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Börsentelegramm

Durchwachsene Agrarmärkte nach USDA-Report

von , am
11.11.2014

© BAyer CropScience
Am gestrigen Handelstag lag der Fokus auf dem gegen 18 Uhr MEZ erscheinenden USDA Report. Die Börsianer hatten sich im Vorfeld ihren Erwartungen entsprechend positioniert und bekamen dann zumindest beim Mais eine kleine Überraschung präsentiert. Entgegen ihrer Annahme hatte die US-Behörde die Erträge nicht leicht angehoben sondern etwas zurückgenommen. Der daraufhin einsetzende Kurssprung hatte allerdings nicht lange Bestand, denn die Gewinne wurden auch schnell wieder realisiert. Für Weizen wurde der neu Bericht weitestgehend neutral bewertet, und bei der Bohne dominierten die sehr hohen Endbestände, und die nach wie vor knappe Versorgung des Marktes aufgrund der Logistikprobleme und der geringen Abgabebereitschaft der Farmer. Heute Morgen deutet sich durchweg rote Zahlen zum Handelsstart an.
 
Weizen ohne Überraschungen
 
Der Novemberkontrakt an der Pariser Matif hatte gestern seinen letzten Handelstag, und durch die Glattstellungen lag er den ganzen Tag über kräftig im Minus um am Ende bei 158,50 Euro je Tonne (t) mit einem Verlust von 4,25 Euro zu schließen. Der nun vordere Januar konnte die 170er Marke zurückerobern und settelte mit einem Plus von 1,25 Euro oder 0,75 Prozent (%) bei 170,25 Euro/t. Die erneute Anhebung der Ernte in der EU um 1,4 Millionen (Mio.) t auf 155,4 Mio. t durch das USDA konnte die Börsianer dabei nicht aus der Ruhe bringen, denn die globale Ernte wurde mit Minus 1,1 Mio. t leicht auf 719,9 Mio. t reduziert. In Chicago wertete man den neuen Bericht ebenfalls weitestgehend neutral. Der Dezemberweizen am CBoT settelt mit einem Plus von 0,5 % bei 5,1725 US Dollar je Bushel (bu). Getragen wird der Kursanstieg hier hauptsächlich von den kräftiger anziehenden Sommerweizenkursen in Minneapolis sowie zunehmenden Qualitätssorgen bei dem nördlichen Nachbarn in Kanada.
 
Mais mit Überraschungen
 
Die Börsianer in den Vereinigten Staaten hatten mit einer leichten Aufwärtskorrektur von ca.. 1 bushel/Acre in der laufenden US-Maisernte gerechnet. Das USDA Büro war hier allerdings anderer Meinung und meldete einen um 0,8 Bushel geringeren Ertrag von 173,4 bu/Acre. Das bedeutet in der Summe geringere Lagerbestände von 120 Mio. bushel. Daraufhin gab es ein kleines Kursfeuerwerk von bis zu 3 %, aber die Börsianer nahmen die Gewinne auch schnell wieder mit, denn die Ernte bleibt auf Rekordniveau, und die Versorgung ist überaus komfortabel. Zusätzlich waren hier und da Zweifel an der Einschätzung zu hören. Am Ende des Tages settelt der Dezembermais mit einem Plus von 0,5 % bei 3,6925 US Dollar/bu. In Paris legt der Januartermin 1,50 Euro oder 1 % auf 148,50 Euro / t zu.
 
Soja mit Verlusten
 
Das USDA sieht die Sojaernte in den Vereinigten Staaten leicht höher bei 108 Mio. t. Erwartet hatten die Börsianer eine etwas kräftigere Anstieg, was aber nichts an der überaus komfortablen Versorgungssituation änderte. Die Endbestände wurden mit 450 Mio. bushel unverändert gemeldet, was von den Börsianer nicht in dieser Höhe (441 Mio. bu) erwartet wurde, und so den Preisdruck auslöste. Ansonsten gab es keine größeren Überraschungen. Vor Veröffentlichung des Report's notierte die Bohne gut gelaunt im grünen Bereich, drehte dann aber schnell ins Minus und hatte am Ende 1,1 % auf 10,2575 US Dollar/bu verloren.
 
Raps mit Gewinnen
 
Für den Raps in Paris endete der Tag noch im grünen Bereich. Zwischenzeitlich lag er über 5 Euro im Plus, mit der schwachen Bohne schwand aber die Zuversicht. Am Ende verblieb dann noch ein kleiner Gewinn von 50 Cent auf 335 Euro/t. Canola in Winnipeg kann sein erhöhtes Kursniveau halten und legt 0.33 % auf 452,60 Ca Dollar zu.
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