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Börsentelegramm

Bärische Märkte bei Getreide und Ölsaaten

von , am
27.04.2015

Mit deutlich nachgebenden Weizenpreisen in den USA und in Europa sowie mit kräftigen Preisabschlägen für Raps und Mais endete die letzte Woche an den Terminmärkten.

© imageteam/fotolia.de
 
Mit deutlich nachgebenden Weizenpreisen in den USA und in Europa sowie mit kräftigen Preisabschlägen für Raps und Mais endete die letzte Woche an den Terminmärkten. Für Sojabohnen und Sojaschrot gaben die Preise in den USA ebenfalls nach. Die neue Woche beginnt im vorbörslichen Handel in den USA mit leicht festeren Preisen für Weizen. Auch Soja startet in Chicago in die neue Woche im Plus während die Maispreise auch am Montag im vorbörslichen Handel weiter nachgeben.
 
Kanada baut mehr Weizen, Mais und Gerste an
An den US-Märkten hatte am Freitag vor allem die aktuellen Anbaudaten vom Top-Getreideexporteur Kanada Preisdruck ausgelöst. Das kanadische Statistikamt meldete am Freitag bei Weizen, Mais, Gerste und Hafer kräftige Anbauausweitungen im Vergleich zum Vorjahr (2014). Bei Raps (Canola) geht die Anbaufläche hingegen zurück, ebenso bei Soja. Darüber hinaus hatte der Internationale Getreiderat (IGC) am Freitag die für 2015 erwartete globale Maisernte nach oben korrigiert und die globale Weizenernte weiterhin über  der 700 Mio. t veranschlagt. Sowohl bei Weizen, vor allem aber bei Mais, übersteigt der erwartete globale Verbrauch im neuen Wirtschaftsjahr jedoch die Produktion. Aus Südamerika wurden Ende der Woche indessen erneut sehr hohe Ernteprognosen aus der laufenden Ernte vor allem bei Soja, aber auch bei Mais gemeldet.
 
Ernteschätzungen des Internationen Getreiderates (IGC) für Weizen und für Mais:
 
USA: Weizenpreise geben weiter nach
Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise in Chicago im vorbörslichen Handel 0,3 % im Plus bei 487,4 Ct je Buschel (164,7 Euro). Für den in Kansas gehandelte proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter liegen die Preise am Montag Vormittag sogar 0,7 % im Plus bei 505,4 Ct je Buschel (170,7 Euro). Am vorigen Freitag (24.04) hatten die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago hingegen kräftig nachgegeben. Der Maikontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) ging mit einem Abschlag von 2,4 % bei 486 Ct je Buschel (164,2 Euro/t) aus dem Handel. Im Wochenvergleich haben sich die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago damit um knapp 2 % nachgegeben. Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter gingen die Preise am vorigen Freitag sogar um 2,8 % auf 502,2 USd je Buschel (169,7 Euro) zurück. Im Wochenvergleich haben die Preise für den Hard Red Winter damit um 1,4 % nachgegeben.
 
USA: Maispreise schwach, Sojapreise eher seitwärts
Am Montag Vormittag (MEZ) bewegen sich die Maispreise in Chicago im vorbörslichen Handel 0,6 % im Minus bei 381,0 Ct je Buschel (138,0 Euro). Am Ende der vorigen Woche haben die Terminmarktpreise für den Mais in den USA bereits um 1,7 % auf 364,4 Ct je Buschel (131,9 Euro/t) nachgegeben. Im Wochenvergleich sind die Maispreise in Chicago damit um 4,0 % zurückgegangen. Die Sojabohne (Maikontrakt) hat am Freitag um 0,9 % auf 969,6 Ct je Buschel (327,7 Euro/t) nachgegeben. Im Wochenvergleich haben sich die Sojapreise in Chicago jedoch fast nicht verändert. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise 0,1 % im Plus bei 971,0 Ct je Buschel (328 Euro). Für Sojaschrot (Maikontrakt) sind die Preise am Freitag in Chicago um 0,6 % auf 314,6 USD/st (318,9 Euro/t) zurückgegangen und bewegen sich am Montag Vormittag erneut 0,2 % im Minus. Für Sojaöl (Mai) haben die Preise am Freitag um 1,1 % auf 31,67 Ct/lb (642 Euro/t) nachgegeben und liegen am Montag Vormittag jedoch 0,5 % im Plus.
 
