Login
Börsentelegramm

Agrarmärkte weitestgehend fest

von , am
20.03.2014

© Mühlhausen/landpixel
Am CBoT wiederholte sich gestern das Preisverhalten vom Dienstag. Die Weizenkurse nahmen das Zepter in die Hand und marschierten mit einem Zugewinn von fast 3,5% voran. Die Bohne folgte mit den Maisnotierungen im Schlepptau Richtung Norden. In Paris rissen die Weizennotierungen ebenfalls den Tagessieg an sich. Die Rohölnotierungen traten auf der Stelle und der DAX schaffte ein marginales Plus.

Bohne im Plus

Die Maibohne legte gestern 13 cts/bu zu und settelte bei 14,31 ¼ US$/bu. Fonds kauften etwa 6000 Kontrakte Bohne und 3000 Kontrakte Schrot während sie sich von 2000 Kontrakten Sojaöl trennten. Die bullische Meldung über wesentlich geringere Endbestände als vom USDA offiziell ausgewiesen sorgte ein weiteres Mal für Preiszuwächse. Oil World mit Sitz in Hamburg hatte die US-Endbestände auf 118 mio Scheffel geschätzt, was sehr deutlich unter der USDA-Prognose von 145 mio Scheffel lag. Daneben musste man sich die eskalierenden Weizenpreise mit ansehen, was die Bären schlussendlich vollkommen demoralisierte.
 
Potentielle brasilianische Importe seitens der USA wirkten aber begrenzend. Ansonsten philosophierte man in der Bohne über die neuerntige Ackerfläche. In Paris kam es bereits bei Handelsbeginn zu raschen Zugewinnen, die aber ebenso schnell auf Verkaufinteresse stießen. Am Ende war es den neuerntigen Notierungen nicht möglich im Monat August den entscheidenden Brückenkopf bei über 368,- € auszubauen. Mit einem Plus von 3,- € und einem Schlusskurs von 368,25 € schloss man zwar direkt auf dem relevanten Widerstandsniveau, aber es war nun einmal nicht möglich, diesen kraftvoll zu durchstoßen. Im Falle sinkender Bohnennotierungen fehlt dem Raps hier ein rettender Anker, an den er sich klammern könnte. Deshalb, Vorsicht vor einer wieder fallenden Bohne…Raps hätte nicht viel entgegenzusetzen.

Weizen: CBoT nimmt den 7,- US$-Widerstand

Nachdem sich die Weizennotierungen oberhalb der 200-Tagelinie häuslich niedergelassen hatten und damit ihre tendenziöse Bulligkeit kommunizierten, kam es gestern zu einem rasanten Angriff auf den nächsten Hauptwiderstand bei 7,- US$/bu, der von einem strahlenden Erfolg der Bullen gekrönt war. Der Maitermin legte schließlich satte 23 ¼ cts/bu drauf und schloss bei 7,15 ½ US$/bu. Fondsgesellschaften sollen sich im Handelsverlauf etwa 6000 Kontrakte angeeignet haben.
 
Die politisch hochfragile Situation im Schwarzmeerraum im Verbund mit den trockenen Bedingungen in den US-Weizenregionen impften den Bullen die nötige Überzeugung zum Erstürmen der 7,- US$-Festung ein. Mittlerweile mehren sich die Anzeichen, dass sich die Ostukraine ebenfalls der russischen Föderation anschließen möchte. Putins Russland würde sicherlich jedwede Bestrebung in diese Richtung aktiv unterstützen.
 
Diese Gefahren führen zu entsprechenden Risikoprämien im Markt. Die Zolldaten des Vereinigten Königreichs zeigten eine Weizeneinfuhr im Monat Januar 2014 von 122,4 tsd Tonnen Weizen. An der Matif in Paris traute man sich zu Beginn der Sitzung nichts zu und verharrte bei elend geringen Umsätzen auf der Stelle. Als die Chicagoer Notierungen sich anschickten, die 7,- US$ in Angriff zu nehmen, wartete man noch etwas ab, um zu sehen wie nachhaltig der Ansturm der Bullen sein würde. Als klar war, dass die 7,- erobert waren, gab es in Paris kein Halten mehr, und die Notierungen zogen mit Macht in Richtung Norden. Der alterntige Maitermin legte 4,50 € zu und schloss bei 213,25 €/mto. Der neuerntige November schaffte ein Plus von 4,75 € und schloss bei 205,75 €/mto.

