Login
Börsentelegramm

Bullische Daten beim US-Weizen, Mais und Soja bärisch

von , am
01.10.2015

Am Mittwoch sind die Weizenpreise in den USA kräftig gestiegen und auch am europäischen Terminmarkt hat der Weizen zugelegt.

© tom - Fotolia.com
 
Am Mittwoch sind die Weizenpreise in den USA kräftig gestiegen und auch am europäischen Terminmarkt hat der Weizen zugelegt. In Europa beendete der vordere Weizen den Handel bei 174,50 Euro. In den USA kletterte der Chicago-Weizen bis auf knapp 513 Cent je Buschel (169 Euro/t). Etwas gestiegen sind am Mittwoch auch die Preise für die Sojabohnen. Die Rapspreise pendelten hingegen mit 367,50 Euro seitwärts. Nach unten ging es in Europa hingegen für die Maispreise und auch in den USA hatten die Maispreise leicht nachgegeben.
 
Am Donnerstag wird der Chicago-Weizen erneut zu steigenden Preisen gehandelt und in Europa starten die Weizenpreise deutlich im Plus. Die Preise für US-Mais bewegen sich am Donnerstag zum Handelsbeginn ganz leicht im Minus, in Europa liegen die vorderen Maispreise hingegen leicht im Plus und die hinteren Termine deutlich im Plus. Die Sojapreise beginnen den Handel am Donnerstag ebenfalls leicht fester und auch der Raps bewegt sich zunächst nach oben.
 
Der Euro hat am Mittwoch gegenüber den USD um 0,8 % auf 1,1179 USD verloren. Das Rohöl WTI wurde am Mittwoch fast unverändert mit 45,09 USD je Barrel gehandelt.
 
US-Weizenernte deutlich kleiner als erwartet
Verantwortlich für den kräftigen Preisanstieg beim Weizen waren am Mittwoch die USDA zur aktuellen US-Ernte. Das USDA meldete nämlich mit nur noch 55,8 Mio. t eine Weizenernte die etwa 2,3 Mio. t kleiner war als noch Mitte September vom USDA mit 58,1 Mio. t selbst erwartet wurde und 2,4 Mio. t kleiner als die Analysten im Vorfeld des Reports mit 58,2 Mio. t erwartet hatten.
Ursache war dass die Winterweizenernte sehr kräftig auf 37,3 Mio. t zurückgenommen wurden von zuvor erwarteten 39,1 Mio. t und damit sogar noch kleiner wie im vorigen Jahr mit 37,5 Mio. t.
Während aber die Ernte von Hard Red Winter mit 22,5 Mio. t trotz einer nach unten korrigierten Produktion von jetzt 22,5 Mio. t größer ist als 2014 (20,1), bricht die Produktion von Soft Red Winter um 21 % auf 9,8 Mio. t ein (Vj: 12,4).
 
Bestandsdaten für Weizen bullisch, für Mais bärsich
Die US-Bestandsdaten zum Stichtag 1. September trafen hingegen nur beim Mais in etwa die Erwartungen der Analysten. Die Analysten waren in ihrer Konsensschätzung davon ausgegangen dass die Weizenbestände mit 58,9 Mio. t rund 7,0 Mio. t größer sind als im vorigen Jahr zum gleichen Termin (51,9). Das USDA meldete deutlich kleinere Bestände von nur 56,8 Mio. t (Bullisch).
Bei Mais erwartet die Analysten Bestände von 43,7 Mio. t im Vergleich zu 31,0 Mio. t im Vorjahr und damit einen Anstieg von 12,7 Mio. t (!!). Das USDA meldete Bestände 44,0 Mio. t. und damit etwas größere Bestände als von den Analysten erwartet (bärisch).
Beim Soja gingen die Analysten zum Stichtag 1. September von Sojabeständen von 5,5 Mio. t aus nach Beständen von 2,5 Mio. t im vorigen Jahr und damit von einer Verdopplung der Bestände. Das USDA meldete indessen etwas kleinere Sojabestände von 5,2 Mio. t (neutral bis bullisch).
 
EU: Weizenpreise folgen US-Notierungen
Der vordere Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Mittwoch mit 174,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (173,75 Euro) haben die Dezemberpreise damit um 0,4 % bzw. 0,75 Euro zugelegt. Der Märzkontrakt für den MATIF-Weizen wurde mit 182,75 Euro/t gehandelt. Gegenüber dem Vortag (182,0 Euro) haben die Märzpreise damit um 0,75 Euro zugelegt. Das Preisniveau der Vorwoche (174,75 Euro) wurde vom Dezemberweizen um 0,25 Euro verfehlt. Das sehr niedrige Kursniveau vom vorigen Jahr (151,50 Euro) übertrafen die Weizenpreise für den Dezembertermin um 23,0 Euro bzw. 15,2 %.
 
Am heutigen Donnerstag (13:00) wird der vordere Weizen am europäischen Terminmarkt zu steigenden Preisen gehandelt. Der Dezember-Weizen liegt 2,0 Euro im Plus und notiert bei 176,50 Euro. Der nachfolge März-Weizen legt um 7,75 Euro zu und liegt bei 184,50 Euro.
 
