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Börsentelegramm

Agrarmärkte mit Stabilisierungstendenzen

von , am
04.07.2014

Der Weizen zeigte gestern auf beiden Seiten des Atlantiks weitere Stabilisierungstendenzen

Nach dem USDA-Report starteten die euopäischen Weizenpreise mit 179 Euro je Tonne in die neue Woche. © Leonhardo Franko/fotolia
 
Der Weizen zeigte gestern auf beiden Seiten des Atlantiks weitere Stabilisierungstendenzen. Der Handel in Paris endete für alle Feldfrüchte nach freundlichen Beginn überwiegend mit einer Nullnummer, aber immerhin, es gab keine weiteren Verluste. In Chicago konnte sich nur der Weizen behaupten. Die Sojabohne und der US Mais haben ihren Absturz noch nicht beendet, die Fallhöhe ist aber kleiner geworden. Das Analystenhaus Informa hat neue Zahlen bekanntgegeben die für Weizen und Mais durchaus bullische Argumente lieferten. Heute ist in den USA Nationalfeiertag, und die Börse in Paris wird nicht von dem Handel in Übersee beeinflusst.
 
Weizen kann sich behaupten
Der Tag begann durchaus freundlich, aber mit wechselnden Vorzeichen an der CBoT verflüchtigten sich auch die Gewinne an der Matif wieder. Am Ende reichte es für eine Nullnummer bei 184,25 €/t. Da das bereits den zweiten Tag in Folge den Schlusskurs markiert sehen nicht wenige Analysten hier eine Bodenbildung. Auch die Folgemonate settelten mit nahezu unveränderten Kursen. In den USA bereitet weiter die schleppende Winterweizenernte den Farmern und den Börsianern Sorgen. Die für die kommende Woche versprochene Wetterbesserung wurde in durchwachsenes Schauerwetter geändert und gab daher auch eine kleine Unterstützung für die Kurse. Größere Unterstützung kam aus Kanada. Hier sehen Marktteilnehmer aufgrund der starken Niederschläge eine deutlich über der von Statistik Kanada herausgegebene Verringerung der Weizenfläche. Schätzungen liegen doppelt so hoch wie die 7,4 % aus dem Daten der kanadischen Behörde vom 27.06..Im späteren Handel wurden dann neue Zahlen vom Analystenhaus Informa bekanntgegeben. Der Gesamtertrag der amerikanische Weizenernte wurde auf 1.369 Milliarden Bushel geschätzt, was immerhin 12 Mio. Bushel unter der Schätzung des USDA Büro´s liegt. Zu guter Letzt meldete das USDA mit 567.000 t noch besser als erwartete Exportdaten. Am Tagesende settelte der Julikontrakt um 1,1 % höher bei 568 US ct/bu, und der Dezember legte 0,9 % auf 603,75 US ct/bu zu.
 
US-Mais weiter schwach
Auch für den Mais meldete Informa niedrigere Zahlen. Demnach soll sich die neue Ernte um 35 Mio. Bushel auf 13.731 Milliarden Bushel reduzieren. Damit liegt Sie mehr als 200 Mio. Bushel unter den Zahlen des USDA. Die Ertragserwartung liegt zwar gleichauf, aber die Fläche wurde deutlich kleiner geschätzt. Die Exporte lagen mit 290.000 t alte sowie insgesamt 650.700 t neue Ernte über den Erwartungen konnten aber einen weiteren preislichen Niedergang ebenfalls nicht verhindern, denn die meisten Analysten sehen die anhaltenden Regenfälle und die guten Wachstumsbedingungen positiv, denn „Rain makes Grain“Der Julimais gibt 0,3 % auf 417 US ct/bu ab, und der Dezembermais verliert 0,66 % auf 415,25 US ct/bu. Insgesamt hat der US-Mais an 4 Handelstagen über 7 % verloren und markiert ein lange nicht gesehenes Tief. An der Matif zeigt der Mais Stabilisierungstendenzen und sowohl der August, wie auch der November legten 1,50 € zu und settelten beide bei 171,25 €/t.
 
Soja fällt weiter
Zwar gab es auch einige bullische Nachrichten wie z. B. ein neuer Streik der Hafenarbeiter im argentinischen Rosario und ordentlichen Exportdaten, aber die neuen Zahlen von Informa drückten die Kurse weiter nach unten. Demnach soll die neue Ernte um 3,7 Milliarden Bushel höher bei 3.591 Milliarden Bushel liegen. Das übertrifft die Zahl des USDA die bei 3.635 Milliarden Bushel steht nicht unerheblich. Der alterntige Julikontrakt gibt 0,34 % auf 1387,75 US ct/bu ab, und die Novemberbohne verliert 0,7 % auf 1133,50 US ct/u. Damit hat Sie in 5 Handelstagen über 1 Dollar oder fast 9 % verloren. Ein beispielloser Absturz in der jüngeren Geschichte.
 
Raps stabilisiert sich
Der Raps an der Matif sucht nach einem Boden. Der August gewinnt minimale 25 Cent auf 337,50 €/t und der November verliert die gleichen auf 341,75 €/t. Damit ist er nach seinem tiefen Fall der letzten Tage zumindest zum Stillstand gekommen. In Kanada muss die alte Ernte fast 3 % auf 475 CaD abgeben, während die neue Ernte aufgrund der auch für Canola in weiten Teilen ungünstigen Witterung 1,2 % auf 455,90 CaD zulegen kann.
 
Dieter Jendrziak
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