Mais tritt auf der Stelle

Der Maitermin am CBoT legte gestern 1 ½ cts/bu zu und settelte bei 4,87 ¾ US$/bu. Fonds sollen im Zuge des Handels etwa 5000 Kontrakte eingekauft haben, was ein übliches Niveau darstellt. Hauptsächlich bestanden die Marktgespräche aus Spekulationen über den Aussaatzeitpunkt in den USA. Aufgrund des strengen Winters befürchtet man nicht zu unrecht, dass sich negative Umstände etablieren könnten. Die Korrelation zwischen späten Aussaatzeitpunkten und sinkenden Erträgen ist allen bewusst. Bevor man aber diesem Thema zuviel Gewichtung beimisst, möchte man doch erst einmal den Flächenbericht am 31. März sehen und verdauen. Bis dahin dürften signifikante Positionierungen im Maismarkt Fehlanzeige bleiben.
 
In Paris stiegen die Maisnotierungen infolge des anziehenden Weizens recht ordentlich an, wenngleich das nicht überzeugende Anstiegstempo der Chicagoer Maispreise bremsend wirkte. Unterm Strich schaffte der Junitermin ein Plus von 2,- € und schloss bei 186,50 €/mto.

Kartoffel gaps down!

Der Veredelungserdapfel an der Eurex eröffnete gestern mit einer abwärts gerichteten Kurslücke (gap down) und damit extrem schwach. Der Eröffnungskurs von 12,- €/dt lag bereits unterhalb des voran gegangenen Schlusskurses. Nach Eröffnung trat allerdings keine Beruhigung ein, sondern der Preis wurde weiter durchgereicht. Bei einem Gesamtmarktumsatz von 292 Kontrakten verlor der vordere Apriltermin 0,50 €/dt und schloss bei 11,60 €/dt. Vom Kassamarkt kamen ebenfalls preisdämpfende Signale, denn die Verarbeiter ermäßigten ihre Gebote für noch nicht kontrahierte Ware der alten Ernte. Unterm Strich bleibt festzuhalten, dass der Abwärtstrend intakt geblieben ist.
 
Im Schweinebereich gab es gestern nichts zu bestaunen; das Mastschwein und das Ferkel waren zu keinen Umsätzen bereit. Anders das weiße Sortiment, denn hier gab es im Magermilchpulver acht Kontrakte Umsatz, die sich auf die Monate Mai, Juni und Juli verteilten. Das Preisniveau rangierte zwischen 3050 und 3000,- €/to und war damit leicht abschlägig. Butter und Molkenpulver blieben umsatzlos.

Zucker: Markt federt vom 50-Tageschnitt nach oben

Die Zuckernotierungen konnten sich gestern etwas berappeln und damit ihre charttechnisch bedeutsame Marke der 50-Tagelinie halten. Obwohl die brasilianischen Regenfälle die Zuckernotierungen unter Druck gesetzt hatten (übrigens auch den Kaffee), sehen einige Marktbeobachter die Kuh nach wie vor auf dem Eis stehen. Ungünstigstenfalls könne das globale Angebot des laufenden Zuckerwirtschaftsjahres etwa 1 mio Tonnen hinter dem Verbrauch zurückbleiben, was trotz der auskömmlichen Bestände einen bullischen Anklang besäße. Diese Sicht auf den Zuckermarkt ist vertretbar, aber letztlich doch kein Muss! In London legte der Weißzuckerkontrakt im Monat Mai 3,50 US$/to zu und schloss bei 459,60 $/to.

DAX leicht im Plus

Das deutsche Aktienbarometer startete gestern mit moderaten Zuschlägen. Im Mittelpunkt der Meinungsbildung stand die Notenbanksitzung in den USA. Man rätselte, ob man bereits Signale empfangen würde, wie es mit der Zinspolitik der FED weitergeht. Am Abend ließ Janet Yellen die Katze aus dem Sack und verkündete eine weitere graduelle Rücknahme der Anleiheaufkäufe um 10 Mrd. US$ auf nun 55 Mrd. US$/Monat. Der Leitzins bleibt auf dem historisch niedrigen Niveau von 0 – 0,25%. Diese Politik mag für den Moment funktionieren und der Welt vorgaukeln, dass die USA auf dem Wege der wirtschaftlichen Besserung seien, aber es ist nur eine Frage der Zeit bis die FED die nächste Runde exzessiver Anleihekäufe (direkte Staatsfinanzierung) starten wird. Es fehlt nur ein unvorhersehbares Ereignis, das den wahren Zustand offenbahrt. In Frankfurt schloss unser DAX am Ende des Tages bei 9277,05 Zählern, ein Plus von 34,5 Punkten.



Auch interessant