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Börsentelegramm

Agrarmärkte mit unspektakulärem Wochenauftakt

von , am
25.11.2014

Die globalen Agrarmärkte eröffneten die neue Woche ohne großes Tamtam. Nur wenige Waren hatten nennenswerte Preisverschiebungen vorzuweisen. Die meisten fuhren im Gleis der Gewohnheit.

Die Sojabohne verliert leicht und settelte bei 10,34 ¾ US$/bu. © Mühlhausen/landpixel
Am CBoT verloren Bohne, Mais und Weizen leicht an Boden. Die charttechnische Ausgangsposition aller drei genannten Märkte blieb unverändert.
 
Sojabohne verliert leicht
 
Die Januarbohne büßte gestern 4,25 cts/bu ein und settelte bei 10,3475 US$/bu. Die Bohne hatte von Beginn an eine latente Schwächeneigung, die aber von der Exportseite in Zaum gehalten wurde. Die wöchentlichen Exportinspektionen der USA lagen in Sachen Bohne bei 2,785 mio Tonnen. Das lag über den Erwartungen und zeigt einmal mehr, dass die Ware nunmehr auch schlagkräftig angepackt werden kann. Die Logistik verliert ihre ehemals bremsende Wirkung.
 
Die neue Woche wurde daneben auch durch frische physische Geschäfte eingeleitet. Die USA verkauften 235 tsd Tonnen Bohnen aus der gerade eingefahrenen Ernte in Richtung China. Zusätzlich verkaufte man174 tsd Tonnen Sojaschrot an Thailand. Nachbörslich veröffentlichte das USDA seine Crop Ratings. Die Bohne ist nunmehr zu 97% geerntet. Das entspricht einem wöchentlichen Fortschritt von 3%. Mit diesem Wert darf die US-Bohnenernte als abgeschlossen betrachtet werden. Trotz schwacher Vorgaben aus Übersee konnte sich die Matif frühzeitig für die grüne Seite entscheiden.
 
Der Februartermin schaffte ein Plus von 3,-€ und schloss bei 342,- €. Die 200-Tagelinie befindet sich derzeit bei ca. 347,-€.
 
Weizen gibt leicht nach
 
Der Dezemberweizen am CBoT verlor 5 cts/bu und schloss bei 5,42 ¼ US$/bu. Was war gestern wichtig? Was die USA anbelangt nicht viel. Man schaute ins benachbarte Maispit und fand sinkenden Notierungen vor, was die Stimmung etwas verdarb. Zuvor hatte man sich nämlich über ordentliche Exportinspektionen von 447,35 tsd Tonnen gefreut. Diese lagen über den Erwartungen und fachten die Hoffnung auf steigende Kurse an. Daraus wurde aber nichts, weil Mais als Spaßbremse entgegen wirkte. Es gibt Kreise im Markt, die sorgen sich über den schwachen Auflauf des Winterweizens im Mittleren Westen.
 
Hier liegt zwar nicht das Herz der us-amerikanischen Winterweizenproduktion, aber die Sorgen haben ihre Daseinsberechtigung. Denn in den genannten Regionen war der Wintereinbruch am heftigsten, und nicht überall lag Schnee. Das USDA bezifferte die Auflaufrate aller landesweiten Winterweizenbestände mit 92% (+5% zur Vorwoche), aber die Sorge bleibt. Die US-Winterweizenbestände wurden daneben zu 58% mit gut bis exzellent bonitiert. Das waren 2% weniger als in der Woche zuvor. Im internationalen Umfeld startete die neue Woche mit ordentlicher Aktivität. Die Saudis kauften immerhin 345 tsd Tonnen Weizen, die im Zeitraum Februar bis März des nächsten Jahres verschifft werden sollen. Die Türkei startete einen Einkaufstender über 60 tsd Tonnen Durumweizen und erhielt umgehend Offerten.
 
Von einem Geschäftsabschluss wurde aber noch nicht berichtet. Die Franzosen verladen diese Woche ein Schiff mit 58 tsd Tonnen Futterweizen, das sich in Richtung Südkorea aufmachen wird. Aufgrund des Futterweizenüberschusses in Frankreich ist es in diesem Zyklus offenbar möglich geworden, auch unübliche Destinationen zu beschicken. Die Daten des statistischen Bundesamtes wiesen für den Monat September einen Weizenexport in Höhe von 231 tsd Tonnen in Richtung Iran aus.
 
