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Börsentelegramm

Agrarrohstoffe weiter unter Druck

von , am
04.08.2015

Am gestrigen Handelstag fehlte es erneut an bullischen Nachrichten. In der Europäischen Union übertrifft der bereits geerntete Weizen vielfach die pessimistischen Erwartungen.

© Beuermann/landpixel
Auch die EU-Kommission hob ihre Schätzung für die diesjährige Weizenernte um 500.000 t an. Raps und Mais müssen weitere Verluste hinnehmen. In den USA bestimmt das weitestgehend ideale Wetter das Agieren der Börsianer und lässt den Bullen kaum eine Chance. Heute Morgen deutet die elektronische Nachtbörse in Chicago einen durchweg positiven Handelsstart an.
 
Erntedruck beim Weizen
 
Der Start war bereits schwach und im Laufe des Tages baute der Weizen an der Matif in Paris seine Verluste aus. Neben den zuletzt wieder höheren Ertragserwartungen der von Trockenheit betroffenen EU-Weizenernte, sorgte auch eine Anhebung der russischen Weizenernte um 1,5 Mio. t durch die Analysten von Sov Econ für eine bärische Stimmung.
 
In den USA ist die Winterweizenernte weitestgehend abgeschlossen. In den  nördlichen Plains hat die Sommerweizenernte begonnen. Die Ertragserwartungen sind, wenn auch zuletzt leicht nach unten korrigiert, hoch. Der Septemberkontrakt fällt an der Matif um 2,25 Euro oder 1,25 Prozent auf 178,25 Euro/t. In Chicago steht für den Septemberweizen am Ende des Tages ein minimaler Verlust von 25 Cent auf 4,99 US-$/Bushel auf der Anzeigetafel. Die folgenden Kontrakte können sich behaupten.
 
Optimale Wachstumsbedingungen für den US-Mais
 
Der Maispreis leidet unter den weiterhin optimalen Wachstumsbedingungen im mittleren Westen der USA. Auch für die kommende Woche sind angenehme Temperaturen und ausreichend Niederschlag angekündigt, sodass die Ertragserwartungen steigen, auch wenn die jüngsten Ertragsratings unveränderte Daten ausweisen. Der neuerntige Dezembermais an der Chicagoer Börse verliert 1,2 Prozent und settelt bei 3,7650 US-$/Bushel. In Paris schließt man sich dem Trend an und der Novemberkontrakt verliert 1,25 Euro oder 0,7 Prozent auf 172,75 Euro/t.
 
Soja gibt weiter nach
 
Auch die Sojabohne steht weiter unter Preisdruck. Zum einen ist das Wetter derzeit auch in USA alles andere als ungünstig und zum anderen belastet der niedrige Ölpreis. Brent Crude fiel gestern aufgrund der Überproduktion und ausbleibenden positiven Konjunktursignalen unter die 50-Dollar-Marke und markierte damit ein neues Tief. Das begrenzt auch die Erlösmöglichkeiten für die aus Ölsaaten hergestellte Bioenergie. China ist immer wieder Thema an den Börsen. Die jüngsten, etwas schwächeren Wirtschaftsdaten mahnen die Sojahändler zur Vorsicht. Die Novemberbohne verliert 0,5 Prozent und settelt bei 9,3550 US-$/Bushel. Schrot und Öl müssen ebenfalls weitere Verluste hinnehmen.
 
Raps mit leichten Verlusten
 
Raps schließt sich dem bärischen Trend an. Der vordere Novemberkontrakt gibt 75 Cent oder 0,2 Prozent ab und beendet den Tag bei 376,50 Euro/t. Das an der Börse in Malaysia gehandelte Palmöl musste in den vergangenen sieben Handelstagen heftige Verluste hinnehmen. Der Kurs ging um über 7 Prozent auf 2.056 MYR/t zurück und notiert in der Nähe seines jüngsten Tiefs, das es Ende Januar dieses Jahres erreicht hatte.
 
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