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Börsentelegramm

Erholung nach dem Kursrutsch

von , am
14.08.2015

Nach dem Ausverkauf an den beiden Vortage kam gestern eine Gegenreaktion.

© Eisenhans/Fotolia
 
Nach dem Ausverkauf an den beiden Vortage kam gestern eine Gegenreaktion. Alle landwirtschaftlichen Rohstoffe konnten sich preislich etwas erholen. Nachdem die Zahlen des USDA Reports verarbeitet waren, und hier und da mit einer gesunden Portion Skepsis betrachtet wurden, rückte wieder die Witterung im US Maisgürtel, die deutlich reduzierte Erwartungen an die EU Maisernte durch den DRV ( siehe Marktkompass ), und die Exportdaten in den Vordergrund. Heute Morgen signalisiert die elektronische Nachtbörse in Chicago allerdings schon wieder ein Ende der Erholungsphase.
 
US-Weizen steigt kräftiger
Der Pariser Weizen konnte sich gestern leicht erholen. Am Ende des Tages blieb dem September – wie dem Dezemberkontrakt noch ein Plus von 0,7 % oder 1,25 Euro. Der vordere September settelte bei 177,50 Euro / t und der Dezember bei 183,50 Euro / t. In den USA fiel die Erholungsphase deutlich kräftiger aus. Hier gelang dem Dezemberweizen ein Plus von 2,3 % auf 5,09 US $ / bu. Der weltweit größte Importeur Ägypten füllte einen 175.000 t Weizentender in Russland und der Ukraine zu einem Preis von knapp 195 US $ incl. Fracht, was erneut die hohe Konkurrenz an den Exportmärkten unterstreicht. Die amerikanischen Exportanmeldungen kamen dieser Woche mit 442.000 t herein und lagen damit am unteren Ende der Erwartungen.
 
EU-Maisbestände leiden
Auch der US Mais konnte sich gestern erholen. Die Wetterberichte für den Maisgürtel sind zwar widersprüchlich, aber die Wahrscheinlichkeit einer überwiegend ungünstigen trockenen Witterung ist hoch. Unterstützung kam für den Mais auch von der Reduktion der EU Maisernte durch den DRV um 500.000 t auf nunmehr 3,9 Mio. t und einer gestiegenen Ethanolproduktion in den USA von 4000 Barrel / Tag bei einem um 1,5 % gestiegenen Ethanolpreis. Positiv wurden auch die US- Exportanmeldungen von gut 500.000 t für die neue Saison aufgenommen. Am CBoT steigt der Preis für den Dezemberkontrakt um 2 % auf 3,7525 US $ / bu. In Paris schafft der neuerntige Novembermais ein Plus von 0,55 % oder 1 Euro auf 181.25 Euro / t.
 
Soja erholt sich wieder
Auch die Bohne orientierte sich gestern preislich wieder nach Norden. Der Septemberkontrakt settelt mit einem Plus von 2 % bei 9,3625 US $ / bu und die neuerntige Novemberbohne legt ebenfalls 2 % zu und geht mit 9,27 US $ / bu aus dem Handel. Die wöchentliche US Sojaexporte wurden mit 96.000 t für die alte und 661.000 t für die neue Ernte gemeldet und lagen im Rahmen der Erwartungen. Der Gesamtexport für das zu Ende gehende Wirtschaftsjahr liegt mittlerweile bei 102,2 % der USDA Prognose. Das Sojaschrot für den September legt 2,2 % auf 330,90 US / t zu, während das Sojaöl weitere Verluste hinnehmen muss und mittlerweile so niedrig wie seit über 5 Jahren nicht mehr notiert.
 
Raps legt leicht zu
Der Raps an der Pariser Matif legt gestern 1,50 Euro oder 0,4 % auf 375,25 Euro / t zu. Canola in Winnipeg kann hingegen stärker von den Vorgaben des Sojakomplexes profitieren und legt um 2,1 % auf 491 Ca$ / t zu.
 
Dieter Jendrziak
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