Damit ist der Iran außerhalb Europas der wichtigste Weizenabnehmer für uns geworden. Werfen wir einen Blick auf die derzeitige Exportkampagne Europas. Die aufsummierten Weizenexporte der laufenden Kampagne liegen bei 11,5 mio Tonnen (hellblaue Linie im unteren Chat) und damit auf exzellenten Niveaus! An der Matif griff der Januartermin die Marke von 180,- €/mto an. Am Ende reichte es zwar nicht aus, um dieses Level zu erobern, aber mit einem Plus von 1,- € schloss man bei 178,75 € und damit in Griffweite dieser Marke.
 
Mais leidet unter schwachen Exporten
 
Der Dezembermais verlor gestern 5,5 cts/bu und schloss bei 3,675 US$/bu. Die wöchentlichen Exportinspektionen fielen mit knapp 530 tsd Tonnen nicht gut aus. Man blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Konkurrenz aus der Schwarzmeerregion bei Mais und die relativ günstigen Futterweizenpreise in Europa verhindern üppige US-Exporttätigkeit beim Mais.
 
Dennoch gab es Neugeschäft zu vermelden. Die Amerikaner verkauften neben den Sojapartien noch 116 tsd Tonnen Sorghum an eine nicht näher benannte Destination. Seitdem die Chinesen die MIR 162-Problematik nicht nur auf Mais, sondern auch auf DDG´s anwenden, hat es vermehrt Käufe von Sorghum seitens Chinas gegeben. Ob der gestrige ebenfalls ins Reich der Mitte abfließen wird, mag dahin gestellt sein. Nachbörslich bezifferte das USDA den Ernteabschluss mit 94%. Damit konnte man die Ernte weitere 5% voran treiben.
 
Da der 5-Jahresdurchschnitt bei 92% liegt und als Referenz herangezogen wird, dürfen wir festhalten, dass sämtliche ehemaligen Ernteverzögerungen aufgeholt sind. Die Südafrikaner meldeten zu Wochenauftakt gefallene Maisbestände im Land. Von September bis Oktober schrumpften die Maisbestände 7,418 mio to auf 6,523 mio Tonnen. Die Exporte betrugen bis Ende Oktober 1,707 mio Tonnen. An der Matif steigen die Kurse um etwa 1,- €. Januar: 153,25 €.
 
Eurex: Kartoffel kann nicht überzeugen
 
Die neue Woche wurde dort weitergeführt, wo man die alte abbrach, nämlich in der Untätigkeit. Zu Wochenauftakt schaffte man 23 magere Kontrakte Umsatz, wovon 16 auf den Apriltermin 2015 entfielen. Der Preis bewegte sich kaum und schloss bei 5,40 €/dt. Ein Plus von 0,20 €/dt. Im Kassamarkt werden kontraktliche Mengen abgewickelt. Neue Kurse für freie Ware gibt es praktisch nicht. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sieht niemand aus der Industrie Handlungsbedarf.
 
Im Schweinebereich gab es leider keinen Umsatz, dafür trumpfte aber das weiße Sortiment auf. Das Molkenpulver wurde gleich auf drei Fälligkeiten (Jan. – März 2015) bei 755,- €/Tonne gehandelt. Das war ein kleines Plus. 
 
Zucker
 
Im Zentrum Brasilien soll es im Wochenverlauf zu heftiger Regenaktivität kommen. Zudem sehen die Vorhersagen ungewöhnlich kühle Temperaturen voraus. Den Zuckermarkt dürften derartige Meldungen zum jetzigen Zeitpunkt kalt lassen, aber möglicherweise gibt es Probleme bei Kaffee. In New York schloss der Märztermin bei 16 cts/Pfund glatt und damit leicht abschlägig.
 
DAX: Ifo-Daten heben DAX über 9800-Punktemarke
 
Zu Wochenbeginn erwartete man in Frankfurt eigentlich schwächere Konjunkturdaten des Ifo-Instituts. Dieses veröffentlichte aber das erste Mal seit sechs Monaten einen leicht gestiegenen Index. Das Ifo-Barometer stieg um 1,5 auf 104,7 Punkte und signalisierte eine verbesserte Stimmung unter den Unternehmen. Daraufhin setzte der DAX seine Gutlaunigkeit der letzten Tage fort und stieg über die 9800-Punktemarke. Am Ende war diese aber nicht zu halten. Der Schluss betrug 9785,54 Zähler. 
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