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Börsentelegramm

Europäische Terminmarkt-Preise wieder gestiegen

von , am
17.07.2015

In Europa schalteten die Notierungen an der Matif gestern wieder auf grün.

© Mühlhausen/landpixel
 
In Europa schalteten die Notierungen an der Matif gestern wieder auf grün, und trugen damit der wohl doch kräftiger ausfallenden Reduktion der neuen Ernte Rechnung. Das französische Analystenhaus Strategie Grains kam mit neuen nach unten korrigierten Zahlen, und gab den Bullen Futter. Die angekündigte Hitzewelle tat ein übriges. Der Eurokurs fiel wieder unter die Marke von 1,09 Euro / Dollar und unterstützte damit die Exportphantasien der europäischen Händler. In den USA hingegen belastete die erneute Ankündigung noch im Laufe diesen Jahres steigender Zinsen, woraufhin der Dollar wieder zulegte. Hier konnte nur der Mais mit leichten Gewinnen punkten. Heute Morgen notieren die Kurse der elektronischen Nachtbörse in Chicago durchweg im dunkelroten Bereich.
 
Matifweizen mit kräftigen Gewinnen
Der Pariser Weizen konnte gestern wieder kräftiger zulegen. Auch wenn er seinen zwischenzeitliche Gewinne nicht halten konnte blieben am Ende des Tages doch noch 3,25 Euro oder 1,7 % auf 194,50 Euro / t für den Septemberkontrakt nach. Der Maikontrakt legt 3,50 Euro drauf und schaffte mit 200,50 Euro / t wieder den Sprung über die 200 er Marke. In Europa macht man sich zunehmend Sorgen um die neue Ernte. Strategie Grains korrigierte seine bisherige Schätzung um 700.000 t auf nunmehr 140,9 Mio. t. Zusätzlich ist eine neue Hitzewelle angekündigt, was die bereits gestressten Pflanzen weiter belasten würde.
 
Interesannterweise besteht ür alterntige Ware durchaus noch Nachfrage zu durchaus attraktiven Preisen seitens der Mischfutterindustrie. In Chicago musste der Weizen gestern weiter Verluste hinnehmen. Hier belastete der stärkere Dollar, und die laufende Ernte sorgte ebenfalls für Druck. Der amerikanische Weizen gilt derzeit als für den Weltmarkt überteuert. Da halfen die angemeldeten wöchentlichen Exporte der USA mit 291.000 t, die durchaus im Rahmen der Erwartungen lagen wenig. Der Kurs für den Septemberweizen am CBoT fällt um 0,8 % auf 5,6225 US $ / bu.
 
Mais leidet unter der Trockenheit
Strategie Grains korrigierte auch hier seine bisherige Schätzung für die europäische Ernte und erwartet nun mit 66,7 Mio. t 800.000 t weniger. Die angekündigte Hitzewelle trifft den Mais vielfach in der sensiblen Bestäubungsphase, und könnte den Ertrag zusätzlich negativ beeinflussen, und eventuell sogar noch weiteren Korrekturbedarf der Ernteschätzung nach sich ziehen. Der Novembermais macht an der Matif einen kräftigen Sprung nach oben um settelt um 4,50 Euro oder 2,4 % höher bei 192,25 Euro / t.
 
In Chicago wurde der für die nächsten Tage angekündigte Wetterbericht im Maisgürtel mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Einerseits sorgt das wärmere und trockenen Wetter für ein abtrocknen der wassergesättigten Flächen und verbessertes Wachstum, aber in einigen Regionen befindet der Mais sich bereits in der Bestäubungsphase, wo heißes und trockenes Wetter eher nachteilig ist. Leichte Unterstützung kam auch von den über den Erwartungen liegenden Exportanmeldungen. Als positiv wurde insbesondere die Order von 60.000 t Mais aus China gewertet, da die Händler darin das Signal eine höheren Futternachfrage aus dem Reich der Mitte sahen. Der Kurs für den Dezembermais legt 0,2 % zu und settelt bei 4,41 US $ / bu.
 
Soja mit weiteren Verlusten
Die Bohne hatte gestern weiteren Korrekturbedarf. Die besseren Wetteraussichten, und der stärkere Dollar belasteten. Die Exportanmeldungen der letzten Woche lagen zwar mit 557.000 für die kommende Ernte zwar deutlich über den Erwartungen, reichten aber nicht aus um die Verluste von 0,5 % auf 10,11 US $ / bu für die Novemberbohne zu verhindern. Während das Sojaöl ebenfalls weitere kleine Verluste hinnehmen muss legt das Sojaschrot erneut zu. Vorderes Schrot stieg um 1,4 US $ und notiert mit 363 US $ / t so hoch wie seit einem Jahr nicht mehr.
 
Raps legt wieder zu
Der Raps erlebte gestern erneut einen volatilen Tag. Zwischenzeitlich konnte der Augustkontrakt sogar wieder die 390 er Marke knacken. Die einlaufenden Ertragsmeldungen der neuen Ernte lassen einen erneuten Korrekturbedarf der Ernteschätzungen erahnen. Am Ende des Tages blieben aber immer noch ein Gewinn von 2,75 Euro oder 0,7 % auf 387,75 Euro / t. In Kanada sorgten bessere Wetteraussichten und der schwache US Markt für weitere, bereits die ganze Woche laufenden Gewinnmitnahmen. Der Novemberkontrakt verliert 1,4 % und settelt bei 517 Ca $ / t.
 
Dieter Jendrziak
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