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Börsentelegramm

Extreme Kursschwankungen an den Terminmärkten

von , am
25.08.2015

Schwere Kursverluste an den globalen Aktien- und Rohstoffmärkten und eine extrem hohe Volatilität bestimmten den weltweiten Handel am gestrigen Montag.

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© Torbz/fotolia.de
 
Schwere Kursverluste an den globalen Aktien- und Rohstoffmärkten und eine extrem hohe Volatilität bestimmten den weltweiten Handel am gestrigen Montag. Diesem Druck konnten sich auch die Agrarmärkte nicht entziehen und begannen den Handelstag ebenfalls mit einem dramatischen Kurssturz. Zum Ende des Handelstages konnten sich vor allem die Getreide- und Ölsaatenpreise an den US-Terminmärkten jedoch von ihren Tagestiefs erholen und grenzten damit auch die Kursverluste in Europa etwas ein. Dennoch blieben die Getreide- und vor allem die Rapspreise in Europa deutlich im Minus, während es der Weizen und der Mais in den USA am Ende des Handelstages sogar noch ins Plus schaffte und nur der Sojakomplex den Handel deutlich im Minus beendete.
 
Ein Grund für den stärkeren Preisdruck in Europa dürfte der sehr kräftig steigende Euro sein, der die Wettbewerbsfähigkeit der Europäer an den Exportmärkten deutlich verschlechtert, die Importe (unter anderem von Dünger) allerdings verbilligt. Am heutigen Dienstag beginnen die Weizen- und Maispreis den vorbörslichen Handel an den US-Terminmärkten leicht im Plus, während die Sojabohne und auch Canola in Kanada den Tag mit schwächeren Preisen beginnt. Zumindest die Getreidepreise in Europa dürften damit jedoch Unterstützung aus den USA erhalten und könnten etwas fester in den Tag starten.
 
Der Euro ist am Montag gegenüber den USD um 2,2 % auf 1,1603 USD weiter kräftig gestiegen und hat sich seit letzter Woche (1,11 USD) um knapp 5 % verteuert. Das Rohöl WTI wurde am Montag nur noch mit 38,24 USD je Barrel gehandelt und damit 5,5 % billiger als am Vortag und gleichzeitig auf dem tiefsten Stand seit 2004 also seit mehr als 10 Jahren.
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Europäische Weizenpreise unter 165 Euro
Die Weizenpreise sind am europäischen Terminmarkt am Montag (24.08) zeitweise um mehr als 6 Euro bis auf 161,0 Euro gefallen. Am Ende des Handelstages wurden die Verluste jedoch etwas eingegrenzt. Der Septembertermin (neue Ernte) beendete den Handel am Montag bei 163,50 Euro/t und damit 3,25 Euro bzw. 2,0 % niedriger als am Vortag (166,75 Euro). Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen fiel zweitweise bis auf 170,75 Euro, ging dann ging mit 173,75 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (176,0 Euro) sind die Dezemberpreise damit um 1,3 % bzw. 2,25 Euro gefallen.
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Weizen von Anfang Juli (205 Euro) sind die Weizenpreise jetzt rund 41,50 Euro bzw. rund 20 % niedriger. Das Preisniveau vom Vorjahr (185,25 Euro) wird am europäischen Terminmarkt um 21,75 Euro bzw. 12 % verfehlt.
 
Europäische Maispreise geben weiter nach
Die Maispreise sind am europäischen Terminmarkt am Montag (24.08) zeitweise um 5,0 Euro bis auf 169,25 Euro gefallen Am Ende des Handelstages waren die Verluste jedoch etwas weniger stark. Der Novemberkontrakt (neue Ernte) beendete den Handel bei 172,0 Euro/t und damit 2,25 Euro bzw. 1,3 % niedriger als am Vortag (174,25 Euro). Der Januarkontrakt notierte am Ende des Tages bei 174,50 Euro und damit 2,0 Euro bzw. 1,1 % niedriger als am Vortag (176,50 Euro).
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze von Anfang Juli (196 Euro) sind die derzeitigen Maispreise rund 24,0 Euro bzw. 12,3 % niedriger. Das Preisniveau vom Vorjahr (168,25 Euro) wird am europäischen Terminmarkt derzeit noch um 3,75 Euro übertroffen.
 
