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Börsentelegramm

Alles auf Rot

von , am
11.04.2014

Der gestrige Handelstag war von roten Zahlen geprägt.

An der CBoT haben sich für den Weizen alle Gewinne der Vortage wieder in Luft aufgelöst. © landpixel
 
Der gestrige Handelstag war von roten Zahlen geprägt. Nicht nur in Paris, sondern auch in Chicago waren die Händler auf verkaufen programmiert. Die Zahlen der USDA Behörde vom Mittwoch waren eigentlich nur für den Weizen bärisch gewesen. Aber aufgrund schwächerer Wirtschaftsdaten im Außenhandelsbereich der Chinesen sahen viele Börsianer zu viel Optimismus in den Exportzahlen für Mais und Soja. Hinzu kamen neue Daten aus Brasilien, sowie die Aussicht auf Regen in einem Teil der von Trockenheit geplagten Plains in den USA. Auch die Krimkrise ist weiter ein Thema. Diesmal allerdings mit umgekehrten Vorzeichen, denn die Börsianer halten es für möglich das Importeure aufgrund der unsicheren Lage mehr geordert haben als tatsächlich gebraucht wird, und dann diese Mengen wieder stornieren könnten. On Top kamen dann noch schwächelnde US-Exporte, die damit ebenfalls nicht zur Aufhellung der Stimmung beitragen konnten. Rohöl gibt leicht nach, während der Euro sich weiter hocharbeitet und wieder an 1,39 er Marke kratzt. Heute Morgen steht in Chicago wieder alles auf rot.
 
Bärischer Weizenmarkt
Der Weizenmarkt in Paris konnte sich Dank weiter guter Exporte einigermaßen halten. Der Frontmonat Mai büßte 75 Cent auf 208,25 €/t ein, und die neue Ernte verlor 1,25 € auf 200,25 €/t. Die schwachen Vorgaben der Leitbörse in Chicago gaben ihm keine andere Chance. An dem CBoT waren zunächst die schwachen Exportzahlen die am unteren Ende der Erwartungen lagen. Knapp 400.000 t incl. 41.800 t alte Ernte wurden gemeldet. Damit markiert der Wert der alten Ernte den niedrigsten Stand in diesem Vermarktungsjahr. Hinzu kamen dann noch neue Wetterberichte, die für ein Teil der von Trockenheit geplagten Winterweizen-Anbaugebieten Regen für´s Wochenende in Aussicht stellten. Um die bärischen Faktoren zu vervollständigen muss auch eine neue Zahl aus Brasilien erwähnt werden. Hier prophezeit die Getreide Agentur Conab eine neue Rekordernte, die auf 6,7 Mio. t angehoben wurde. Das Weizenimportland bedient sich bisher hauptsächlich in Argentinien und den USA welche dann mit geringeren Exporten rechnen müssen. An dem CBoT verliert der Maiweizen 1 % auf 662,25 US ct/bu. Den Folgemonaten geht es ähnlich. Der in Kansas gehandelte qualitativ bessere Sommerweizen gibt 1,5 % ab, und in Minneapolis geht es ihm auch nicht besser, hier sind es am Ende des Tages 1,6 % Verlust.
 
Mais ohne Impulse
Auch der Mais konnte sich nicht der allgemein negativen Stimmung entziehen. Der Frontmonat Juni musste an der Matif 50 Cent auf 188,25 €/t abgeben, und der Novemberkontrakt verlor 1,5 € auf 191,25 €/t. In Chicago lief es ähnlich. Der Mai gibt 0,4 % auf 501,25 US ct/bu ab und kann damit aber die wichtige 500 er Marke halten. Die Exporte der USA lagen mit leicht über 700.000 t am unteren Ende der Erwartungen, und auch hier war man der Meinung das die USDA Exportprognosen vom Mittwoch zu hoch gegriffen sein könnten. Auch für den Mais erhöhte die Conab seine Prognose für die brasilianische Ernte um 280.000 t auf 75,5 Mio t.
 
Soja mit Verlusten
Nach dem bullischen USDA Report, und der kräftigen Preissteigerung vom Vortag musste die Bohne gestern mit einer Reihe bärischer Nachrichten zurechtkommen. Da waren zunächst schwache Exporte, die mit 290.000 t alte und neue Ernte angeben wurden. Dann setzte die brasilianische Conab ihre Prognose für die Sojaernte um 640.000 t auf 86,1 Mio. t nach oben, und zu guter Letzt wurden die Palmölbestände in Malaysia überraschend hoch ausgewiesen. Der Preisverfall des in Kuala Lumpur gehandelten Palmöls erreicht seit dem Hoch vor exakt einem Monat fast 10 %. Am Ende des Tages settelte die Maibohne bei 1482,25 US ct/bu, und hat damit 1 % verloren. Die neue Ernte kommt mit einem Verlust von 0,2 % auf 1225,50 US ct/bu glimpflich davon.
 
Alterntiger Raps schließt neutral
Die alte Ernte kann sich aufgrund der physischen Knappheit behaupten und schließt unverändert bei 415,50 €/t. Die neue Ernte hingegen muss mit minus 4,50 € auf 370,25 €/t kräftig Federn lassen, was wohl in erster Linie den schwachen Vorgaben sowie Gewinnmitnahmen geschuldet war.. Auch Canola in Winnipeg gibt nach. Der Maikontrakt verliert 0,76 % auf 469,50 CaD.
 
Dieter Jendrziak
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