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Börsentelegramm

Festerer Euro drückt auf die europäischen Getreidepreise

von , am
24.03.2015

Nachgebende Weizenpreise sowie wenig veränderte Preise für Raps und Mais waren das Ergebnis des gestrigen Handelstages am europäischen Terminmarkt in Paris.

© Alexander Yakovlev/fotolia
 
Nachgebende Weizenpreise sowie wenig veränderte Kurse für Raps und Mais waren das Ergebnis des gestrigen Handelstages am europäischen Terminmarkt. Am Terminmarkt in Chicago legten die Weizenpreise dagegen nochmals etwas zu und auch Mais, Sojabohnen, Sojaschrot und Sojaöl beendete den Handelstag zum Teil deutlich im Plus. Ein Grund für die unterschiedliche Preisentwicklung in Europa und in den USA dürften der im Verhältnis zum Euro weiter nachgebende Dollar sein, der die Exportchancen und Wettbewerbsfähigkeit der Amerikaner wieder verbessert.
 
Zunehmendes Gewicht an den Terminmärkten bekommen (neben der Witterung) zudem die aktuellen Anbauschätzungen für Mais, Soja und Weizen in den USA. Hier wird das USDA zwar zum Monatsende (31.März) im Rahmen des sogenannten Prospective Plantings Daten liefern. Private Analystenfirmen wie Informa Economics versorgen den Markt jedoch schon im Vorfeld mit Schätzungen und Erhebungen und bewegen die Preise. Am Dienstag Vormittag (MEZ) beginnt der vorbörsliche Handel an den Terminmärkten in Übersee mit nachgebenden Kursen bei Weizen. Für Soja und Mais liegen die Preise nur ganz leicht im Minus. .
 
USA: Höhere Preise für Weizen, Mais und Soja
Am Montag (23.03) haben die Weizenpreise (Maikontrakt) am Terminmarkt in Chicago nochmals um 0,8 % auf 534,0 Ct je Buschel (181,3 Euro/t) zugelegt. Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter legten die Preise am Montag um 0,9 % auf 574,4 US/t (195,0 Euro) zu. Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise in Chicago im elektronischen Handel 0,7 % im Minus bei 530,4 Ct je Buschel (180,1 Euro). Die Terminmarktpreise (Maitermin) für Mais sind in den USA am Montag um 1,4 % auf 390,2 Ct je Buschel (141,9 Euro/t) gestiegen. Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Maispreise in Chicago im elektronischen vorbörslichen 0,3 % im Minus bei 389,0 Ct je Buschel (141,6 Euro). Die Sojabohne (Maikontrakt) legte am Montag um 1,0 % auf 983,4 Ct je Buschel (334 Euro/t) zu. Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise 0,1 % im Minus bei 982,4 Ct (333,5 Euro). Für Sojaschrot (Maikontrakt) sind die Preise am Montag in Chicago um 1,0 % auf 327,3 USD/st (333,5 Euro/t) gestiegen und bewegen sich am Dienstag Vormittag 0,1 % im Minus. Für Sojaöl (Mai) haben die Preise am Montag um 1,5 % auf 31,15 Ct/lb (634 Euro/t) zugelegt und liegen am Dienstag Vormittag 0,2 % im Minus.
 
Euro legt weiter zu
Der Euro hat am Montag gegenüber dem Dollar nochmals um 1,2 % an Wert gewonnen und notierte bei 1,0954 USD und liegt am Dienstag Vormittag  sogar bei 1,1007 USD je Euro und damit nochmals  0,5 % im Plus (siehe Grafik unten). Seitdem letzten Donnerstag (19.03) ist der Kurs des Euro damit um 3,8 % gestiegen. Der Rohölpreis (WTI) ist am Montag (23.03) gestiegen und liegt am Dienstag Vormittag leicht im Minus. Am US-Terminmarkt legten die WTI-Kurse für den Maitermin am Montag um 1,9 % auf 47,45 USD je Barrel zu. Im elektronischen Handel liegen die Preise am heutigen Dienstag Vormittag (MEZ) 0,4% im Minus bei 47,26 USD je Barrel. Gleichzeitig stieg der Preis für das Nordseeöl Brent am Montag um 1,1 % auf 55,92 USD je Barrel. Im elektronischen Handel am Dienstag liegen die Brent-Preise 0,1 % im Minus bei 55,88 USD. Die Preise für Erdgas (Natural Gas) haben in den USA am Montag um 1,9 % nachgegeben. Am Dienstag Vormittag liegen die Gaspreise im elektronischen Handel erneut 1,0 % im Plus. Die Preise für Ethanol (Märzkontrakt) sind am Montag am US-Terminmarkt kräftig um 2,8 % gestiegen und liegen am Dienstag Vormittag 1,6 % im Plus..
 
Weizenpreise geben etwas nach
Die Weizenpreise sind am Montag (23.03) am europäischen Terminmarkt zurückgegangen. Grund war der feste Euro. Der Maikontrakt für den MATIF-Weizen ging am Montag mit 195,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (196,75 Euro) haben die Preise um 0,6 % oder 1,25 Euro nachgegeben. Die neue Ernte (September) kostete am Montag 193,00 Euro und damit 0,25 Euro weniger als am Vortag (193,25 Euro). Gleichzeitig sind die Preise für die neue Weizenernte (September) 2,50 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (206,0 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 10,50 Euro niedriger. Am Dienstag dürfte der Weizen (März) am europäischen Terminmarkt den etwas schwächeren Vorgaben aus Chicago folgen und ebenfalls leicht nachgeben.
 
Maispreise kaum verändert
Die Maispreise am europäischen Terminmarkt haben am Montag (23.03) ganz leicht nachgegeben. Der Junikontrakt beendete den Handel mit 163,25 Euro/t und damit 0,50 Euro bzw. 0,3% niedriger als am Vortag (163,75 Euro). Der Augusttermin notierte am Montag bei 168,75 Euro und damit 0,25 Euro höher als am Vortag (168,50 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 173,25 Euro und ebens so viel wie am Vortag (173,25 Euro) sowie 10,0 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (194,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 31,0 Euro niedriger. Am Dienstag Vormittag könnte der Mais (März) am europäischen Terminmarkt den etwas schwächeren Vorgaben aus den USA folgen und leicht nachgeben.
 
Rapspreise halten sich über 370 Euro
Die Rapsreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Montag (23.03) erneut behauptet. Der Maitermin beendete den Handel am Freitag bei 371,50 Euro/t und damit 0,25 Euro bzw. 0,1 % % höher als am Vortag (371,25 Euro) und weiterhin über der Marke von 370 Euro. Die neue Ernte (August) kostete am Freitag 357,50 Euro und damit 0,25 Euro weniger als am Vortag (357,75 Euro). Der Novemberkontrakt wurde unverändert bei 360,25 gehandelt. Gleichzeitig kostete die neue Rapsernte (August) 14,0 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (367,25 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 4,25 Euro höher. Am Dienstag Vormittag könnte der Raps (Mai) am europäischen Terminmarkt den etwas schwächeren Vorgaben bei Sojabohnen aus Chicago folgen und leicht nachgeben.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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