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Börsentelegramm

Agrarmärkte mit zwei Gesichtern

von , am
10.10.2014

Weizen war gestern der große Verlierer.

Nach dem USDA-Report starteten die euopäischen Weizenpreise mit 179 Euro je Tonne in die neue Woche. © Leonhardo Franko/fotolia
 
Weizen war gestern der große Verlierer. Im Vorfeld des heute Abend erscheinenden USDA Reports gaben die Weizennotierungen insbesondere in Chicago kräftig nach. In Paris mussten alle drei Agrarrohstoffe mehr oder weniger große Verluste hinnehmen, während an dem CboT in Chicago Mais und Soja weiter zulegen konnten Heute Morgen deutet sich sowohl für Weizen wie auch für Mais und Soja rückläufige Kurse an.
 
US Weizen stürzt ab
Der Start war schon schwach, und trotz zwischenzeitlicher Erholung baute der Matifweizen mit den negativen Vorgaben aus den USA seine Verluste immer weiter aus. Am Tagesende hat er 3 € oder 1,9 % auf 157,25 € / t verloren. Für die Amerikaner ist im Moment der starke Dollar, und der schwache Euro das Hauptthema. Sie sehen ihre Wettbewerbsfähigkeit an den Exportmärkten insbesondere gegenüber der EU sowie der Schwarzmeerregion eingeschränkt. Da der Preisanstieg der letzten Tage an der US Börse nicht in gleicher Weise von den anderen Börsen mitgemacht wurde sahen hier die Börsianer erhöhten Korrekturbedarf und schickten den Dezemberweizen am CBoT 2,9 % auf 4,9325 US $/ bu in die Tiefe. Der Ausflug über die 5 $ Marke hat damit gerade mal 2 Tage gedauert. Zur Bestätigung der Sorgen wurden die neuen wöchentlichen Exportanmeldungen der USA mit 372.400 t vermeldet, was in etwa der Hälfte der Vorwoche entspricht und unter den erwarteten 400.000 t lag. Aus Australien kam von der dort ansässigen ANZ Bank die Einschätzung das die Ernte trotz Trockenheit noch zwischen 24 und 24,5 Mio. t liegen könnte. Einige Analysten hatten hier bereits eine Reduzierung auf 22 Mio. t erwartet.
 
US Mais mit leichten Gewinnen
Der Pariser Mais konnte gestern nicht von dem positiven US Mais profitieren. An der Matif verliert er 1,50 € oder 1,1 % und settelt bei 139,25 €/t. In Chicago sah man das anders. Gute Exporte die mit 784.800 t über den erwarteten 750.000 t lagen ließen den Dezembermais um 0,4 % höher bei 3,4475 US $/ bu schließen. Damit ist er an 7 Handelstage in Folge um insgesamt 7,5 % angestiegen. Die Börsianer agierten im Vorfeld des USDA Reports sehr nervös, denn es gibt einige Unsicherheit über die tatsächliche Anbaufläche und die Erträge. Auch aus Brasilien kam eine unterstützende Meldung. Die Conab befürchtet das der Maisanbau zugunsten der Sojabohne um 4 bis 11 % sinken könnte, denn aufgrund des derzeitigen Preisgefüges wäre der Sojaanbau deutlich rentabler.
 
Soja legt leicht zu
Auch die Bohne kann weiter zulegen. Die wöchentlichen Exportanmeldungen lagen mit 923.400 t leicht über den Markterwartungen und auch hier gibt es einige Unsicherheit über die tatsächliche Anbaufläche. Einige Analysten halten für den neuen Anbaureport ein Minus von bis zu 1 Mio. Acres für möglich, wobei die durchschnittliche Schätzungen allerdings bei weniger als der Hälfte liegen. Sorgen bereitet auch weiter der langsame Erntefortschritt in den USA. Die Sojabohne ist gegen winterliches Wetter schlecht geschützt, und man liegt hinter dem Zeitplan zurück. Zusätzlich ist aus dem Nordwesten von nicht ganz so großen Erträgen zu hören wie die Meldungen aus dem Süden es hatten erwarten lassen. Alles in allem gewinnt die Novemberbohne 0,8 % auf 9,42 US $/bu.
 
Raps gibt nach
Der Raps konnte gestern nicht von den positiven Vorgaben aus Chicago profitieren, sondern er schloss sich dem negativen Trend seiner Kollegen an der Matif an und gab 1,75 € oder 0,5 % auf 326.25 €/t nach. Canola in Winnipeg machte es auch nur geringfügig besser. Er verlor 0,4 % und settelte bei 404,60 CaD
 
Dieter Jendrziak
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