Rapspreise massiv unter Druck
Die Rapspreise sind am europäischen Terminmarkt am Montag (24.08) zeitweise um 18,0 Euro (!!!) bis auf 339,25 Euro abgestürzt. Am Ende des Handelstages betrug dass Minus immer noch knapp 9 Euro. Der Novemberkontrakt wurde mit 348,75 Euro gehandelt und damit zu 8,75 Euro niedrigeren Preisen als am Vortag (357,50 Euro). Der Februarkontrakt notierte am Ende des Tages bei 350,0 Euro und damit 8,50 Euro niedriger als am Vortag (358,50).
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Raps von Anfang Juli (402,5 Euro) sind die derzeitigen Rapspreise damit 53,75 Euro bzw. 13,4 % niedriger. Gleichzeig sind die aktuellen Preise am europäischen Terminmarkt um 18,25 Euro bzw. 5,6 % höher als die Preise im Vorjahr (330,25 Euro).
 
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USA: Weizenpreise drehen in Plus
Am Montag (24.08) sind die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago zunächst deutlich abgestürzt, haben sich dann jedoch wieder erholt und beendeten den Handel am Ende sogar mit einem leichten Plus. Der Septemberkontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) notierte um 0,8 % höher und beendete den Handel bei 503,2 Cent je Buschel (159,4 Euro/t). Der Dezember-Termin beendete den Handel ebenfalls 0,8 % höher bei 508 Cent je Buschel (160,9 Euro/t).
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Chicago-Weizen von Anfang Juli (616 Cent je Buschel) sind die derzeitigen Weizenpreise rund 18,0 % niedriger. Das Preisniveau vom Vorjahr (602 Cent) wird am US-Terminmarkt um 16,0 % verfehlt. Am Dienstag Vormittag (MEZ) starten die Weizenpreise (Septemberkontrakt) in Chicago mit einem Plus von 0,3 % bei 504,6 Cent je Buschel (159,9 Euro/t).
 
USA: Maispreise können sich erholen
Die Maispreise rutschten am Montag (24.08) am Terminmarkt in Chicago zunächst deutlich ins Minus, konnten den Handelstag dann jedoch (wie der Weizen) leicht im Plus beenden. Für den Septembertermin notierten die Maispreise am Ende knapp 1,0 % höher bei 371,2 Cent je Buschel (125,1 Euro/t). Die neue Ernte (Dezember) wurde ebenfalls 0,9 % höher gehandelt bei 380,4 Cent je Buschel (128,2 Euro/t.
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Chicago-Mais von Anfang Juli (441 Cent je Buschel) sind die derzeitigen Preise damit etwa 16 % niedriger. Das Preisniveau vom Vorjahr (402 Cent je Buschel) wird am US-Terminmarkt um knapp 8% verfehlt. Am Dienstag Vormittag (MEZ) beginnen die Maispreise (Septemberkontrakt) in Chicago den Handel mit einem Plus von 1,0 % bei 372,4 Cent je Buschel (125,6 Euro/t).
 
USA: Sojapreise bleiben unter Druck
Am Montag (24.08) sind die Sojapreise am Terminmarkt in Chicago zunächst sehr kräftig abgestürzt konnten dann jedoch einen Teil der Verluste wieder gut machen, beendeten den Handel am Ende jedoch trotzdem deutlich im Minus. Der Septemberkontrakt ging am Terminmarkt in Chicago mit einem Abschlag von 1,4 % bei 892,6 Cent je Buschel (282,6 Euro/t) aus dem Handel. Die neue Ernte (November) notierte 1,7 % schwächer bei 874 Cent je Buschel (276,9 Euro/t).
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze bei Sojabohnen von Anfang Juli (1033 Cent je Buschel) sind die derzeitigen Sojapreise knapp 14 % niedriger. Das Preisniveau vom Vorjahr (1042 Cent) wird am US-Terminmarkt um etwa 14,4 % verfehlt. Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die vorderen Sojapreise (September) leicht 0,1 % im Minus bei 891,6 Cent je Buschel (282,5 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke
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