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Börsentelegramm

Deutliche Korrekturen bei Weizen, Mais und Ölsaaten

von , am
16.10.2015

Am Donnerstag haben die Weizenpreise in den USA nachgegeben. Unter (Ernte)Druck standen am Donnerstag die Maispreise in den USA.

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© Torbz/fotolia.de
 
Am Donnerstag haben die Weizenpreise in den USA nachgegeben. In Europa hat sich der vordere Weizen behauptet und die hinteren Termine sind relativ deutlich nach unten gerutscht. Der vordere Weizentermin (Dezember) in Europa beendete den Handel am Donnerstag bei 177,50 Euro und der Märzkontrakt bei 184,25 Euro.. In den USA gab der vordere Chicago-Weizen (SRW) um 1,1 % auf 502,4 Cent je Buschel (162 Euro/t) nach und der proteinreiche Kansas-Weizen (HRW) ging um 0,9 % auf 496,2 Cent je Buschel (160 Euro) zurück.
 
Unter (Ernte)Druck standen am Donnerstag die Maispreise in den USA. In Europa ging es mit den Terminmarktpreisen für Mais ebenfalls deutlich nach unten. Der vordere Mais beendete den Handel am europäischen Terminmarkt bei 161,25 Euro. In den USA ging der vordere Maiskontrakt um weitere 0,9 % auf 375,4 Cent je Buschel (130 Euro) zurück.
 
Um rund 0,6 % auf 905,2 Cent je Buschel (292 Euro) nachgegeben haben am Donnerstag die Preise für Sojabohnen. Noch stärker um 1,2 % sind am US-Terminmarkt Preise für Sojaschrot gefallen. Vor diesem Hintergrund haben auch die Rapspreise nachgegeben und der vordere Novembertermin fiel auf 375,75 Euro.
 
Freitag: Weizen und Soja fester, Mais schwächer
Am heutigen Freitag beginnt der Chicago-Weizen den vorbörslichen Handel leicht im Plus. Das dürfte auch die Weizenpreise in Europa stützen. Die Preise für US-Mais bewegen im vorbörslichen Handel hingegen weiter nach unten und dürften damit auch auf die Maispreise in Europa drücken. Die Sojabohne beginnt den Handel am Freitag ebenfalls etwas höheren Preisen. Dies dürfte zum Handelsbeginn auch die Rapspreise in Europa nach oben ziehen.
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Der Euro hat am Donnerstag gegenüber den USD um 0,8 % auf 1,1394 USD nachgegeben. Das Rohöl WTI gab am Donnerstag um 0,6 % auf 46,38 USD je Barrel nach.
 
Frankreich exportiert noch mehr Weizen
Der neuerliche Preisdruck beim Weizen in Chicago kommt vom Wettbewerb an den Exportmärkten. Dort ist der US-Weizen nach wie vor deutlich zu teuer und gegenüber der Ware aus Europa und vom Schwarzen Meer nicht Konkurrenzfähig. Während das USDA die Erwartungen an die US-Exporte immer weiter nach unten schraubt, hat die französische Agrarbehörde FranceAgrimer die Erwartungen an Frankreich Ausfuhren (auch wegen er sehr großen Ernte) weiter nach oben gesetzt.
 
Die Franzosen gehen jetzt von Weichweizenexporten von 19,2 Mio. t aus, nachdem man von vier Wochen noch 18,8 Mio. t erwarte hatte und es im Rekordjahr 2014/15 knapp 19,4 Mio. t waren. Von den 19,2 Mio. t sollen 7,6 Mio. t am europäischen Binnenmarkt abgesetzt werden und 11,6 Mio. t in Drittländer. Dagegen rechnet France Agrimer mit einem Rückgang der französischen Körnermaisexporte von 8,0 Mio. t im vorigen Jahr auf nur noch 5,5 Mio. t in diesem Jahr (dav. 5,14 Mio. in andere EU-Länder).
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Preisdruck durch Mais- und Sojaernte in den USA
In den USA sorgt die zügiger als im vorigen Jahr laufende Mais und Sojaernte für erheblichen Druck auf die Kassamärkte. Darüber hinaus ist der Erntefortschritt bei Soja weiterhin größer als bei Mai. Bis zum 11. Oktober waren etwa 42 % der US-Maisfläche abgeerntet nach 27 % in der Vorwoche und nur 23 % im vorigen Jahr zu diesem Termin. Die Sojaernte war bis zum 11. Oktober allerdings schon zu 62 % (!!) eingebracht, nach einem Erntefortschritt von 42 % in der Vorwoche und nur 37 % im vorigen Jahr zu diesem Termin.
 
