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Börsentelegramm

Agrarmärkte überwiegend fest

von , am
28.03.2014

In den USA geht die hoch volatile Phase weiter.

© oekolandbau.de
 
Der gestrige Handelstag startete schwach. Bis auf Soja zeigten alle Rohstoffe zunächst rote Zahlen. Am Ende des Tages war es umgekehrt. Alle für uns wichtigen Agrarrohstoffe schlossen im positiven Bereich, bis auf die Sojabohne, die immer wieder unter den chinesischen Annullierungen leidet. Das wichtigste Thema der Börsianer ist im Moment das Wetter in den Hauptanbaugebieten der USA. Hier stehen der Wassermangel sowie die sich verzögernde Maisaussaat im Fokus. Rohöl und der Eurokurs bewegen sich leicht im Plus. Heute Morgen deuten sich in Chicago zunächst wieder Gewinnmitnahmen im Weizen und Mais an, während Soja im grünen Bereich gehandelt wird.
 
Weizen wieder auf Erholungskurs
Im Laufe des Nachmittags konnte der Matifweizen mit dem positiven US-Weizen ins Plus drehen. Die Exporte der EU wurden in der vergangenen Woche mit 816.000 t angegeben, und waren damit weiter sehenswert. Der Preis für Maiweizen konnte sich leicht um 1 € auf 211,50 €/t verbessern. Die neue Ernte schloss unverändert bei 204 €/t. In den USA geht die hoch volatile Phase weiter. Die Trockenheit bleibt das beherrschende Thema an der Börse. Nachdem am Mittwoch leichter Regen in den Winterweizengebieten gefallen war ging es in der Folge kräftig mit den Kursen bergab. Gestern kam dann die Gegenreaktion auch aufgrund neuer Bewertungen und der Einsicht, das die Schauern nur ein Tropfen auf den heißen Stein waren, und keine wirkliche Entlastung darstellte. Die offizielle neue Einstufung für das Winterweizen Hauptanbaugebiet in Kansas steigt um 7,3 % auf jetzt 91,3 % als vom Wassermangel betroffen. Im südlichen Nachbarstaat Oklahoma sehen die Fachleute 77,4 %, und noch weiter im Süden in Texas 67,4 % als gefährdet an. Die weiteren Aussichten sind auch nicht gerade als rosig zu bezeichnen. Zwar soll es nach dem langen Winter jetzt deutlich wärmer werden, aber die Trockenheit soll sich gen Westen ausbreiten. Insbesondere das Mais und Sojagebiet Iowa wird hier genannt. Für den Osten sind allerdings die Chancen auf Regen deutlich gestiegen. Unterschwellig belasteten auch neue Erntezahlen des IGC´s der seine Prognose für die neue Ernte um 4 Mio. t auf 700 Mio. t anhob. Zu guter Letzt seinen hier noch die wöchentlichen Exportdaten erwähnt, die mit 328.000 t alte- und 401.000 t neue Ernte im Rahmen der Erwartungen lagen. Am Ende des Tages settelte der Maikontrakt des US-Weizens um 2 % höher bei 710,50 US ct/bu. Für die nächste Ernte ging es in gleicher Größenordnung bergauf.
 
Mais profitiert von Weizen
In Paris schloss der Mais mit einer Nullnummer bei 185,75 €/t. In Chicago war die Stimmung nicht zuletzt wegen der Weizenpreisentwicklung deutlich positiver. Hier schaffte der fordere Maitermin ein 1,4 %- iges Plus und settelte bei 492 US ct/bu. Die Folgemonate verhielten sich ähnlich. Die Aussaat wird sich aufgrund der Kälte allgemein verzögern, aber im letzten Jahr war es ähnlich, und die befürchteten Auswirkungen auf die Erntemenge hatten sich bekanntlich nicht bestätigt. Die weitere Entwicklung wird daher mit Spannung beobachtetet. Noch ist hier kein kritischer Punkt erreicht. Die Exportanmeldungen lagen mit 1,41 Mio t deutlich über der erwarteten Menge von unter 1 Mio. t. und gaben dem Mais einige Unterstützung. Mit Spannung werden hier die am Montag erscheinenden neuen Flächen- und Bestands- Zahlen erwartet, denn die Verschiebungen der beiden austauschbaren Futtermittel Weizen und Mais haben schon öfter überrascht. Belastend wirkte die Einschätzung der Bestände in der Vorab-Schätzung der Analysten zum USDA-Report am Montag ( siehe Marktkompass)
 
Soja schließt uneinheitlich
Soja leidet unter der Chinaproblematik sowie den wieder deutlich schwächeren Pflanzenölmärkten. Nach freundlichem Start beendet die Maibohne den Tag um 0,2 % niedriger bei 1436,50 US ct/bu. Sojaschrot kann Dank guter Exporte um 0,3 % auf 470 US $/t zulegen. Die Bohnenexporte haben in der Summe zwar schon fast das Exportziel des erst im August endenden Wirtschaftsjahres erreicht, waren aber in der letzten Wochen mit 11.900 t alte und 535.000 t neue Ernte enttäuschend. Des weiteren belastete die Meldung über die zweite Ernte in Südamerika dessen Anbauzahlen von Brasilien um 130.000 ha auf 745.000 ha, und für Paraguay auf 550.000 ha angehoben wurden. Aufgrund der schwachen Maiskurse gab es hier eine kräftige Verschiebung zu Gunsten der Bohne.
 
Raps steigt weiter
Die Kurse an der Matif arbeiten sich wieder langsam nach oben. Gestern schaffte die alte Ernte 1,75 € auf 411 €/t. Das Angebot an alterntiger Ware ist überaus knapp, und so wirkt hier der Kassamarkt auch auf die Matif unterstützend. Der Augustkontrakt konnte 1 € auf 370,50 €/t zulegen. Canola in Winnipeg war ebenfalls auf Stabilisierungskurs und beendete den Tag um 0,13 % höher bei 458,80 CaD/t
 
Dieter Jendrziak @t-online.de>
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