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Börsentelegramm

Freundliche Agrarmärkte

von , am
24.04.2015

In Paris gab es durchweg Gewinne, und in Chicago fiel nur der Mais mit leichten Verlusten aus dem Rahmen.

© James Thew/Fotolia
Die amerikanischen Händler sahen einen schwächeren Dollar, was ihre Exportphantasien anregte und die Stimmung zumindest unterstützte. Heute Morgen präsentieren sich die Werte der elektronischen Nachtbörse überwiegend im roten Gewand.
 
Weizen weiter im Plus
 
Der Matifweizen konnte sich weiter von seinem Tief am Anfang der Woche distanzieren. Der Maikontrakt legte aufgrund der mit 679.000 t guten Exportdaten der EU und positiven Vorgaben aus Übersee um 0,8 Prozent oder 1,50 Euro/t zu und settelte bei 185 Euro. Der neuerntige Septemberkontrakt schaffte 1 Euro und notierte am Abend bei 185,50 Euro/t. In Chicago beherrscht weiter das Wetter die Börse. Nachdem der Trockenstress der Winterweizenbestände im Süden durch die ergiebigen Regenfälle zumindest entschärft wurde, soll nun eine Kältewelle mit Nachtfrösten die jungen Pflanzen in ihrer Entwicklung stören. Das wöchentliche Monitoring der Winterweizenbestände zeigt zwar Verbesserungen auf, aber bis zum Optimalzustand ist es noch ein weiter Weg. Die wöchentlichen US-Exporte wirkten sich ebenfalls positiv aus. Nach den sehr schwachen Daten der Vorwoche konnte der Wert dieser Woche mit 400.000 t alte und 126.600 t neue Ernte durchaus punkten. Der Juliweizen schafft den Sprung über die 5-USD-Hürde und settelt mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 5,0125 USD/bu.
 
US-Mais mit Verlusten
 
Der US-Mais kann sich nicht dem positiven Weizentrend anschließen. Die Aussaat im mittleren Westen kommt wieder voran und die Wetterberichte versprechen wärmeres und trockeneres Wetter im Maisgürtel, sodass hier ein deutlicher Schub erwartet wird. Die Exportdaten der letzten Woche wurden mit 867.900 t gemeldet, was deutlich über den Vorwochenwert und ebenfalls deutlich über den erwarteten 600.000 t lag. Das reichte aber nicht aus, um dem Markt eine andere Richtung zu geben. Die Vogelgrippe und höhere Ethanollagerbestände belasten weiter, da sie einen niedrigeren Verbrauch bedeuten. Der US-Mais befindet sich seit Anfang der Woche auf Talfahrt und der Haupthandelsmonat Juli musste gestern weitere Verluste hinnehmen. Am Ende des Tages stand der Kurs um 0,8 Prozent niedriger bei 3,7625 USD/bu. In Paris konnte man sich von der Entwicklung abkoppeln und der Junikontrakt legt 50 Cent oder 0,3 Prozent auf 162 Euro/t zu.
 
Soja wieder im Plus
 
Die Sojabohne konnte gestern preislich wieder zulegen, und ihre seit Anfang der Woche entstandenen Verluste ausgleichen. Die Julibohne schafft es gestern 0,8 Prozent auf 9,80 USD/bu drauf zulegen. Die weitere Unterstützung durch den Truckerstreik in Südamerika dürfte allenfalls gering sein, denn die Lager der Exportstandorte sind gut gefüllt. Die amreikanischen Exportdaten der letzten Woche waren zumindest für das kommende Wirtschaftsjahr schwach. 102.000 t alte und lediglich 8.100 t neue Ernte sollen in den Büchern stehen. Eine leichte Unterstützung des Marktes ist noch durch die verbesserten Aussichten für die Maisaussaat zu vermelden. Nachdem die ungünstigen Aussichten in den vergangenen Tagen eher bärisch wirkten hat sich der Spieß nun umgedreht. Sojaschrot und Sojaöl konnten ebenfalls leicht zulegen.
 
Raps legt weiter zu
 
Der Raps profitiert von der Entwicklung am Sojamarkt und den neuen Zahlen aus Kanada. Die neuen Daten von "Statistik Kanada" überraschten die Händler positiv, denn die neue Anbauschätzung weist mit 19,4 Mio. Acres eine um 4,5 Prozent oder 900.000 Acres niedrigere Canolaanbaufläche gegenüber dem Vorjahr aus. Marktteilnehmer hatten im Vorfeld lediglich eine Verringerung von ca. 100.000 Acres erwartet. Der neuerntige Augustkontrakt in Paris steigt um 0,8 Prozent oder 2,75 Euro/t auf 364,75 Euro/t und hat damit ein Niveau erreicht, wie zuletzt im Mitte April des Vorjahres. Auch der Maikontrakt legt noch eine Schippe drauf. Insbesondere die knappe Versorgung am Kassamarkt dürfte hier verantwortlich sein. Am Ende des Tages stehen mit 378,50 Euro/t 3,25 Euro oder 0,9 Prozent mehr auf der Anzeigetafel. Canola in Winnipeg schließt trotz der bullischen Zahlen des Statistikamtes leicht im Minus bei 445,30 CAD.
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