EU: Maispreise am Donnerstag im Plus
Die Maispreise sind am europäischen Terminmarkt am Mittwoch zurückgegangen. Der Novemberkontrakt (neue Ernte) beendete den Handel bei 161,25 Euro/t und damit 1,25 Euro bzw. 0,8 % niedriger als am Vortag (162,50 Euro). Der Januarkontrakt notierte bei 169,50 Euro und damit 1,50 Euro niedriger als am Vortag (171,0 Euro). Das Preisniveau der Vorwoche (162,50 Euro) wurde vom November-Mais um 1,25 Euro verfehlt. Die Maispreise vom Vorjahr (138,75 Euro) wurden am europäischen Terminmarkt deutlich um 22,50 Euro bzw. 16,2 % übertroffen.
 
Am heutigen Donnerstag (13:00) wird der vordere Maiskontrakt am europäischen Terminmarkt zu steigenden Preisen gehandelt. Der November-Mais notiert 1,0 Euro höher bei 162,25 Euro. Der Januarkontrakt notiert hingegen 1,75 Euro höher als am Vortag bei 171,25 Euro/t.
 
EU: Rapspreise weiterhin seitwärts
Die Rapspreise haben sich am Mittwoch am europäischen Terminmarkt erneut behauptet. Der Novemberkontrakt wurde mit 367,50 Euro gehandelt und damit zu 0,25 Euro höheren Preisen als am Vortag (367,25 Euro). Der Februarkontrakt notierte bei 366,50 Euro und unverändert zum Vortag (366,50). Das Preisniveau der Vorwoche (365,0 Euro) wurde vom November-Raps um 2,50 Euro übertroffen. Im Vergleich zum Vorjahr (313,25 Euro) sind die aktuellen Rapspreise (November) am europäischen Terminmarkt 54,25 Euro bzw. 17,3 % höher.
 
Am heutigen Donnerstag (13:00) beginnen die Rapspreise den Handel am europäischen Terminmarkt fester. Der November-Raps notiert 1,25 Euro höher bei 368,75 Euro. Der Februar-Kontrakt notiert 1,0 Euro höher bei 367,50 Euro.
 
USA: Kleinere Ernte hilft Weizenpreisen
Am Mittwoch (30.09) haben die Weizenpreise am US-Terminmarkt in Chicago (wegen der deutlich kleineren US-Ernte und niedrigerer Bestände) kräftig zugelegt. Der Dezember-Termin beendete den Handel 1,8 % höher bei 512,6 Cent je Buschel (168,5 Euro/t). Der März-Kontrakt für den Chicago-Weizen notierte 1,6% höher bei 519,4 Cent je Buschel (170,8 Euro/t). Das Preisniveau der Vorwoche (507,4 Cent je Buschel) übertraf der Dezember-Weizen um 1,0 %. Das Preisniveau vom Vorjahr (492 Cent je Buschel) übertrafen die Weizenpreise (Dezember) in Chicago um etwa 4,2 %.
 
Am Donnerstag beginnen die Weizenpreise (Dezemberkontrakt) in Chicago den Handel erneut 0,9 % im Plus bei 517,4 Cent je Buschel (170,2 Euro/t).
 
USA: Große Bestände drücken Maispreise
Die Maispreise sind am Mittwoch am Terminmarkt in Chicago wegen der großer als erwarteten Lagerbstände leicht zurückgegangen. Der Dezemberkontrakt (neue Ernte) notierte 0,3 % niedriger bei 387,6 Cent je Buschel (136,5 Euro/t). Der nachfolgende März-Kontrakt beendete den Handel 0,3 % niedriger bei 398,6 Cent je Buschel (140,3 Euro/t). Das Preisniveau der Vorwoche (383,2 Cent) übertrifft der Dezember-Mais um 1,1 %. Das Preisniveau vom Vorjahr (323 Cent je Buschel) wird am US-Terminmarkt vom Dezemberkontrakt um 20,0 % übertroffen.
 
Am Donnerstag starten die Maispreise (Dezemberkontrakt) in Chicago 0,2 % im Plus bei 388,4 Cent je Buschel (136,8 Euro/t) in den Handel.
 
USA: Sojapreise steigen weiter
Die Preise für Sojabohnen sind am Mittwoch am Terminmarkt in Chicago moderat gestiegen. Der vordere Novemberkontrakt (neue Ernte) notierte 0,9 % höher bei 892 Cent je Buschel (293,4 Euro/t). Der nachfolgende Januar-Kontrakt beendete den Handel 0,7 % höher bei 894 Cent je Buschel (294 Euro/t). Das Preisniveau der Vorwoche (863,6 Cent je Buschel) übertrifft der November-Kontrakt immerhin um 3,2 %. Das Preisniveau vom vorigen Jahr (929 Cent) wurde am US-Terminmarkt durch den Novemberkontrakt um 4,0 % verfehlt.
 
Am Donnerstag (13.00) notieren die vorderen Sojapreise (Novemberkontrakt) 0,2 % höher bei bei 893,6 Cent je Buschel (293,9 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke
Auch interessant