EU: Weizen behauptet sich bei knapp 178 Euro
Der vordere Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Donnerstag mit 177,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (177,50 Euro) haben sich die Dezemberpreise damit nicht verändert. Der Märzkontrakt für den MATIF-Weizen wurde am Donnerstag mit 184,25 Euro/t gehandelt. Gegenüber dem Vortag (185,25 Euro) haben die Märzpreise damit um 1,0 Euro nachgegeben. Das Preisniveau der Vorwoche (178,75 Euro) wurde vom Dezemberweizen um 1,25 Euro verfehlt. Das Kursniveau vom vorigen Jahr (158,75 Euro) übertrafen die Weizenpreise für den Dezembertermin hingegen um 18,75 Euro bzw. 11,8 %.
 
EU: Mais gibt auf 161 Euro nach
Die Preise für Körneramis haben am europäischen Terminmarkt am Donnerstag deutlich nachgegeben. Der Novemberkontrakt (neue Ernte) beendete den Handel bei 161,25 Euro/t und damit 2,25 niedriger als am Vortag (163,50 Euro). Der Januarkontrakt notierte bei 169,50 Euro und damit sogar 2,75 Euro niedriger als am Vortag (172,25 Euro). Das Preisniveau der Vorwoche (165,75 Euro) wurde vom November-Mais um 4,50 Euro verfehlt. Die Maispreise vom Vorjahr (141,75 Euro) wurden am europäischen Terminmarkt deutlich um 19,75 Euro bzw. 13,8 % übertroffen.
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EU: Raps fällt deutlich unter 380 Euro
Die Rapspreise haben am Donnerstag am europäischen Terminmarkt ebenfalls deutlich nachgegeben. Der Novemberkontrakt wurde mit 376,75 Euro gehandelt und damit zu 2,75 Euro niedrigeren Preisen als am Vortag (379,50 Euro). Der Februarkontrakt notierte bei 375,50 Euro und damit 3,0 Euro niediger als am Vortag (378,50). Das Preisniveau der Vorwoche (376,50 Euro) wurde vom November-Raps um 0,25 Euro übertroffen. Im Vergleich zum Vorjahr (322,75 Euro) sind die aktuellen Rapspreise (November) am europäischen Terminmarkt 54,0 Euro bzw. 16,7 % höher.
 
USA: Weizenpreise noch knapp über 500 Cent
Am Donnerstag (15.10) haben die Weizenpreise am US-Terminmarkt in Chicago nachgegeben. Der Dezember-Termin beendete den Handel 1,1 % niedriger bei 502,4 Cent je Buschel (162,0 Euro/t). Der März-Kontrakt für den Chicago-Weizen notierte 1,2 % niedriger bei 510,6 Cent je Buschel (164,7 Euro/t). Das Preisniveau der Vorwoche (516,6 Cent je Buschel) verfehlt der Dezember-Weizen um 2,7 %. Das Preisniveau vom Vorjahr (511 Cent je Buschel) verfehlen die Weizenpreise (Dezember) in Chicago um etwa 1,7 %.
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USA: Mais fällt in einer Woche um 5 Prozent
Die Preise für Körnermais sind am Donnerstag am Terminmarkt in Chicago unter dem Druck der laufenden Ernte weiter zurückgegangen. Der Dezemberkontrakt (neue Ernte) notierte 0,9 % schwächer bei 375,2 Cent je Buschel (129,8 Euro/t). Der nachfolgende März-Kontrakt beendete den Handel 0,8 % niedriger bei 386,2 Cent je Buschel (133,6 Euro/t). Gleichzeitig wird der Dezember-Mais etwa 5,2 % niedriger gehandelt als vor einer Woche (395,6 Cent). Das Preisniveau vom Vorjahr (354 Cent je Buschel) wird am US-Terminmarkt vom aktuellen Dezemberkontrakt um 6,0 % übertroffen.
 
USA: Sojapreise schwächer, aber über 900 Cent
Die Preise für Sojabohnen haben am Donnerstag am Terminmarkt in Chicago unter dem Druck der zügig laufenden Ernte nachgegeben. Der vordere Novemberkontrakt (neue Ernte) notierte 0,6 % schwächer bei 905,2 Cent je Buschel (292 Euro/t). Der nachfolgende Januar-Kontrakt beendete den Handel 0,6 % niedriger bei 909 Cent je Buschel (293,2 Euro/t). Das Preisniveau der Vorwoche (891 Cent je Buschel) wurde vom November-Kontrakt um 1,6 % übertroffen. Das Preisniveau vom vorigen Jahr (918 Cent) wurde am US-Terminmarkt durch den Novemberkontrakt hingegen um 1,5 % verfehlt.
 
Dr. Olaf Zinke
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