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Börsentelegramm

Agrarmärkte überwiegend grün

von , am
19.12.2014

Das russische Exportverhalten bestimmte gestern den Börsentag.

© krick/agrar-press
 
Das russische Exportverhalten bestimmte gestern den Börsentag. Mit der Bestätigung der Restriktionen für den russischen Weizenexport stiegen die Notierungen sowohl in Paris wie auch in Chicago sprunghaft an. Die Höchststände konnten aber bei weitem nicht gehalten werden. Am Ende stand aber noch ein ansehnliches Plus. Auch die Ölsaaten und der Mais beendeten Tag überwiegend mit einem positiven Ergebnis, während Rohöl und der Euro wieder an Wert verlieren. Heute Morgen dominiert die Farbe Rot den elektronischen Nachthandel in Chicago.
 
Hochvolatiler Weizen
Der Januarkontrakt des Matifweizens eröffnete bereits deutlich über 200 Euro um dann bis auf 209,25 Euro / t zu steigen und am Ende bei 200,25 Euro / t zu setteln. Bei ähnlich hohen Umsatz wie an dem Vortag war der Handel sehr volatil, was die Unsicherheit der Börsianer deutlich machte. Schon in den Vortagen hatten Spekulationen um das russische Exportverhalten den Preis angeheizt, und mit der offiziellen Bestätigung der stark eingeschränkten Exporte explodierten die Preise förmlich. Das der Weltmarkt vorerst trotzdem ausreichend versorgt ist realisierten die Händler erst später, und nahmen die Gewinne schnell wieder mit.
 
In Amerika lief der Börsentag ähnlich. Auch hier wurde zwischenzeitlich mit 6,77 US $ / bu ein neues 7 Monatshoch an der Tafel angezeigt, aber auch hier fiel man wieder deutlich zurück und der Frontmonat März beendete den Tag mit einem Plus von 6,75 US Cent bei 6,5525 US $ / bu. Die neue Ernte blieb am CBoT unverändert bei 6,6075 US $ / bu. In Paris setzte sie aber um 2,25 Euro auf 197 Euro / t zurück. Am Kassamarkt in Hamburg steigt der B- Weizen auf 210 Euro / t, ein Niveau das zuletzt Anfang Mai diesen Jahres erreicht wurde. Neben dem russischen Exportverhalten gab es auch noch ansehnliche Exporte.
 
Die EU vermeldete 514.000 t in ihrem wöchentlichen Bericht. Das ist zwar kein Rekordwert, aber in der Summe stehen jetzt 13,6 Mio. t in den Büchern, was immer noch um 200.000 t über dem Vorjahresrekordwert liegt. In den USA wurde der wöchentliche Wert mit 476.300 t angegeben, was 8 % über der Vorwoche und 23 % über dem 4 – Wochenschnitt, und somit am oberen Ende der Erwartungen liegt. Die argentinische Regierung erhöht ihre Schätzung für die inländische Weizenernte aufgrund besserer Erträge auf 13,2 Mio.t.
 
Mais legt weiter zu
Der Mais profitierte insbesondere in den USA von der preislich positiven Grundstimmung. Die US Exporte wurden mit 693.500 t gemeldet. Das lag zwar 28 % unter der Vorwoche sowie 30 % unter dem 4 – Wochenschnitt,wurde aber trotzdem als anständig angesehen, zumal noch zusätzliche 126.000 t an eine unbekannte Destination gemeldet wurde.
 
Die Chinesen haben mittlerweile die umstrittenen genveränderten Maissorte MIR 162 zum Import zugelassen und unterstützten damit die positive Grundstimmung. Der Märzkontrakt am CBoT legte 0,7 % auf 4,11 US $ / bu zu, ein Kurs der zuletzt Anfang Juli auf der Anzeigetafel stand. In Paris schafft der Frontmonat Januar einen Gewinn von 2,25 Euro auf 258 Euro / t. Die Folgemonate mussten leichte Verluste einstecken.
 
Soja weiter im Seitwärtstrend
Auch die Bohne konnte nicht an ihre hohen Exporte der Vorwochen anknüpfen. 696.000 t wurde für die letzte Woche gemeldet. Das lag 14 % unter dem Vorwochenwert und 27 % unter dem 4 – Wochenschnitt. Preislich schlug sich das aber nicht nieder, denn wohl hauptsächlich aus technischen Gründen entschlossen sich die Händler überwiegend zum kaufen.
 
Aus Südamerika kamen Meldungen über ungünstige Wachstumsbedingungen für die jungen Sojapflanzen. Insbesondere im Nordosten Brasiliens wo ca. 10 % der der Produktion des Landes wachsen, soll es deutlich zu trocken sein, was einer hohen Ernteerwartung entgegensteht. Die Januarbohne steigt am CBoT um 0,8 % auf 10,35 US $ / bu. Vorderes Sojaschrot steigt um 1,6 % auf 365,30 US / t.
 
Raps zwischenzeitlich über 350 Euro
Der Raps geht in Paris als Tagessieger vom Platz. Der Februarkontrakt an der Pariser Matif steigt zwischenzeitlich zwar über 350 Euro aber am Ende bleibt ein Plus von 4,75 Euro oder 1,4 % auf 349,50 Euro / t, und damit ein neues 6 Monatshoch. Canola in Winnipeg kann sich dem allgemein positiven Trend nicht anschließen. Der Kurs gibt um 0,3 % auf 442 Ca $ nach.
 
Dieter Jendrziak
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