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Börsentelegramm

Bärische Meldungen haben die Oberhand

von , am
23.07.2015

Die Veränderungen an den Terminmärkten in Paris und Chicago waren durchweg negativ. Der vorbörsliche Handel ist heute ausgeglichen. Canola notiert ebenfalls wieder im Plus. Der Euro steht zum Dollar bei 1,094, das heißt etwa unverändert. Die Rohölpreise mussten gestern wieder starke Kursverluste erleiden, sind jedoch heute neutral.

© Imago/Westend61
Mais in Paris schloss mit 184 Euro/t (-1,75), Raps (November) bei 390,75 Euro/t (-0,50) und Weizen (September) bei 186,50 Euro/t (-2,25).
Russland ist in den vergangenen Tagen extrem aggressiv am Markt aufgetreten. Doch Insider vermuten, dass die Mengen, die von den russischen Exporteuren angeboten werden, etwas abflauen werden. Dennoch stand gestern alles im Zeichen von Preisrücknahmen.
Ebenfalls preisdrückend sind Meldungen über eine höhere Regenwahrscheinlichkeit in Australien für nächste Woche. Momentan haben die bärischen Meldungen die Überhand. Wir erwarten jedoch, dass sich dieses Blatt in Kürze wieder wendet.
 
Am heutigen Vormittag (MEZ) beginnen die Weizenpreise (Septemberkontrakt) in Chicago den vorbörslichen Handel ausgeglichen bei 521 Ct/Bushel (175,40 Euro/t), Hard Red Winter bei 516,6 Ct/Bushel (173,0 Euro/t). Mais ist leicht im Minus, der Septemberkontrakt an der CME notiert bei 401-4, das sind 144 Euro/t. Sojabohnen können sich erstaunlicherweise gut halten. Sie verzeichnen heute vorerst ein leichtes Plus in der Übernachtbörse und notieren mit 1,022 Dollar pro Bushel (27 kg).
 
International
Der Iran kaufte 180.000 t Mais in Brasilien. Diese Käufe können aber den momentanen Abwärtstrend an den Getreidemärkten nicht bremsen. Die globalen Wachstumsbedingungen, vor allem in den USA, sehen zurzeit deutlich besser aus. Dazu kommt die allgemeine Deflation in allen Rohstoffsektoren. Bei den Ölsaaten verbreitet sich die allgemeine Erkenntnis, dass die letzten Schätzungen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) völlig daneben waren. Selbst wenn man in den USA für Sojabohnen einen Ertrag von 45 Bushel/Acre (3 t/ha) unterstellt - das wäre der zweithöchste Ertrag überhaupt - werden sich die Endlagerbestände um 40 Prozent reduzieren. Dazu kommen die bekannten Probleme bei Raps, Sonnenblumen und Palmöl. Das Abwärtspotenzial im Ölsaatenkomplex bleibt deswegen sehr überschaubar.
 
Aussichten
Der Weizenkontrakt hat die feste Unterstützung bei 188 Euro/t erreicht. Wir denken, dass hier ein Umkehrpunkt gekommen ist. Allgemein wird nach den rasanten Kursrückgängen in dieser Woche eine Korrektur erwartet.
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