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Börsentelegramm

Agrarrohstoffe im Wettermarkt

von , am
26.06.2015

Der gestrige Handelstag begann im roten Bereich, entwickelte sich aber recht schnell ins Positive.

© Mühlhausen/landpixel
 
Der gestrige Handelstag begann im roten Bereich, entwickelte sich aber recht schnell ins Positive, und am Ende des Tages standen teilweise kräftige Gewinne an den Kurstafeln. In Paris setzte der Raps seinen Höhenflug fort, aber auch Weizen und Mais konnten punkten. In Chicago legten die drei großen Agrarrohstoffe kräftig zu. Soja schließt erstmals seit März wieder über der 10 Dollarmarke.
 
Der Hauptgrund für die Rally liegt weiter im Wetter. Erneute kräftige Regenfälle in weiten Teilen des mittleren Westens und die Aussicht auf mehr setzten allen Pflanzen zu, und veranlassten die Händler ihre Shortpositionen zu verkaufen. Die ungünstige Bedingungen durch Trockenheit in Kanada, Australien und Teilen Europa´s, sowie neue Zahlen zur Weltgetreide des IGC´s taten ein übriges. Heute Morgen deutet die elektronische Nachtbörse eine Fortsetzung der Rally an.
 
US Weizen mit kräftigen Gewinnen
Der Weizen in Chicago setzte gestern seinen Anstieg nach der kurzen Unterbrechung am Vortag fort. Mit einem Plus von fast 3 % settelte der Septemberkontrakt bei 5,38 US $ / bu. Erneut heftige Regenfälle in den Winterweizengebieten sorgten für eine Unterbrechung der Ernte, und ließen die Sorgen um die Qualitäten in den Vordergrund rücken. Die Aussichten stehen sowohl für´s Wochenende wie auch für die kommende Wochen auf eine Fortsetzung der nassen Bedingungen, und so gab es gestern preislich nur den Weg nach Norden.
 
Hinzu kamen noch die für Westeuropa angekündigte Hitzewelle in der kommenden Woche, die den ohnehin schon gestressten Pflanzen weiter zusetzten könnte, sowie die durch El Nino wohl doch kräftiger dezimierte Weizenernte in Australien. In Paris tat man sich etwas schwerer. Der Septemberweizen musste sich mit einem Plus von 0,7 % oder 1,25 Euro auf 185,50 Euro / t zufriedengeben.
 
Nach den ungünstigen Wetterbedingungen in vielen Regionen der Erde reagierten jetzt auch die ersten Prognosedienste. Der Internationale Getreiderat hat seine Vorhersage für die weltweite Weizenernte um 4 Mio. t auf nunmehr 711 Mio. t gesenkt. Das wird zwar immer noch als komfortabel angesehen, liegt aber um 10 Mio. t unter der Vorjahresernte, und würde im Ergebnis einen leichten Abbau der Endbestände bedeuten.
 
Mais mit kräftigen Gewinnen
Der Wert des US Maises profitiert ebenfalls von den ungünstigen Bedingungen. Mittlerweile sind die Böden im mittleren Westen vielfach derart wassergesättigt, das die jungen Bestände Schaden nehmen, und nicht mehr den erwarteten Ertrag bringen können. Der neuerntige Dezember steigt am CBoT um 3,2 % auf 3,9275 US $ / bu. In Paris steigt der Mais um 2 Euro oder 1,2 % auf 169 Euro / t.
 
Soja über 10 Dollar
Der Julikontrakt der Sojabohne schafft erstmals seit Anfang März den Sprung über die 10 Dollarmarke. Mit einem Plus von 1,8 % auf 10,0025 US $ / bu settelt sie erstmals in diesem Jahr wieder über der 200 Tagelinie. Auch hier ist die Witterung der Preistreiber, denn die Aussaat kann immer noch nicht beendet werden, und die Aussichten auf Besserung sind gering. Die jungen Pflanzen mögen keine nassen Füße, und so werden die bisherigen Flächen- und Ertragsschätzungen wohl nicht zu halten sein. Auch das Sojaschrot legt mit 2,6 % kräftig zu, während sich das Sojaöl mit kleinen Gewinnen zufrieden geben muss.
 
Raps weiter im Aufwind
Der Raps wird weiter durch die geringen Endbestände und die zunehmend geringer erwartete Ernte geprägt. Hinzu kommen die positiven Signale vom Sojamarkt. Der Augustkontrakt legt ein gutes Prozent drauf und settelt mit 387,50 Euro / t auf einem seit April 2014 nicht gesehenen Niveau. Auch Canola profitiert weiter von den ungünstigen Bedingen in Kanada. Der leichte Regen in dieser Woche brachte hier keine nennenswerte Entspannung, so das der neuerntige Novemberkontrakt um 1,4 % auf 525,60 Ca $ zulegt.
 
Dieter Jendrziak
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