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Börsentelegramm

Agrarmärkte wieder überwiegend schwach

von , am
26.09.2014

Nach positivem Start drehten die Weizenkurse in Paris mit der schwachen US Börse in Chicago ins Minus.

© Mühlhausen/landpixel
 
Nach positivem Start drehten die Weizenkurse in Paris mit der schwachen US Börse in Chicago ins Minus. In den USA beherrscht weiter der Erntedruck und die aufgrund des starken Dollars mangelnde Konkurrenzfähigkeit an den Exportmärkten die Markteinschätzung der Investoren. Hier gibt es denn auch erneut nur rote Zahlen. In Paris können Raps und Mais einen Kontrapunkt setzten. Beide legen den zweiten Tag in Folge zu. Der IGC hat in seiner jüngsten Schätzung die hohen Ernten bestätigt. Heute Morgen deutet sich mit der Nachtbörse in Chicago wieder ein schwacher Start für Weizen und Soja an.
 
Weizen gibt die Gewinne wieder ab
Bis zur Eröffnung des Handels an dem CBoT sah alles nach einem weiteren freundlichen Tag in Paris aus. Die Exportdaten der EU wurden mit 613.000 t gemeldet, und summieren sich in dieser Saison bereits auf beachtliche 6,4 Mio. t. Für die Amerikaner hingegen zeigt sich in der Exportstärke der Europäer die eigene Schwäche. Aufgrund des starken Dollars, bzw. des schwachen Euro´s fallen die eigenen Exporte eher dürftig aus, und belastet die Kursentwicklung an dem CBoT erheblich. Die gemeldeten 396.000 t lagen unterhalb der Markterwartungen, denn die rege Einkaufstätigkeit verschiedener Importnationen gingen überwiegend an den Amerikanern vorbei. Der IGC setzte noch eins drauf und korrigierte die Exporterwartung der USA um 300.000 t auf 24,1 Mio. t nach unten. In Paris settelte der Weizen am Abend mit einem Verlust von 2 € oder 1,3 % bei 150,75 €/t. In Chicago verlor der Dezemberweizen ebenfalls 1,3 % und schloss bei 4,74 US $ / bu. Ein neues 4 – Jahrestief.
 
US Mais mit Verlusten
Die Daten zum Maisexport wurden für die letzte Woche mit 836.400 t gemeldet, lagen damit innerhalb der Erwartungen und wurden positiv zur Kenntnis genommen. Auf den Kursen lastet aber weiter die große Ernte und ein zügiger Erntefortschritt. Die Wetterbedingungen sind weiter ideal, und kurzfristig ist auch nicht mit einer Änderung zu rechnen. Daher setzten die Börsianer weiter auf fallende Kurse und bescherten dem Mais einen Verlust von 1,1 % auf 3,26 US $/ bu. In Paris konnte sich der Mais von der negativen Entwicklung abkoppeln und legte 1,50 € oder 1,1 % auf 136 €/t zu. Erwähnenswert ist noch die Einschätzung der Behörden in der Ukraine. Aufgrund der Kampfhandlungen wird die Ernteschätzung um 1,1 Mio. t zurückgenommen.
 
Soja setzt den Abwärtstrend fort
Die Exporte der Bohne wurden mit 2,57 Mio. t angegeben. Eine beachtliche Zahl, allerdings sollen darin bereits georderte und wieder stornierte Mengen in Richtung China enthalten sein, so das sich die Menge wieder relativiert. Lediglich 300.000 t sollen an eine andere Destination als China gegangen sein, und enttäuschten damit die Händler etwas. Hinzu kam der Erntedruck, der sich aus hohen Erträgen und einem zügigen Erntefortschritt ergibt. Zusätzlich belastet eine erwartete Ausweitung der südamerikanischen Sojaanbaufläche. Für die Farmer auf der Südhalbkugel steht die Aussaat an, und aufgrund der besseren Rentabilität erwarten die Analysten eine Einschränkung des Maisanbaus zu Gunsten der Bohne. An dem CBoT settelt die Novemberbohne 1,5 % unter dem Vortageskurs bei 9,2275 US $/bu. Ebenfalls ein neues 4 – Jahrestief. Sojaschrot folgt der Bohne und verliert 4 US $ auf 312,39 US $ / t.
 
Raps legt weiter zu
Die Pflanzenölmärkte konnten sich zuletzt wieder stabilisieren, und bescherten auch dem Raps mit 2,25 € oder 0,7 % auf 314,75 €/t einen weiteren positiven Tag. Die aufgrund der schwachen Preisentwicklung rückläufige Anbaufläche in Europa dürfte ebenfalls ihren Teil dazu beigetragen haben. In Winnipeg orientiert sich Canola an den amerikanischen Märkten und gibt 0,95 % auf 396,30 CaD ab.
 
Dieter Jendrziak
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