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Börsentelegramm

Was ist mit den Amerikanern los ?

von , am
28.02.2014

Der Matifweizen ließ sich gestern nicht lange vom negativen Trend der Amerikaner beeinflussen.

© Mühlhausen/landpixel
 
Nach einem schwachen Start in Chicago, der auch zunächst auf die europäische Börse in Paris abfärbte, konnte insbesondere der Weizen an der Matif ein Eigenleben entwickeln und sich von den negativen Vorgaben lösen. Am Ende des Tages hatte er die 200er Marke deutlich verteidigt. In den USA waren anders als in Paris am Ende des Tages nur rote Zahlen zu sehen. Die Bohne hatte zwischenzeitlich zwar kräftige Gewinne zu vermelden, konnte sie aber nicht halten. Rohöl und der Euro notieren leicht schwächer. Heute Morgen deuten sich für den US- Weizen Erholungstendenzen an.
 
Weizen legt weiter zu
Der Matifweizen ließ sich gestern nicht lange vom negativen Trend der Amerikaner beeinflussen. Im Laufe des Nachmittags drehte er in den grünen Bereich und der Märzkontrakt konnte 1,50 € auf 201,75 €/t zulegen. Auch der Mai schaffte noch ein leichtes Plus von 50 Cent auf 198 €/t, und hat damit die 200 er Marke zumindest in Sichtweite. Die mittlerweile stärker in den Fokus geratene neue Ernte musste hingegen leichte Verluste hinnehmen und steht aktuell bei 189,50€/t. Der Grund für die stabilen Kurse dürfte wiedermal in der guten Exportleistung der Europäer liegen, denn mittlerweile ist die 20 Mio. Marke geknackt. In der letzten Woche wurde mit 932.000 t das bisher beste Ergebnis in dieser Saison erzielt. Die Amerikaner hingegen hadern mit ihrer Exportfähigkeit. Die Zahlen der letzten Woche lagen mit 365.000 t unter den Erwartungen und ca. 40% unter dem Durchschnitt der vorangegangenen 4 Wochen. Hinzu kommt das im Moment der günstigste Preis an den Exporthäfen der USA insbesondere von den Russen unterboten wird. Vor kurzem war es noch umgekehrt. Vor diesem Hintergrund zogen die Investoren ihr Kapital ab und investierten zwischenzeitlich lieber in die Sojabohne. Der Maiweizen verliert an dem CBoT 16,25 US ct oder 2.4% und settelt bei 589,25 US ct/bu. Damit hat er in 2 Tagen 30 Cent verloren, und charttechnisch wichtige Unterstützungslinien gerissen.
 
Mais ohne Impulse
In Paris stand der Mais den ganzen Tag über leicht im Minus. Zum Ende rettete sich der März auf ein unveränderten Stand von 172,50 €/t während der folgende Juni leicht um 25 Cent auf 178 €/t nachgab. In Chicago hingegen konnte der Mais sich nicht von seinen negativen Vorzeichen lösen und der Maikontrakt settelt mit einem Minus von 1,4% bei 454,50 US ct/bu. Als Begründung für die schwache Stimmung müssen die auch beim Mais enttäuschenden Exportzahlen herhalten. Zwar sind die gemeldeten 840.000t der letzten Woche nicht zu verachten, und liegen am oberen Ende der Erwartungen aber sie liegen 39 % unterhalb des 4- Wochen Durchschnitts. Leicht bullisch wirkte ebenfalls noch die beginnende Ernte in Argentinien.
 
Soja kurzfristig im Höhenflug
Der Sojamarkt erlebte gestern ein wahres Wechselbad. Im Laufe des Nachmittags hatte sich die Maibohne um mehr als 3 % nach oben gearbeitet, nur um dann am Ende des Tages bei 1390 US ct/bu um 0,5 % niedriger zu schließen. Nach dem postiven Trend den ganzen Januar hindurch sehen die Händler offenbar Korrekturbedarf. Wieder mal waren es die Chinesen, die als Hauptabnehmer der amerikanischen Bohne, den Händlern die Laune verdarb. Die sich weiter ausbreitende Vogelgrippe verringert insbesondere den Sojaschrotbedarf, und so sehen die Händler hier für die Zukunft ein Nachfrageproblem, denn die Lager in den Chinesischen Häfen sollen gut gefüllt sein. Sojaschrot gibt ebenfalls 0,5 % nach.
 
Raps profitiert vom Soja
Der Raps profitierte von den zunächst sehr fest gestimmten Ölsaaten, und hat deren Rückwärtsgang nicht mehr erlebt. Der Mai legt 2,50 € auf 397 €/t zu, und die neue Ernte schafft ganze 25 Cent auf 370 €/t. In Winnipeg schafft Canola ein Plus von 0,84% auf 419,20 CaD. Palmöl gibt sowohl in Chicago wie auch in Kuala Lumpur leicht nach, bleibt aber auf sehr hohem Niveau.
 
Dieter Jendrziak
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