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Börsentelegramm

Agrarmärkte setzen leicht zurück

von , am
26.03.2014

Die Maisernte liegt in diesem Jahr rund 14 Prozent unter der des Vorjahres. © Glaser/fotolia.com
Abgesehen von Baumwolle waren gestern fast alle Agrarwaren leicht im Minus. AM CBoT waren Mais und Weizen in Korrekturstimmung und setzten leicht zurück. Die Bohne trat auf der Stelle und konnte am Ende des Tages ein bedeutungsloses Plus von 2 ½ cts/bu im Mai verzeichnen.

Bohne mit kleinem Plus

Die Maibohne schaffte gestern ein kleines Plus von 2 ½ cts/bu und settelte bei 14,28 US$/bu glatt. Die Meldung des Tages bestand wohl in der Flächenschätzung von Informa Economics, die ihre Prognose hinsichtlich der US-Flächenallokation unverändert ließen. Man sieht im Zyklus 2014/15 81,2 mio Acres Sojabohnen auf die USA zukommen. Conab sah die brasilianische Ernte bei 85,4 mio Tonnen und bestätigte damit einmal mehr die allgemeinen Erwartungen hinsichtlich Brasiliens.
 
Im übrigen blieb die Gemengelage des Bohnenmarktes in Bezug auf China und mögliche Umdestinierungen infolge negativer Crushmargen im Reich der Mitte unverändert. An der Matif konnten sich die Rapsnotierungen nach oben bewegen und durchstießen neuerntige die 200-Tagelinie. Der Settlement im Augusttermin lag bei 370,50 €/mto.

Weizen setzt zurück

Der Maiweizen verlor gestern am CBoT 6 ¼ cts/bu und schloss bei 7,08 ¼ US$/bu. Die neuen Crop Ratings in den USA verschlechterten sich ein weiteres Mal, wenn gleich die neuen Werte nur geringfügig unter den alten lagen. Die Meteorologen in den USA sind sich im großen und ganzen darin einig, dass sich die Bedingungen erst noch etwas verschlechtern werden bevor die Chance besteht, mit besseren Bedingungen rechnen zu dürfen. SovEcon veröffentlichte gestern die neuste Prognose hinsichtlich der zu erwartenden russischen Getreideproduktion im Wirtschaftsjahr 2014/15. Die Gesamtgetreideproduktion im Zyklus 2014/15 wurde mit 88 mio to angegeben und lag damit 2 mio to über der vorherigen Prognose. Im letzten Getreidewirtschaftsjahr 2013/14 hatten die Russen 92 mio Tonnen geerntet. Der exportierbare Überschuss beliefe sich in der kommenden Kampagne auf 22 mio Tonnen, so SovEcon. An der Matif behaupteten die Notierungen ihr gegenwärtiges Niveau.

Mais mit kleinem Minus

Der Maitermin am CBoT verlor gestern 3 ½ cts/bu und settelte bei 4,86 ½ US$/bu. Die Chinesen bezifferten die nicht akzeptierte Maismenge aus den USA wegen nicht genehmigter Genverunreinigungen mit 909 tsd Tonnen seit November letzten Jahres. Tiefere Einblicke in den Markt gewährt diese Meldung aus dem Reich der Mitte sicherlich nicht und wird nur aus Gründen der Vollständigkeit erwähnt. Chinesische Futtermischer haben kürzlich zwei weitere Cargoes von insgesamt 110 tsd Tonnen Mais im Rahmen des Cash-for-Crops-Programms aus der Ukraine gekauft.
 
In den Nachrichtentickern sind zu Wochenanfang widersprüchliche Nachrichten aufgetaucht, was den 3 Mrd. US$-Kredit von den Chinesen an die Ukraine angeht. Die Chinesen haben Nachrichten dementiert, die von rechtlichen Schritten gegen die Ukraine seitens des Reichs der Mitte berichteten, jedoch bekräftigten die Chinesen, dass die Ukraine seit Herbst 2012 bei ihnen mit 3 Mrd. US$ in der Kreide stünde. Der ukrainische Agrarminister hat aber bestätigt, dass die Chinesen sehr wohl rechtliche Schritte unternommen und den 3 Mrd. US$-Kredit fällig gestellt hätten.
 
Es ist sicherlich schwer, hier zu einem belastbaren Urteil zu kommen, da die Irrungen und Wirrungen hinsichtlich der politischen Situation in der Ukraine nicht dazu geeignet sind, Licht ins Dunkel des Agrarmarktes des Landes zu bringen. Denkbar und wahrscheinlich ist aber, dass derartige Kredite im allgemeinen Tohuwabohu als Waffe benutzt werden, um Einfluss auf den politischen Gestaltungsprozess zu nehmen. An der Matif schloss der neuerntige Novembertermin bei unveränderten 191,- €/mto.

Kartoffel bleibt gedrückter Stimmung

Die Kartoffel trat gestern auf der Stelle, neigte aber im Handelsverlauf über weite Strecken zu positiven Vorzeichen. Bei einem Gesamtmarktumsatz von relativ verhaltenen 150 Kontrakten settelte der Apriltermin etwa auf Vortagesniveau. Genau genommen gab es ein Plus von 0,10 €/dt und einen Schlusskurs von 11,60 €/dt. Vom Kassamarkt kamen zu Wochenauftakt eher preisdämpfende Signale, da belgische Verarbeiter ihre Notierungen ermäßigt hatten. Dass die Veredelungskartoffel an der Börse nicht vollends durchgereicht wurde, mag man ihr positiv anrechnen. Im weißen Sortiment konnte der Magermilchkontrakt im Juli 2014 einmal bei 2950,- €/mto gehandelt werden. Molkepulver und Butter konnten sich leider nicht in die Rieger der gehandelten Produkte einreihen. Das galt übrigens auch für Schwein und Ferkel.

DAX holt Vortagesverluste auf

Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel am Dienstag unerwartet negativ aus, aber der Markt setzte den überraschenden Rückgang auf die Rechnung der Krimkrise und drehte trotzdem nach oben. Der Ausblick auf die Konjunktur in Deutschland sei trotz allem positiv zu beurteilen, äußerten sich verschiedene Kommentatoren. Der DAX sah es ähnlich und zog nach Norden, um die am Montag verlorenen Punkte wieder gutzumachen. Nach 149,63 Pluspunkten schloss der Dax gestern bei 9338,4 Zählern.




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