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Börsentelegramm

Erntedruck und gutes Wetter sorgen für Preisdruck

von , am
03.08.2015

Am Freitag beherrschten wieder die Bären die Börsen. Bei ruhigem Handel mussten Weizen und Raps in Paris Verluste hinnehmen, während Mais nach dem kräftigen Preisrückgang der letzten Wochen wieder mit Gewinnen aufwartete.

Das gute Wetter bringt die Ernte ein gutes Stück voran, sodass jetzt auch in Europa der Erntedruck zunimmt. © imago/blickwinkel
In den Vereinigten Staaten konnten nur die forderen Weizenkontrakte den Tag mit einem positivem Ergebnis beenden. Das zunehmend gute Wetter dürfte in dieser Woche die Ernte ein gutes Stück voran bringen, sodass jetzt auch in Europa bei entsprechenden Erträgen mit zunehmenden Erntedruck zu rechnen ist. Die bisherigen Ergebnisse der Gerste sind überwiegend überraschend hoch und lassen kurzfristig keine Preisfantasien aufkommen. Heute Morgen deutet die elektronische Nachtbörse in Chicago durchweg einen negativen Start in die Woche an.
 
Matif-Weizen gibt wieder nach
 
In Paris ging es für den Weizen nach den Vortagesgewinnen wieder abwärts. Der Septemberkontrakt verliert 1 Euro oder 0,55 Prozent und settelt bei 180,50 Euro/t. Für die folgenden Laufzeiten fallen die Verluste leicht geringer aus. In den USA konnten die vorderen Kontrakte des Weizens hingegen leicht zulegen. Der Septemberkontrakt schafft ein Plus von 0,5 Prozent auf 4,9925 US-$/Bushel. Der folgende Dezember konnte ebenfalls im positiven Bereich schließen, während die folgenden Laufzeiten ins Minus rutschten. In Australien sorgten Regenfälle für eine Anhebung der aufgrund des El Nino-Effektes erwarteten pessimistischen Ernteschätzung. Mittlerweile werden hier nur noch leicht geringere Durchschnittserträge erwartet.
 
EU-Mais legt zu
 
Nach einer erneut verlustreichen Woche konnte der Mais in Paris am vergangenen Freitag erstmals wieder Gewinne einfahren. Der Novemberkontrakt stieg um 1,50 Euro oder 0,9 Prozent auf 174 Euro/t. Die Österreicher meldeten für ihre Maisernte aufgrund der zu geringen Niederschläge Sorgen an. Nachdem die übrigen Kulturen weitestgehend geerntet sind und noch mit im langjährigem Mittel liegenden Erträgen aufwarten,werden beim Mais größere Verluste von bis zu 20 Prozent erwartet. EU-weit präsentieren sich die Maisbestände sehr heterogen, werden aber überwiegend wohl keine Spitzenerträge mehr bringen. In den USA beherrschen weiter die guten Wachstumsbedingungen bei etwas kühleren Temperaturen die Maispreise an der Börse. Der Dezemberkontrakt gibt einen Teil seiner Vortagesgewinne wieder ab und settelt mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 3,8125 US-$/Bushel.
 
Soja unter Druck
 
Nachdem die Sojabohne aufgrund sehr guter Exportdaten, an denen auch die Chinesen erheblich beteiligt waren, am Donnerstag zugelegt hatte, sorgten Meldungen über Stornierung von 200.000 t aus China am Freitag für Preisdruck. Die Exporterwartungen für die neue Saison bekamen dadurch einen Dämpfer - Analysten sehen die Schätzungen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) in Höhe von 48,3 Mio. t in Gefahr. Die Novemberbohne verliert 1,1 Prozent und settelt bei 9,4025 US-$/Bushel. Das Sojaschrot gibt ebenfalls nach - der Septemberkontrakt des Sojaöls schließt nach weiteren Verlusten in der Nähe seines Jahrestiefs bei 30,10 US-Ct/Pound.
 
Raps gibt nach
 
Der Raps musste am Freitag wieder gut die Hälfte seiner Vortagesgewinne hergeben. Der Augustkontrakt verlor 3 Euro oder 0,9 Prozent und settelte bei 370 Euro/t. Der Novembertermin gab um 3,50 Euro nach und ging mit 377,25 Euro/t aus dem Handel. Canola in Winnipeg konnte gegen den Trend der Ölsaaten 0,66 Prozent auf 502 Ca-$ zulegen.
 
 
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