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Börsentelegramm

Exportdaten bestimmen Richtung bei Getreidepreisen

von , am
19.01.2015

Die weitere Preisentwicklung bei Getreide und Ölsaaten entscheidet sich derzeit ganz offensichtlich an den Exportmärkten.

© krick/agrar-press
 
Die weitere Preisentwicklung bei Getreide und Ölsaaten entscheidet sich derzeit ganz offensichtlich an den Exportmärkten. Auf die einsprechenden Ausfuhrdaten regieren die Terminmärkte jedenfalls besonders sensibel, denn sie drücken die Wettbewerbsfähigkeit und das Absatzpotential für die nächsten Wochen am besten aus. Dabei waren die Ausfuhrdaten (Nettoverkäufe) der US-Amerikaner bei Weizen sehr schwach, während die US-Exportverkäufe bei Mais und bei Sojabohnen Anfang Januar (noch) sehr gut waren. Allerdings wächst bei Soja und bei Mais in Südamerika eine sehr gute Ernte heran, und die Nachfrage der großen Importeure richtet zunehmend auf die beiden südamerikanischen Länder. Zudem laufen die Weizenexporte der Europäer (gestützt durch den schwachen Euro) zum Beginn des Jahres gut an. In den USA haben zudem neue Anbauschätzungen des Analystenhauses Informa Economics die Märket beschäftigt. Dort wurde die Anbaufläche von Mais gegenüber Soja für 2015 etwas nach oben korrigiert, womit die Maisfläche (anders als bei der vorigen Schätzung) für 2015 wieder größer wäre als die Sojafläche.
 
US-Mais im Plus, Weizen und Soja seitwärts
Am Freitag (16.01) haben sich die Terminmarktpreise für den Weizen (März) in Chicago um bei 532,6 Ct je Buschel behauptet. Die hinteren Termine notierten etwas schwächer. Im Wochenverlauf haben die Weizenpreise in Chicago jedoch um 4,2 % nachgegeben. Gleichzeitig ist der Mais in den USA für den Märztermin am Freitag um 1,8 % auf 387 Ct je Buschel gestiegen. Im Wochenverlauf haben die Maispreise in Chicago um 3,7 % nachgegeben und sind zudem deutlich unter die 400 Ct je Bushel-Marke gefallen. Die Sojabohne hat sich am Freitag 991,6 Ct je Buschel behauptet. Im Wochenverlauf haben die Sojapreise in Chicago um 2,4 % nachgegeben und sind zudem unter die 1000 Ct je Bushel-Marke gefallen. Sojaschrot blieb am Freitag in Chicago 326,2 USD/st ebenfalls unverändert, hat aber im Wochenverlauf 4,4 % verloren. Die Preise für Sojaöl haben am Freitag um 1,2 % zugelegt und weisen auch im Wochenverlauf ein Plus von 2,4 % auf.
 
Ölpreise erholen sich etwas, Ethanol legt ebenfalls zu
Der Rohölpreis (WTI) hat sich am Freitag (16.01) kräftig erholt. Am US-Terminmarkt kletterten die Kurse für den Februartermin um 5,1 % auf 49,13 USD je Barrel nach oben. Im elektronischen vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Montag Vormittag 1,5 % im Minus bei 48,11 USD je Barrel. Gleichzeitig hat der Preis für das Nordseeöl Brent am Freitag um 3,9 % auf 49,9 USD je Barrel zugelegt, während die Preise im elektronischen vorbörslichen Handel am Montag bei 49,56 USD liegen und damit 1,26 % im Minus. Die Preise für Erdgas (Natural Gas) sind in den USA am Freitag um 1,0 % zurückgegangen und liegen am Montag im elektronischen vorbörslichen Handel sogar 4,7 % im Minus. Die Preise für Ethanol (Märzkontrakt) haben am Freitag am US-Terminmarkt um 3,4 % zugelegt, im Wochenverlauf haben die Ethanolkurse-Kurse allerdings weitere 7 % verloren. Der Euro hat gegenüber dem Dollar am Freitag 0,3 % verloren und notierte nur noch bei 1,159 USD. Am Montag Mittag bewegt sich der Eurokurs bei 1,1597 USD/Euro ganz leicht nach oben.
 
Weizenpreise kämpfen sich nach oben
Die Weizenpreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Freitag (16.01) weiter erholt. Haupt-Grund dürften die anhaltend starken Exportdaten der Europäer sein. Der Märzkontrakt für den Weizen ging mit 197,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (194,25 Euro) sind die Preise damit um 1,7 % oder 3,25 Euro gestiegen und gegenüber dem letzten Preistief vom Mittwoch (192 Euro) sogar 5,50 Euro höher. Der Maikontrakt notierte bei 197,75 Euro und damit 3,00 Euro höher als am Vortag (194,75 Euro) und die nächste Ernte (September) kostete 192,75 Euro und damit 2,00 Euro mwehr als am Vortag (190,75 Euro). Im Vergleich zum Vorjahr (183,75 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 13,75 Euro höher. Heute ist in den USA ein Feiertag (M-Luther King Day) und am Terminmarkt in Chicago wird nicht gehandelt und deshalb gibt es auch keine Vorgaben. Am europäischen Terminmarkt dürften sich die Preise deshalb am Montag wenig bewegen.
 
Maispreise fast wieder bei 160 Euro
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise am Freitag (16.01) moderat zugelegt. Der Märzkontrakt kostete am Terminmarkt in Paris 159,50 Euro/t und damit 1,25 Euro bzw. 0,8 % mehr als am Vortag (158,25 Euro) und 3,50 Euro mehr als zum letzten Tiefpunkt am Mittwoch (157 Euro). Im Wochenverlauf sind die Maispreise dennoch um 1,7 % zurückgegangen und zudem unter die Marke von 160 Euro gefallen. Der Junitermin notierte am Freitag bei 163,50 Euro und damit 0,75 Euro höher als am Vortag (162,75 Euro) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 167,50 Euro und damit 1,50 Euro teurer als am Vortag (166,0 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 172,25 Euro und damit 1,00 Euro mehr als am Vortag (171,25 Euro) und 11,75 Euro mehr als der März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (176,0 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 16,50 Euro niedriger. Heute ist in den USA ein Feiertag (M-Luther King Day) und am Terminmarkt in Chicago wird nicht gehandelt und deshalb gibt es auch keine Vorgaben. Am europäischen Terminmarkt dürften sich die Preise deshalb am Montag wenig bewegen.
 
Rapspreise erholen sich etwas
Die Rapspreise am europäischen Terminmarkt haben sich am Freitag (16.01) erholt. Der Februartermin für den Raps beendete den Handel bei 357,0 Euro/t und damit 3,0 Euro bzw. 0,85 % höher als am Vortag (354,0 Euro). Der Maikontrakt wurde mit 356,5 Euro notiert und damit 2,0 Euro höher als am Vortag (354,5 Euro) und der August (neue Ernte) kostete 353,75 Euro und damit 1,0 Euro mehr als am Vortag (352,75 Euro). Im Vergleich zum Vorjahr (351,0 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 6,0 Euro höher. Heute ist in den USA ein Feiertag (M-Luther King Day) und am Terminmarkt in Chicago wird nicht gehandelt und deshalb gibt es auch keine Vorgaben vom dortigen Sojamarkt. Am europäischen Terminmarkt dürften sich die Preise deshalb am Montag wenig bewegen.
 
Dr. Olaf Zinke
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