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Börsentelegramm

Agrarmärkte weiter in der Schwächephase

von , am
03.02.2015

Auch am gestrigen Handelstag behielten die Bären die Oberhand. Sowohl aus Paris als auch aus Chicago ist fast nur von weiteren Verlusten zu berichten, wobei der Weizen hüben wie drüben das schwächste Glied war. In Chicago fällt er unter die psychologisch wichtige 5-USD-Marke. Rohöl macht nach anfänglichen Verlusten einen weiteren Preissprung und kann sich damit deutlich von seinen Tiefstständen distanzieren. Als Grund wird hier die stark rückläufige Anzahl neuer Bohrlöcher gesehen. Heute Morgen deutet sich für die großen Drei in Chicago ein freundlicher Start an.

© imago
 
Weizen weiter unter Druck
Der Handel in Paris beginnt bereits schwach und ändert sich im Laufe des Tages auch nicht mehr. Am Ende stehen 183 Euro/tauf der Kurstafel und damit ein Minus von 2,5 Euro oder 1,35 Prozent. Obwohl die EU-Kommission ihre Exporterwartungen offiziell um 2 Mio. t auf 30 Mio. t angehoben hat, will einfach keine Kauflaune aufkommen. Der Druck aus Chicago kam erst im späteren Handel, wo sich der Weizen endgültig entschließt in die Verlustzone zu gehen. Hier sind es am Ende ganze 2 Prozent, die der Märzweizen abgeben muss. Damit steht er mit 4,9275 USD/bu leicht über seinem Tagestief und schon recht deutlich unterhalb der 5-USD-Marke. Die amerikanischen Analysten sehen den Grund in dem preislichen Niedergang hauptsächlich in den weit verbreiteten Regen und Schneefällen in den südlichen Plains. Hier wird hauptsächlich Winterweizen angebaut und der bisherige Feuchtigkeitsmangel ließ eine größere Auswinterung erwarten. Dieses scheint nun vorerst gebannt und es bedarf somit keiner Risikoprämie mehr für dieses Szenario.
 
US-Mais hält sich
Der Pariser Mais schließt sich dem allgemeinen Trend an der Pariser Matif an. Der Märzkontrakt settelt bei 151,75 Euro/t um 2 Euro oder 1,3 Prozent niedriger. In Chicago helfen ihm hingegen gestiegene Ethanolpreise. Hier gibt der Märzkontrakt lediglich minimale 25 Cent ab und notiert bei 3,6925 USD/bu. Der Preisabstand zum US-Weizen hat sich damit mittlerweile auf unter 1,25 USD verringert. Mitte Dezember hatte er noch mehr als das Doppelte betragen. Als Grund werden die deutlich besseren Exportdaten des Maises genannt. Der US-Weizen leidet erheblich mehr unter dem starken Dollar und der europäischen Konkurrenz.
 
Soja gibt leicht nach
Die Sojabohne kam mit einem Minus von 0,2 Prozent auf 9,5950 USD/bu noch gut davon. Wie bereits am Vortag war das Sojaöl mit einem Plus von 1,4 Prozent die große Stütze. Nach dem 14-tägigen preislichen Niedergang des Sojaöls war gestern den zweiten Tag in Folge ein Plus zu verzeichnen. Sojaschrot zur Lieferung im März gab preislich um 0,6 Prozent auf 327,90 USD/t nach. Belastend für den Komplex sind weiter die Wetterberichte aus Südamerika. Im Ergebnis sollen sich die Bedingungen durch leichte Regenfälle für drei Viertel der brasilianischen Sojabestände verbessert haben. Aus dem Nachbarland Argentinien wird von einer guten Wasserversorgung der Pflanzen berichtet.
 
Raps mit kleinen Verlusten
Der Raps versuchte sich zwischenzeitlich im grünen Bereich zu bewegen, aber am Ende des Tages musste auch er sich mit einem leichten Minus geschlagen geben. Der Maikontrakt gibt 75 Cent auf 348,75 Euro/t ab und der folgende Augustkontrakt, der die neue Ernte darstellt, schließt mit einem minimalen Minus von 25 Cent bei 345,50 Euro/t. Canola in Winnipeg schloss sich gestern seinen Kollegen an und gab 0,44 Prozent oder 2 CAD auf 451,40 CAD nach.
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