Euro behauptet sich, Rohöl uneinheitlich
Der Euro hat sich am Freitag gegenüber dem Dollar leicht zugelegt und notierte bei 1,0875 USD und liegt am Montag Vormittag bei 1,0861 USD je Euro und damit 0,1 % im Minus. Im Wochenvergleich ist der Kurs des Euro gegenüber dem Dollar um 0,7 % gestiegen. Der Rohölpreis (WTI) ist am Freitag zurückgegangen und liegt am Montag Vormittag erneut ganz leicht im Minus. Am US-Terminmarkt gaben die WTI-Kurse für den Maitermin am Freitag um 1,0 % auf 57,15 USD je Barrel nach. Im elektronischen Handel liegen die Preise am heutigen Montag Vormittag (MEZ) 0,1 % im Plus bei 57,08 USD je Barrel. Gleichzeitig hat der Preis für das Nordseeöl Brent am Freitag um 0,7 % auf 65,28 USD je Barrel zugelegt. Im elektronischen Handel am Montag liegen die Brent-Preise 0,1 % im Plus bei 65,36 USD.
 
Weizenpreise erneut unter Druck
Am Freitag hatten die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt deutlich nachgegebenen. Der Maikontrakt für den MATIF-Weizen ging am Freitag mit 183,0 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (185,0 Euro) sind die Preise um 1,1 % oder 2,0 Euro zurückgegangen. Gegenüber der Vorwoche (182,75 Euro) haben sich die Weizenpreise an der MATIF jedoch kaum verändert. Die neue Ernte (September) notiert am Freitag bei 182,75 Euro und damit sogar 2,75 Euro niedriger als am Vortag (185,50 Euro) und 1,25 Euro niedriger als vor einer Woche (184,0 Euro). Gleichzeitig waren die Preise für die neue Weizenernte (September) 0,25 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (205,50 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 22,25 Euro niedriger.
 
Maispreise geben weiter nach
Am vorigen Freitag haben die Maispreise am europäischen Terminmarkt ebenfalls nachgegeben. Der Junikontrakt beendete den Handel am Freitag mit 160,75 Euro/t und damit 1,25 Euro bzw. 0,8 % niedriger als am Vortag (162,0 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (162,75 Euro) sind die Preise an der MATIF um rund 1,1 % bzw. 2,0 Euro zurückgegangen. Der Augusttermin notierte am Freitag bei 166,50 Euro und damit 2,0 Euro niedriger als am Vortag (168,50 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 168,75 Euro und damit 2,0 Euro weniger als am Vortag (170,75 Euro) sowie 8,00 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (196,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 35,75 Euro niedriger.
 
Rapspreise vor allem für die neue Ernte unter Druck
Am vorigen Freitag haben die Rapspreise am europäischen Terminmarkt ganz besonders für die hinteren Termine (neue Ernte) nachgegeben. Der Maitermin beendete den Handel am Freitag bei 375,50 Euro/t und damit 3,0 Euro bzw. 0,8 % niedriger als am Vortag (378,50 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (374,0 Euro) sind die Preise an der MATIF immer noch 0,4 % bzw. 1,50 Euro höher. Die neue Ernte (August) kostete am Freitag 359,75 Euro und damit 5,00 Euro weniger als am Vortag (364,75 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (361,25 Euro) sind die Preise an der MATIF rund 0,4 % bzw. 1,50 Euro niedriger. Der Novemberkontrakt wurde am Freitag mit 360,25 sogar 6,25 Euro sogar niedriger gehandelt als am Vortag (366,25). Gleichzeitig kostete die neue Rapsernte (August) 15,75 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (363,75 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 11,75 Euro höher.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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