Markt einen Platz, um preislich Anker werfen zu können. Die große US-Fläche und die guten Saatenstände geben der Bohne derzeit aber eine klar bärische Umrandung, sodass ein Ankerplatz erst gesucht werden muss. Gestern setzte man diese Suche weiter fort und kam zur Überzeugung, dass es besser sei, weiter zu verkaufen als zu kaufen. Entsprechend schwach war die Preistendenz.
 
Die fundamentalen Nachrichten, die abseits des pflanzenbaulichen Themas über die Ticker kamen, vermochten keine preisliche Wirkung zu entfalten.
 
An der Matif wurde gestern der Durchbruch durch die 345,- €-Marke, der am Dienstag stattgefunden hatte, charttechnisch bestätigt. Der Markt verlor in Paris 3,- € und schloss bei 342,- € (November).

Weizen mit fester Seitwärtstendenz

Der Dezemberweizen am CBoT legte gestern 3 ½ cts/bu zu und settelte bei 5,99 ¼ US$/bu. Der US-Handel war von den bekannten Dingen geprägt. Einerseits wurde man das Gespenst des bärischen USDA-Reports nicht los, das nach wie vor durch die Handelssäle geisterte und andererseits steht die Haupternteaktivität in der nördlichen Hemisphäre unmittelbar bevor. Diese Ausgangssituation versetzte niemanden in aggressive Kauflaune. Abwarten schien das Tagesmotto gewesen zu sein.
 
In Russland geht unterdessen die Ernte weiterhin nur schleppend voran. Die jüngsten Regenunterbrechungen sind noch nicht vollends ausgestanden. Nur vereinzelt wagen sich mutige Bauern in die Felder, um die Druschaktivität aufzunehmen. Nach wie vor liegt man mit etwa 3% geernteter Getreidefläche hinter den üblichen Normwerten. Allerdings dürfen wir konstatieren, dass sich im spärlichen Ernteverlauf die Ertragssituation verbessert hat. Verschiedene Beobachter vor Ort berichteten unisono, dass sich die Erträge gesteigert hätten und man nun optimistischer drein schaue.
 
Den Jordanien waren die angebotenen Weizenpartien wohl zu teuer, denn sie zogen ihren Tender über 100 tsd Tonnen Weizen zurück. An der Matif gab es keine Preisveränderung. Der Markt schloss bei 184,25 €/mto. Festzuhalten bleibt die Unfähigkeit des Marktes, eine Attacke auf die 185,- € starten zu können.

Schwach, schwächer, Mais

Der Dezembermais am CBoT verlor gestern 4 ½ cts/bu und settelte bei 4,18 ½ US$/bu. Der Handel in den USA war erneut von Schwäche geprägt. Fundamental gab es bis auf das Exportgeschäft der USA (55 tsd to nach Südkorea) nicht Neues zu vermelden. Der Markt sucht einen Boden. An der Matif durchbrach der Novembermais die 170,- €-Marke und schloss bei 169,75 €/mto.

Eurex: Kartoffelumsatz bleibt gedrückt

Der Handel mit Veredelungskartoffeln an der Eurex blieb gestern unterdurchschnittlich. Mit relativ bescheidenen 98 Kontrakten mogelte man sich durch den Handelstag. Kurz vor Handelsende drehte der Markt vom negativen Bereich ins Positive und schloss mit einem Plus von 0,10 €/dt bei 11,30 €/dt. Am Kassamarkt ruhte man weitestgehend aus. Wichtige Nachrichten gab es nicht zu verdauen, sodass man sich auf Spekulationen über das Ertragspotential versteifen konnte.
 
Insgesamt haben die Kartoffelregionen sicherlich Regen bzw. ausreichend Regen gesehen. Dennoch klagt man örtlich in fast jedem Anbaugebiet, dass genau dies nicht der Fall war, sondern man deutlich weniger Niederschlag als gewöhnlich erhalten hat. Manch ein „Kartoffelsack“ schaut wenig optimistisch in die Zukunft, was die eigene Ernte anbelangt.
 
Im tierischen Bereich schliefen die Umsätze im Schweinestall wieder ein. In der Milchkammer nebenan konnte wenigstens die Butter ordentlich vorlegen. Hier wurde auf drei verschiedenen Terminen gehandelt. Das Preisniveau lag bei 3500,- €/Tonne. Das waren stellenweise pralle Verluste von etwa 5%.

Zucker: Kleinste Andienungsmenge seit 2000

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete wird es auf den Julitermin 2014 des New Yorker Zuckerkontraktes eine Andienungsmenge in Höhe von 38,66 tsd Tonnen geben. Das ist die kleinste Andienungsmenge auf einen Julikontrakt seit dem Jahre 2000. Der Markt ist weltweit gut versorgt, sodass es offenbar keinen preislichen Sinn gemacht hat, über die Börse eine Lieferung zu empfangen. Man konnte am Kassamarkt zu günstigeren Kursen einkaufen.
 
Die Internationale Zuckerorganisation sieht in der laufenden Kampagne 2013/14 (Ende 30. Sept. 2014) die vierte Saison in Folge, in der das Angebot die Nachfrage übersteigt. Erst in der kommenden Kampagne könnte sich dies ändern; aber wir müssen hier abwarten, was sich konkret ergeben wird. Die Inder stöhnen beispielsweise über zu geringe Monsunregenfälle, was nicht spurlos an der indischen Zuckerproduktion vorüber gehen wird.
 
Wir hatten an dieser Stelle in der letzten Woche darauf hingewiesen, dass der Zucker aus charttechnischem Blickwinkel die Chance habe, die derzeitige Seitwärtsrange nach oben hin zu durchbrechen. Daraus wurde nichts. Der Markt schwächelte und bekam diese Woche im Verlauf der allgemeinen Preiskernschmelze im Agrarbereich tüchtig auf die Mütze. Er wurde in die Mitte der Seitwärtszone zurück gedrängt. Der Oktobertermin schloss gestern bei 17,87 cts/Pfund.

DAX

Das deutsche Aktienbarometer war gestern unentschlossen. Man bewegte sich sowohl im positiven als auch im negativen Bereich, ohne dass man sich hätte für eine Seite entscheiden mögen. Man schleppte sich durch den Handelstag, um am Ende ein marginales Plus von 8,86 Punkten zu verzeichnen. Der Index schloss bei 9911,27 Zählern.



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