Login
Börsentelegramm

Durchwachsene Agrarmärkte

von , am
16.01.2015

An den Warenterminbörsen in Chicago und Paris begann der gestrige Handelstag durchweg positiv mit deutlich steigenden Signalen.

© Mühlhausen/landpixel
 
Der gestrige Handelstag begann durchweg positiv. Die entsprechenden Signale von der elektronischen Börse aus Chicago schlugen sich in ansehnliche Kurssteigerungen in Paris nieder. Mit Eröffnung des Parketthandels in den USA drehte dort aber die Stimmung und beeinflusste auch unsere Akteure. Jedoch behielten hierzulande die Bullen die Oberhand, während am CBoT die Bären regieren. Hauptsächlich der Sojamarkt muss kräftig Federn lassen. Aber auch Weizen und Mais geben weiter nach. Der Eurokurs fällt weiter, und erreicht den tiefsten Stand seit 2003. Auch Rohöl gibt wieder nach.Heute Morgen sind die Vorzeichen am CBoT lediglich für den Weizen auf grün.
 
EU Weizen stabilisiert sich
Der Pariser Weizen kann sich nach den kräftigen Vortagesverlusten wieder etwas erholen. Die Exporte aus der EU, die mit 553.000 t bekanntgegeben wurden, laufen weiterhin gut, und die jüngste Order aus Ägypten über 240.000 t französischen Weizen überzeugte die Bullen. Die Kurse an der Matif ließen sich nicht von den schwachen US-Vorgaben beeinflussen und der Märzkontrakt legte 2,25 Euro auf 194,25 Euro / t zu. Die neue Ernte schaffte immerhin noch 1,50 Euro auf 190,75 Euro /t. Auch der weiter kräftig gefallene Euro dürfte die Erwartungen an die zukünftigen Exporte Auftrieb gegeben haben. Für die Amerikaner hingegen läuft es gegensätzlich. Ihre wöchentlichen Exporte wurden mit dürftigen 284.800 t bekanntgegeben, und der starke Dollar verhindert die Konkurrenzfähigkeit. Der Märzkontrakt am CBoT verliert 0,9 % auf 5,3275 US $ / bu. Damit hat er seit dem 18. Dezember über 1,2 US $ oder ca. 20 % verloren.
 
Matif Mais legt zu
Der Märzkontrakt an der Matif war nach dem 6. Januar in den freien Fall übergegangen und konnte gestern erstmals wieder mit einer Gegenbewegung aufwarten. Am Ende des Tages notierte er um 1,25 Euro höher bei 158,25 Euro / t. In Chicago litt der Mais unter der schwachen Bohne und einem Update von Informa, die mit einer neuen Flächenschätzung herauskamen. Demnach steigt die Anbaufläche um 600.000 Acres auf 88,621 Mio. Acres. Unterstützung bekam der Mais von den Exporten. Die gemeldeten 818.000 t lagen über den Erwartungen und wurden durch zusätzliche 127.000 t für die Japaner ergänzt. Der Märzmais gibt um 0,3 % auf 3,80 US $ / bu nach, bleibt aber oberhalb der wichtigen Hunderttageslinie.
 
Sojaschrot verliert kräftig
Die Bohne leidet unter dem schwachen Schrot, das mit einem Minus von 2,6 % auf 326,70 US $ / t für den Märzkontrakt den Tagesverlierer stellt. Der Kassamarkt ist reichlich versorgt, und die Verarbeitungzahlen lagen unter den Erwartungen. Die Verluste waren aber wohl in erster Linie technischer Natur, da die wichtige Hunderttagelinie nach unten durchbrochen wurde,und auch die psychologische 10 Dollarmarke nicht gehalten hat. Die Flächenschätzung von Informa weist einen Rückgang der Fläche 650.000 Acres auf 88,030 Mio. Acres aus, konnte aber die Bären nicht überzeugen. Die Verluste summieren sich auf 2,1 % und die Märzbohne settelt bei 9,91 US $ / bu.
 
Raps schließt uneinheitlich
Der Raps kann sich nur teilweise den negativen Vorgaben des Sojakomplexes entziehen. Der Februarkontrakt gibt 1,25 Euro ab und settelt bei 354 Euro / t. Die kommende Ernte setzt mit dem Augustkontrakt einen Kontrapunkt. Hier geht es um 1,50 Euro auf 352,75 herauf. Canola in Winnipeg schließt sich dem schwachen US Markt an und gibt 0,6 % auf451,40 Ca $ nach.
 
Dieter Jendrziak
Auch interessant