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Europäische Rekordexporte helfen den Getreidepreisen

von , am
09.02.2015

In der ersten Februarwoche konnten sich die Preise für Getreide und Ölsaaten in Europa (und den USA) von ihren zum Monatswechsel getesteten Tiefs erholen.

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel
 
In der ersten Februarwoche konnten sich die Preise für Getreide und Ölsaaten in Europa (und den USA) von ihren zum Monatswechsel getesteten Tiefs erholen. Dabei führte offenbar ein ganzer Komplex von Ursachen zu der Preiserholung. In Europa stützten insbesondere die außergewöhnlich guten Exportzahlen bei Weizen und Gerste die Getreidepreise. In den USA kletterten die Weizenpreise hingegen wegen der sich nochmals verschlechterten Wachstumskonditionen beim Winterweizen (Trockenheit) sehr kräftig nach oben. Gleichzeitig sorgten die kräftig gestiegenen Rohölpreise auch bei Mais (Ethanol), Soja (Pflanzenöl) und Raps für eine Preiserholung. Am heutigen Montag (WASDE) und am Dienstag dieser Woche wird allerdings der USDA-Februar-Report neue Daten (zur Ernte in Südamerika) bringen und könnte erneut für Preiskorrekturen sorgen.
 
US-Exporte gehen weiter zurück
Der Preisanstieg bei Getreide und Ölsaaten du der feste Dollar bremsen indessen die Exportverkäufe der USA (insbesondere bei Weizen.) Das USDA meldet für die letzte Abrechnungswoche Exportverkäufe (Netto abzüglich Stornierungen) von 397.600 t Weizen. Das sind 27 % weniger als in der letzten Woche (544.400 t). Bei Mais lag die Verkaufsmenge in der letzten Abrechnungswoche  bei 844.000 Mio. t. Damit verfehlte man zwar das  hohe Ergebnis der letzten Woche (1.068.200 t) um 27 %, blieb jedoch  weiter auf hohem Niveau. Bei Soja lag die Verkaufsmenge bei 489.700 t (dav. gingen 62.900 t nach Deutschland und 76.400 in die Niederlande sowie 225.000 t nach China), nach Exportverkäufen von 888.200 t  in der Vorwoche. Bei Sojaschrot meldete man weiterhin starke (preisstützende) Nettoverkäufe von 296.300 t (vav. 30.000 t nach Polen), nach 296.500 t in der letzten Woche.
 
Europäer mit Ausfuhrrekord bei Weizen und Gerste
Die europäischen Exportverkäufe bei Weizen erreichten letzten Woche mit 1.673.000 t eine neuen Wochenrekord (Vw.: 661.000 t) und übertrafen zudem den Rekordwert aus dem Vorjahr. Davon kamen letzte Woche 332.000 t Weizen aus Deutschland und 366.000 t aus Frankreich. Die Gesamtausfuhrmenge Deutschlands liegt jetzt bei 4,6 Mio. t und Frankreichs bei 5,5 Mio. t. Insgesamt haben die Europäer bislang 18,39 Mio. t Weizen exportiert,  gegenüber 18,19 Mio. t im letzten Jahr. Bei Gerste wurden letzte Woche 311.000 t ins Ausland verkauft, nach 329.000 in der Woche zuvor. Die Gesamtausfuhr liegt jetzt bei 5,4 Mio. t,  nach 4,85 Mio. t im letzten Jahr. Deutschland verkaufte letzte Woche 136.000 t Gerste in Drittländer und kommt jetzt auf Gesamtausfuhren von 1,5 Mio. t, Frankreich liegt derzeit bei 1,33 Mio. t.
 
USA: Getreide seitwärts und Ölsaaten schwächer
Am vorigen Freitag (06.02) haben die Weizenpreise (März) am Terminmarkt in Chicago um 0,2 % auf 527,0 Ct je Buschel zugelegt. Am Montag Vormittag (MEZ) liegen die Preise im elektronischen vorbörslichen Handel ganz leicht 0,1% im Plus bei 527,6 Ct je Buschel. Gleichzeitig blieb der Mais in den USA für den Märztermin am Freitag mit 385,6 Ct je Buschel fast unverändert. Am Montag Vormittag (MEZ) lagen die Maispreise in Chicago im elektronischen vorbörslichen Handel 0,1 % im Plus bei 386 USD je Buschel. Die Sojabohne hat am Freitag um 0,8 % auf 973,4 Ct je Buschel verloren. Am Montag Vormittag (MEZ) sind die Sojapreise unverändert. Sojaschrot verbilligte sich am Freitag in Chicago um 0,6 % auf 329,4 USD/st und notiert am Montag Vormittag 0,1 % im Minus.
 
