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Börsentelegramm

Erhebliche Kursverluste

von , am
27.07.2015

Vor allem Mais und Soja verzeichneten mit zweistelligen Verlusten die größten Einbußen. Aber auch Weizen konnte sich den negativen Vorgaben nicht entziehen.

© Eisenhans/Fotolia
Deutlich trockeneres und wärmeres Wetter im mittleren Westen der USA sowie die Exportmengen aus Südamerika kommen wieder auf die Schirme der Marktteilnehmer und drücken auf die Kursgefüge.
 
Der Euro steht zum US-Dollar bei 1,1003 und somit leicht fester als am Vortag. An der Matif schloss Weizen (September) bei 185,75 Euro/t (-0,75), Raps (November) bei 384,25 Euro/t (-4,25) und Mais mit -4,50 bei 179 Euro/t (November).
 
In Russland wurde Ende vergangener Woche eine erste Zwischenbilanz zur Weizenernte gezogen. Bisher wurden auf 5,8 Mio. ha (entspricht 22 % der Weizenbestände) rund 22,5 Mio. t Weizen eingefahren. Die Durchschnittserträge sind bislang sehr gut und liegen mit 3,86 t/ha spürbar über der Vorjahresmenge von 3,60 t/ha. Mit einem Absinken der Hektarerträge ist jedoch noch zu rechnen, wenn die Ernte in die trockenheitsgeplagten und ertragsschwächeren Gebiete (Wolga-, Zentral-, Sibirische Distrikte) voranschreitet.
 
Heute Früh (8 Uhr MEZ) beginnen die Commodities den vorbörslichen Handel an der Börse in Chicago (CBoT) pauschal im Minus. CBoT-Mais (September) notiert mit 381-4 Ct/Bushel (136,50 Euro/t) wieder zweistellig im Minus im Vergleich zum Freitag. Die Sojabohne (November) liegt nach Abschlägen bei 956-2 Ct/Bushel (318,33 Euro/t). CBoT-Weizen notiert leicht schwächer als am Freitag bei 507-4 Ct/Bushel (September), was 168,94 Euro/t entspricht. Auch Rohöl erlitt leichte Abstriche.
 
International
China kaufte am vergangenen Freitag zwar 220.000 t US-amerikanische Sojabohnen, deckte sich jedoch in den Wochen zuvor vermehrt mit preiswerterer südamerikanischer Ware ein. Das Landwirtschaftsministerium in Washington (USDA) kündigte Ende der Woche für das neue Vermarktungsjahr Exporte im Ausmaß von 105.000 t nach Taiwan an. Für die Ukraine erhöhte der staatliche Wetterdienst die Aussichten auf die diesjährige Maisernte von 6 auf 6,2 t/ha (Gesamterntemenge: 26,5 statt 25,3 Mio. t). In Mitteleuropa wird die weitere Stimmung beim Mais von Niederschlägen der nächsten Tage abhängen. Vielerorts sind bereits unwiederbringliche Einbußen entstanden.
 
Aussichten
Für den mittleren Westen der USA werden in dieser Woche überdurchschnittliche Temperaturen sowie leicht überdurchschnittliche Niederschläge prognostiziert. Der heutige USDA-Bericht könnte eine Anhebung der Bestandsbonitäten sowohl für US-Soja, als auch für Mais bringen und weiteren Druck nach Süden ausüben. Diese Stimmung dürfte trotz Trockenheit in weiten Teilen Europas die Geschicke an der Matif im Griff behalten - zumindest vorübergehend.
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