Login
Börsentelegramm

Agrarmärkte weitestgehend fest

von , am
25.03.2014

Am Tagesende notierte der Weizen bei 172,75 Euro je Tonne. © Rainer Sturm
Die Agrarmärkte zeigten sich zu Wochenbeginn uneinheitlich. Am CBoT aber konnten Bohne, Weizen und Mais ansteigen, wobei der Weizen die stärkste Komponente darstellte. Baumwolle, Orangensaft und Zucker kamen unter die Räder und ließen Federn. Ebenso Rohöl, die Edelmetalle und die Finanzmärkte.

Bohne freundlich

Die Maibohne legte gestern am CBoT 16 ¾ cts/bu drauf und schloss bei 14,25 ½ US$/bu. Die verlustreiche Sitzung von Freitag, deren Preisabschläge hauptsächlich darauf zurückzuführen waren, dass sich der Markt die sehr schwache Margensituation chinesischer Ölmühlen ins Bewusstsein brachte, konnte mit gestrigen Zugewinnen teilweise egalisiert werden. Zumindest jedoch machte die Bohne im Verbund mit dem Schrot noch einmal ihre grundsätzlich starke Position deutlich.
 
Die us-amerikanischen Exportinspektionen lagen mit 732,1 tsd Tonnen im Bereich der Markterwartungsspanne von 680 tsd – 1,05 mio Tonnen. Das weitestgehend neutral zu bewerten. Safras sieht die brasilianische Bohnenernte nun zu 67% abgeschlossen, in der Vorwoche bezifferte man den Erntegrad noch mit 64%. Die Pakistaner meldeten sich im Markt und kauften insgesamt 90 tsd Tonnen canadischer Rapssaat. Hiervon haben 60 tsd Tonnen für 573,- US$/to (cif) den Besitzer gewechselt und sollen im Juni verschifft werden. Die restlichen 30 tsd Tonnen sollen ebenfalls im Juni geliefert werden, wurden aber mit 580,- US$/to besser bezahlt.
 
An der Matif schleppte sich der Markt zu Wochenbeginn durch charttechnisches Niemandsland, konnte sich aber einer tendenziell festeren Stimmung erfreuen. Am Ende der Sitzung blieben Gewinne stehen, die im Maitermin bei 3,25 € und im August bei 1,50 € lagen. Der August schloss bei 365,75 €.

Weizen legt vor

Die Weizennotierungen am CBoT rissen gestern einmal mehr die Preisführerschaft an sich und stiegen kräftig an. Der Maiweizen packte pralle 21 ¼ cts/bu drauf und settelte bei 7,14 ½ US$/bu. Das kann man als klares Signal an die Bären auffassen, wie ernst es den Bullen mit der Eroberung der 7,- US$/Bu-Marke gewesen ist. Kampflos wird man diese Marke keinesfalls mehr hergeben!
 
Aus der fundamental-nachrichtlichen Ecke kamen keine Neuigkeiten. Zwar ist man an anderer Stelle aufgewacht und sieht in den vermehrten internationalen Weizeneinkäufen russischer Herkünfte den Versuch, sich beschafferisch zu diversifizieren, um im Falle eines Falles nicht vollends von der Ukraine abhängig zu sein, aber derartige "Neuigkeiten" stellen für uns an dieser Stelle nur eine Wiederholung des ohnehin Offensichtlichen dar.
 
Die US-Exportinspektionen lagen bei 524,8 tsd Tonnen und damit ebenfalls im Rahmen der Markterwartungen. Die Plains in den USA sind derzeit zu trocken, um gute Erträge verheißen zu können, was gestern letztlich das Zünglein an der Waage darstellte. In Australien hat es über das abgelaufene Wochenende geregnet, sodass einige der als zu trocken wahrgenommenen Gebiete in Queensland und New South Wales mit nun verbesserten Aussaatbedingungen aufwarten können. Zudem ist noch weiterer Regen im langfristigen Forecast gemeldet, der zusätzliche Entspannung brächte, wenn er sich denn tatsächlich einstellt.
 