Ölpreise gestiegen, Euro verliert wieder
Der Rohölpreis (WTI) hat sich letzte Woche kräftig erholt und legte am Freitag (06.02) weiter zu. Am US-Terminmarkt legten die WTI-Kurse für den Märztermin um 2,4 % auf 51,69 USD je Barrel zu. Im elektronischen vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Montag 0,4 % im Plus bei 51,92 USD je Barrel. Gleichzeitig hat der Preis für das Nordseeöl Brent am Freitag um 2,2 % auf 57,80 USD je Barrel zugelegt. Im elektronischen vorbörslichen Handel am Montag liegen die Preise 0,35% im Minus bei 57,60 USD. Die Preise für Erdgas (Natural Gas) haben in den USA letzte Woche sehr kräftig nachgegeben und sind am Freitag nochmals um 0,8 % gefallen. Am Montag im elektronischen vorbörslichen Handel liegen die Gaspreise jedoch 3,7 % im Plus. Die Preise für Ethanol (Märzkontrakt) sind am Freitag am US-Terminmarkt um 0,6 % gefallen, liegen am Montag Vormittag jedoch 0,8 % im Plus. Der Euro hat am Freitag gegenüber dem Dollar erneut kräftig um 1,4 % verloren und notierte bei 1,133 USD und liegt am Montag Vormittag bei 1,136 USD je Euro rund 0,2 % im Plus.
 
Weizenpreise erholen sich weiter
Die Weizenpreise haben am vorigen Freitag in Europa zugelegt. Der Märzkontrakt für den Weizen ging am Freitag (06.02) mit 188,25 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (187,0 Euro) sind die Preise damit um 0,7 % oder 1,25 Euro gestiegen. Der Maikontrakt notierte bei 189,50 Euro und damit 1,50 Euro höher als am Vortag (188,0 Euro) und die nächste Ernte (September) kostete 186,0 Euro und damit 0,75 Euro mehr als am Vortag (185,25 Euro). Gleichzeitig kostet die neue Weizenernte (September) derzeit 2,25 Euro weniger als der aktuelle März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (186,0 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit noch 2,25 Euro höher. Am Montag beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Weizen mit einem ganz leichten Minus von 0,25 Euro bei 188,0 Euro/t.
 
Maispreise zuletzt relativ stabil
Am europäischen Terminmarkt haben sich die Maispreise am Freitag (06.02) behauptet. Der Märzkontrakt beendete den Handel am Terminmarkt in Paris bei 155,75 Euro/t und damit 0,25 Euro bzw. 0,2 % höher als am Vortag (155,50 Euro). Der Junitermin notierte bei 160,25 Euro und damit 0,50 Euro höher als am Vortag (160,25 Euro) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 165,50 Euro und damit 0,75 Euro höher als am Vortag (164,75 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 167,50 Euro und damit eben so viel wie am Vortag (167,50 Euro) sowie 11,75 Euro mehr als der März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (178,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 22,75 Euro niedriger. Am Montag beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Mais mit einem Plus von 1,25 Euro bei 157,0 Euro/t.
 
Rapspreise konsolidieren sich
Die Rapsreise haben sich am Freitag (nach einer Erholung im Wochenverlauf) wieder etwas nachgegeben. Der Maitermin  beendete den Handel am Freitag bei 356,75 Euro/t und damit 1,00 Euro niedriger als am Vortag (357,75 Euro). Die neue Ernte (August) kostete 348,0 Euro und damit 2,75 Euro weniger als am Vortag (350,75 Euro). Gleichzeitig kostet die neue Rapsernte (August) 8,75 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (356,50 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 0,25 Euro höher. Am Montag beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Mai-Termin mit einem leichten Abschlag von 0,25 Euro bei 356,50 Euro/t. Der August (neue Ernte) legt hingegen leicht zu.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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