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Börsentelegramm

EZB beeinflusst auch die Agrarmärkte

von , am
23.01.2015

Nach einem positiven Start verlief der gestrige Handelstag überwiegend ruhig, aber uneinheitlich.

© Mühlhausen/landpixel
 
Nach einem positiven Start verlief der gestrige Handelstag überwiegend ruhig, aber uneinheitlich. Herausragendes Ereignis war gestern sicher die Entscheidung der EZB, die Inflation durch die massiven Aufkäufe von Staatsanleihen wieder in Richtung 2 % zu bewegen. Dadurch wurde der Niedergang der Europäische Gemeinschaftswährung beschleunigt. Exporte aus der EU werden begünstigt, und Importe die in Dollar abgerechnet werden wie z.B. Soja verteuern sich. Was an der Europäischen Börse in Paris positiv aufgenommen wurde, verschlechtert die Aussicht der ohnehin schon schwächelnden Weizenexporte der Amerikaner zusehends. Rohöl fällt aufgrund hoher Überschüsse am Markt wieder. Heute Morgen deutet sich für die Sojabohne und fürden Mais ein positiver Start an.
 
EU- Weizen leicht im Plus
Der Pariser Weizen notierte fast den ganzen Tag im leichten Minus. Erst gegen Ende der Sitzung konnte er sich noch mit einem Plus von 25 Cent auf 198 Euro /t in den grünen Bereich retten. Der Grund dürfte in dem weiteren Wertverfall des Euro´s gelegen haben. Der Eurokurs viel gestern aufgrund der EZB Entscheidung deutlich unter die Marke von 1,14 und beflügelt damit die Exporterwartungen. Die Exportanmeldungen für die letzte Woche wurden mit 728.000 t gemeldet, was am oberen Ende der Erwartungen, und deutlich über der Vorwoche lag.
 
In Chicago drückt der stärkere Dollar auf die ohnehin schon schwachen Exporterwartungen. Hier handelt man den ganzen Tag im Minus und der Märzkontrakt hat am Ende des Tages 0,6 % auf 5,3375 US $ / bu verloren. Neben dem Währungsthema kamen noch bärische Nachrichten von den Wetterberichten. Die Winterweizengebiete im Süden der USA litten bisher unter zu wenig Feuchtigkeit, was sich nun in Form von Regen- oder Schneefällen ändern soll, und so die Auswinterungssorgen minimiert. Der in Kansas gehandelte Hard Red Winter Weizen fiel dann auch mit einem Minus von 1,3 % auf 5,65 US $ / bu kräftiger. Zusätzlich belastete noch eine Meldung aus Argentinien, wo die Weizenernte um 700.000 t auf 13,9 Mio. t heraufgesetzt wurde. Als einzig bullischer Faktor wurden die verstärkten Kämpfe in der Ukraine wahrgenommen.
 
US-Mais mit Verlusten
Der Matifmais konnte den Tag aufgrund der schwachen Europäischen Währung mit einem leichten Plus von 1,25 Euro auf 158,25 Euro beenden. Die Amerikaner hingegen sehen auch hier ihre Währungsnachteile.Der Ethanolmarkt ist bei gestiegener Verarbeitungszahlen weiter erheblich durch die schwachen Rohölkurse belastet. Vor dem Hintergrund fällt der Märzkontrakt am CBoT um 1,1 % auf 3,8375 US $ / bu.
 
Soja fällt weiter
Die Bohne kann sich auch gestern nicht aus ihrem Abwärtstrend befreien. Am Ende des Tages hat der Märzkontrakt 0,7 % auf 9,7675 US & / bu verloren, und markiert damit ein neues 3 Monatstief. Neben größeren Verlusten beim Pflanzenöl verbessern sich auch zunehmend die Aussichten für die südamerikanische Ernte. Hier sollen sich die Bedingungen weiter verbessern ( Brasilien ) , bzw. sind nahezu ideal ( Argentinien). Beim Sojaschrot gab es kaum Veränderungen. Der Kurs für den Märzkontrakt fällt um 0,1 % auf 330,10 US $ / t.
 
Raps legt zu
Raps kann sich gegen den Trend stellen und schließt abermals im Plus, was wohl ebenfalls in erster Linie der Währungssituation geschuldet ist. Während der März nur minimale 25 Cent auf 355,25 Euro / t schafft, kann der Augustkontrakt immerhin 1,75 Euro auf 350,50 Euro / t zulegen. Auch Canola in Winnipeg setzt seinen Aufwärtstrend fort. Der Märzkontrakt steigt um 0,7 % auf 4621,20 Ca $ / t.
 
Dieter Jendrziak
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