Die Ägypter meldeten sich übers Wochenende zu Wort und prognostizierten ihre eigene Weizenernte 2014/15 mit 9,5 mio Tonnen. Der ägyptische Staat hat nachrichtlich sieben Mrd. ägyptische Pfund (etwa 1 Mrd. US$) für Beschaffungsaktivitäten auf dem heimischen Markt bereit gestellt. Üblicherweise kauft der Staat etwa 3,6 mio Tonnen Weizen im eigenen Markt und beschafft zusätzlich um die 10 mio Tonnen aus dem Ausland, um die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen.
 
An der Matif gab es angesichts des bullischen Vorpreschens in Übersee weitere Zugewinne zu bestaunen. Der Mai legte 3,- €/mto und der November 2,75 €/mto zu. Schluss November: 206,25 €. Die ex Ernte-Gebote von 175,-€/mto frei Gosse, die einem dann und wann ans Ohr getragen werden, sind eine Witz und sollten keinesfalls von Landwirten verkauft werden!

Mais im Windschatten von Weizen

Der Maitermin legte gestern 11 cts/bu zu und settelte bei 4,90 US$/bu glatt. Die Maisnotierungen konnten mit dem gestrigen Gewinn sämtliche Verluste von Freitag ausgleichen und Hoffungen auf Fortsetzung des Aufwärtstrends schüren. Die wöchentlichen Exportinspektionen der USA lagen im Mais bei äußerst strammen 1,143 mio Tonnen, was den bisherigen Rekordwert in der laufenden Vermarktungskampagne darstellt. Die Gründe liegen in der politischen Situation in der Ukraine und in den noch zu kalten Temperaturen im Mittleren Westen. Derzeit ist vielerorts noch nicht an eine Maisaussaat zu denken.
 
Am Montag erwarteten wir den extrem wichtigen Flächenbericht über die Flächenallokation der Sommerungen in den USA, auf den bereits alle Augen gerichtet sind. Einige private Einschätzungen liegen bereits zahlenmäßig vor. Informa wird seine Prognose heute beisteuern. Möglicherweise gibt es hierauf eine Reaktion des Marktes zu beobachten, weshalb man sich nicht auf dem falschen Fuss erwischen lassen sollte. Der Junimais an der Matif legte gestern 0,50 €/mto zu und settelte bei 186,- €/mto glatt.

Kartoffel schlägt auf altem Tief auf!

Der Veredelungserdapfel an der Frankfurter Eurex hat seinen Abwärtstrend nicht stoppen können und schlug zum Wochenauftakt auf seinem alten Tief von 11,- €/dt auf. Das Erreichen dieser Marke setzte dann ausreichend Kaufkraft frei, um die Kurse wenigstens wieder etwas anzuheben. Mit einem Plus von 0,50 €/dt beschloss man den Handel bei 11,50 €/dt. Vom Kassamarkt kamen keine wesentlichen Nachrichten; man verwies auf die derzeit guten Bedingungen der frisch gesetzten neuen Ernte. Das Mastschwein und das Ferkel blieben am Montag ohne Umsatz; ebenso das weiße Segment.

Zucker bleibt schwach gestimmt

Die Zuckernotierungen in New York hatten am Freitag einen schwachen Wochenausklang zu verkraften. Die Notierungen sind unter die 17 cts/Pfund-Marke und damit auch unter den 50- Tagedurchschnitt gefallen, was das charttechnische Bild dieses Marktes doch erheblich eingetrübt hat. Fundamentale Neuigkeiten wesentlicher Art gab es keine zu verdauen. Hier und da äußerten sich Analysten über die gegenwärtige Situation, wiederholten dabei aber nur das bereits Bekannte.

DAX im Minus

Die Gewinnserie im deutschen Aktienbarometer wurde zu Wochenauftakt ausgebremst. Die weiterhin anhaltende Unsicherheit in Bezug auf die politische Situation um die Ukraine sorgte weiter für Besorgnis. Der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble äußerte sich am Wochenende opferbereit als es um die Behandlung Russlands hinsichtlich der Ukraine ging. Die Kosten für die Hilfe seien bestenfalls nachrangig, weil es um die Einhaltung internationaler Regeln ginge, so der Minister. Die westlichen Börsen ignorierten den freundlichen Start in Japan, wo der Nikkei 251,07 Punkte zugelegt hatte, und drehten ins Minus. Der DAX endete schließlich mit einem Minus von 154,17 Punkten bei 9188,77 Zählern.



Auch interessant