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Börsentelegramm

Agrarrohstoffe legen zu

von , am
06.08.2015

Am gestrigen Handelstag gaben die Bullen den Ton an. Sowohl in Paris als auch in Chicago gab es nur grüne Vorzeichen bei den drei großen Agrarrohstoffen.

© Dagmar Gärtner/Fotolia
In den zentralen Maisanbaugebieten der USA könnte sich nach dem extrem nassen Vorsommer eine Trockenheit etablieren und die Maiserträge schmälern. Der am kommenden Mittwoch erscheinende WASDE-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates) des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums USDA wirft bereits jetzt seinen Schatten voraus. Viele Börsianer sind verunsichert und stellten Verkaufspositionen glatt, denn allgemein wird jetzt von niedrigeren Werten ausgegangen. Heute Morgen signalisiert die elektronische Nachtbörse in Chicago eine negative Korrekturphase an.
 
Weizen im Plus
 
Nach schwachem Start schafft der Matifweizen mit den positiven Vorgaben aus Chicago den Sprung in die Gewinnzone. Der September konnte 50 Ct auf 178,75 Euro/t zulegen, während der Dezember 1,50 Euro auf 184,75 Euro/t drauflegte und den Abstand zum Frontmonat auf nunmehr 6 Euro vergrößerte. Neue Zahlen französischer Analysten sehen die inländische Ernte um ca. 1 Mio. t höher bei bis zu 39,4 Mio. t (Vorjahr 37,5 Mio. t). Im Exportgeschäft hatten die Franzosen das Nachsehen. Ägypten füllte einen Tender über 120.000 t erneut in Russland. Die Russen verkauften ihren Weizen für 187,94 USD/t fob, woraus sich inklusive Fracht ein seit Jahren nicht gesehener Preis von unter 200 USD/t ergibt. An der Chicagoer Börse gelang dem Septemberweizen ein Sprung von 1,8 Prozent auf 502 USD/Bushel.
 
Mais legt weiter zu
 
In den zentralen Regionen des Maisgürtels stellt sich nach dem sehr nassen Vorsommer mittlerweile das Gegenteil ein. Für die nächsten sechs bis zehn Tage werden heiße und trockene Tage prognostiziert, was die Ertragserwartungen schmälern könnte. Neue Zahlen der Analysten von Informa und FC Stone liegen mit ihren Zahlen zur kommenden Ernte mit 13,412 Mrd. Bushel bzw. 13,381 Mrd. Bushel unter den vom USDA geschätzten Wert von 13,530 Mrd. Bushel. Damit unterstützen sie die Erwartung an eine Korrektur der USDA-Zahlen im WASDE-Report am kommenden Mittwoch. Belastend für den Maismarkt wirken derzeit die niedrigen Energiepreise. Die Erlösmöglichkeiten für Ethanol sind gesunken. Als positiv wurden hingegen die gesunkenen Bestände wahrgenommen. In Chicago legt der Dezembermais 1,2 Prozent auf 3,8335 USD/Bushel zu. In Paris schafft der ab heute vordere November-Mais aufgrund der für den Mais in weiten Teilen Europas nicht so günstigen Wachstumsbedingungen mit 3,75 Euro oder 2,15 Prozent auf 178,25 Euro/t einen kräftigen Sprung nach oben.
 
Niedrigere Sojabohnenernte?
 
Auch die Bohne konnte gestern preislich zulegen. Der Septemberkontrakt legt 1,6 Prozent auf 9,9175 USD/Bushel zu und die neuerntige Novemberbohne schafft 1,1 Prozent auf 9,5325 USD/Bushel. Unterstützung kommt auch vom Sojaschrot. Der Dezemberkontrakt macht hier einen Gewinn von 2,2 Prozent auf 332,80 USD/t. Für die Bohne belastend wirken auch die schwachen Energiepreise. Das Sojaöl muss weiter Verluste hinnehmen, denn die Erlösmöglichkeiten für Biodiesel sind durch die schwachen Rohölmärkte begrenzt. Unterstützung kam mit der heißen Witterung im mittleren Westen und der erwarteten Korrektur im kommenden USDA-Report. Die neuen Zahlen der Analysten von Informa und FC Stone wurden zwar leicht angehoben, liegen aber mit 3,789 Mrd. Bushel bzw. 3,797 Mrd. Bushel noch unter den Zahlen des USDA - sie bestätigen damit die niedrigeren Ertragserwartungen.
 
Raps notiert fester
 
Der Raps konnte gestern Dank der Unterstützung vom Sojakomplex und aufgrund der knappen Versorgung des europäischen Rapsmarktes weiter zulegen. Der Novemberkontrakt settelt mit einem Plus von 2,25 Euro oder 0,6 Prozent bei 381 Euro/t. Canola in Winnipeg muss Gewinne abgeben und beendet den Tag mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 502 CaD/t. Hauptverlierer unter den Agrarrohstoffen ist derzeit das in Kuala Lumpur gehandelte Palmöl. Gestern verlor es erneut über 1 Prozent, womit der September ein neues Kontrakttief markiert.
 
 
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