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Börsentelegramm

Anhaltende Preisschwankungen bei Getreide und Ölsaaten

von , am
02.04.2015

Offenbar brauchen die internationalen Märkte für Getreide und Ölsaaten diesmal doch einige Zeit länger um die neuen USDA-Daten einzuordnen und zu verdauen.

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© Torbz/fotolia.de
 
Offenbar brauchen die internationalen Märkte für Getreide und Ölsaaten diesmal doch einige Zeit länger um die neuen und zum Teil deutlich veränderten Daten zu den Anbauflächen und zur Entwicklung der Lagerbestände in den USA einzuordnen und zu verdauen. Im Ergebnis der Reports und haben sich auch die Markteinschätzungen der vieler große institutioneller Anleger rund Fonds verändert und damit auch ihre Erwartung an steigende oder fallende Preise bei Weizen, Mais oder Soja. Dies ist zumindest ein Grund für die sehr kräftigen Preisausschläge der letzten beiden Tage. Hinzu kommt die erneut wachsende Befürchtung, das der Winterweizen im Süden der USA ind en nächsten Wochen zu wenig Regen bekommt.
 
Neue Streiks in Südamerika
Bei Sojabohnen stützen zudem Meldungen über beginnende Streiks in Argentinien die Preise, obwohl gleichzeitig die argentinische Getreidebörse in Buenos Aires ihre Ernteschätzung um 1,5 Mio. t auf 58,5 Mio. t nach oben gesetzt hat. Auch in Brasilien planen die die LKW-Fahrer ihren Streik im April wieder aufzunehmen, berichten Händler. Das hätte Auswirkungen sowohl auf den Soja- als auch auf den Maismarkt. AM Donnerstag Abend (MEZ) dürften zudem die aktuellen Exportdaten der USA und der Europäer maßgeblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Getreide- und Ölsaatenpreise an den Terminmärkten nehmen.
 
USA: Weizen zieht wieder kräftig an
Am Mittwoch (01.04) sind die Weizenpreise (Maikontrakt) am Terminmarkt in Chicago (nach den heftigen Verlusten vom Vortag) wieder kräftig gestiegen. Der Maikontrakt notierte am Ende des Handelstages 3,3 % höher bei 528,4 Ct je Buschel (180,2 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter steigen die Preise um 2,3 % auf 572 USD/ je Buschel (195 Euro). Am Donnerstag Nachmittag (MEZ) liegen die Weizenpreise in Chicago wieder 0,52 % im Minus bei 525,6 Ct je Buschel (179,4 Euro).
 
Mais und Soja korrigieren nach oben
Für den Mais sind die Preise am Terminmarkt in Chicago (nach dem drastischen Preisrutsch vom Vortag) am Mittwoch um 1,5% auf 381,6 Ct je Buschel (139,5 Euro/t) gestiegen. Am Donnerstag Nachmittag (MEZ) liegen die Maispreise in Chicago im 0,8 % im Minus bei 378,6 Ct je Buschel (138,2 Euro). Die Sojabohne (Maikontrakt) hat am Mittwoch um 1,7 % auf 989,6 Ct je Buschel (337,5 Euro/t zugelegt. Am Donnerstag Nachmittag (MEZ) liegen die Sojapreise 0,9 % im Minus bei 981,2 Ct (335 Euro). Für Sojaschrot (Maikontrakt) sind die Preise am Mittwoch in Chicago um 1,6 % auf 331,9 USD/st (339,5 Euro/t) gestiegen und liegen am Donnerstag Nachmittag (MEZ) 1,0 % im Minus. Für Sojaöl (Mai) haben die Preise am Mittwoch um 1,0 % auf 30,69 Ct/lb (627 Euro/t) zugelegt und sind am Donnerstag Nachmittag (MEZ) unverändert.
 
Euro erholt sich, Ölpreis schwankt weiter
Der Euro hat am Mittwoch gegenüber dem Dollar um 0,2 % an Wert gewonnen und notierte bei 1,0775 USD. Am Donnerstag Nachmittag notiert der Euro bei 1,0841 USD je Euro und damit 0,61 % im Plus. Der Rohölpreis (WTI) ist am Mittwoch kräftig gestiegen, liegt jedoch am Donnerstag Nachmittag wieder deutlich im Minus. Am US-Terminmarkt gingen die WTI-Kurse für den Maitermin am Mittwoch um 5,2 % auf 50,02 USD je Barrel nach oben. Im vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Donnerstag Nachmittag (MEZ) 2,2 % im Minus bei 49,03 USD je Barrel. Der Preis für das Nordseeöl Brent ist am Mittwoch um 3,6 % auf 57,10 USD je Barrel gestiegen. Im vorbörslichen Handel am Donnerstag Nachmittag liegen die Brent-Preise 2,8 % im Minus bei 55,51 USD je Barrel.
 
Weizenpreise nach Anstieg, etwas schwächer
Die Weizenpreise sind am europäischen Terminmarkt am Mittwoch (01.04) im Sog des US-Weizens kräftig gestiegen. Der Maikontrakt für den MATIF-Weizen notierte bei 190,75 Euro und damit 3,25 Euro bzw. 1,7 % höher als am Vortag (187,50 Euro). Die neue Ernte (September) kostete am Ende des gestrigen Handelstages 191,0 Euro und damit 2,25 Euro mehr als am Vortag (188,75 Euro). Damit sind die Preise für die neue Weizenernte (September) 0,25 Euro höher als die Preise für den aktuellen Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (190,25 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 0,50 Euro höher. Am Donnerstag Nachmittag wird der Weizen (Maikontrakt) am europäischen Terminmarkt mit einem Preisaufschlag von 0,50 Euro bei 191,25 Euro/t gehandelt und die neue Ernte kostet 191,50 Euro und damit ebenfalls 0,50 Euro mehr.
 
Maispreise verändern sich wenig
Die Maispreise sind am europäischen Terminmarkt am Mittwoch leicht gestiegen. Der Junikontrakt beendete den Handel mit 164,25 Euro/t und damit 0,50 Euro bzw. 0,3 % höher als am Vortag (163,75 Euro). Der Augustkontrakt notierte bei 171,50 Euro und damit 1,25 Euro höher als am Vortag (170,25 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 175,25 Euro und damit 1,25 Euro mehr als am Vortag (174,0 Euro) sowie 11,0 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (194,0 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 29,75 Euro niedriger. Am Donnerstag Nachmittag wird der Mais (Junikontrakt) am europäischen Terminmarkt mit 0,25 Euro höheren Preisen bei 164,50 Euro/t gehandelt, während die neue Ernte 175,0 Euro kostet und damit 0,25 Euro weniger als am Vortag.
 
Raps beginnt am Donnerstag schwächer
Die Rapsreise sind am europäischen Terminmarkt am Mittwoch im Sog der Sojapreise gestiegen. Der Maitermin beendete den Handel bei 368,25 Euro/t und damit 1,25 Euro bzw. 0,3 % % höher als am Vortag (367,0 Euro). Die neue Ernte (August) kostete 360,75 Euro und damit 1,25 Euro mehr als am Vortag (359,50 Euro). Der Novemberkontrakt wurde mit einem Aufschlag von 1,25 Euro bei 362,75 gehandelt. Gleichzeitig kostete die neue Rapsernte (August) 7,25 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (370,50 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 2,25 Euro niedriger. Am Donnerstag Nachmittag wird der Raps (Maikontrakt) am europäischen Terminmarkt mit 0,25 Euro niedrigeren Preisen bei 368,0 Euro/t gehandelt. Die neue Ernte kostet 359,0 Euro und damit sogar 1,75 Euro weniger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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