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Börsentelegramm

Geflügelgrippe beeinflusst US-Terminmärkte

von , am
23.04.2015

In den USA drückt die rasche Ausbreitung der Geflügelkrankheit Avian Influenza (Bird Flu Disease) immer stärker auf die Preise für Futtergetreide und Ölsachrote.

© Gina Sanders/fotolia.de
 
Die Weizenpreise haben zur Wochenmitte am europäischen Terminmarkt leicht zugelegt und sich in den USA knapp behauptet. Der Raps bewegt sich hingegen am europäischen Terminmarkt nun schon seit Tagen seitwärts. Die Preise für Mais gaben auf beiden Seiten des Atlantiks leicht nach und auch die Preise für Soja und Sojaschrot standen zur Wochenmitte unter Druck. Am heutigen Donnerstag starten die Weizenpreise in Europa und den USA im Plus in den Handel. Mais liegt in Europa am Donnerstag erneut leicht im Minus und Raps wieder leicht im Plus. Soja sowie Sojaschrot beginn den Handel in den USA am Donnerstag relativ deutlich im Plus.
 
Geflügelgrippe in den USA
In den USA drückt die rasche Ausbreitung der Geflügelkrankheit Avian Influenza (Bird Flu Disease) immer stärker auf die Preise für Futtergetreide und Ölschrote. Analysten gehen davon aus, dass die Ausbreitung von Wisconsin über Minnesota bis nach Iowa die Nachfrage nach Futtergetreide und Sojaschrot am amerikanischen Markt deutlich drosseln könnte. Am Weizenmarkt entscheidet zudem der Wettbewerb im Export über die Entwicklung der Preise. Neuen Exportdaten gibt es in den USA und in Europa am heutigen Donnerstag Abend.
 
Größere Weizenernte in Russland
Händler meldeten diese Woche, dass Syrien in einer Ausschreibung 150.000 t Weichweizen vor allem in Europa zum Preis von 216 Euro/t bzw. 232 USD/t (einschließlich Fracht) gekauft hat. Gleichzeitig setze die russische Analystenfirma IKAR ihre Schätzung zur neuen russischen Weizenernte auf 54 bis 59 Mio. t nach oben, von zuvor 52 bis 57 Mio. t. Grund ist die deutlich verbesserte Verfassung des russischen Winterweizens. In Russland selbst stehen die Weizenpreise auch wegen des aktuellen Exportrestriktionen (Exportzölle) und der hohen Inlandsbestände unter Druck.
 
USA: Weizenpreise beginnen am Do. im Plus
Am Donnerstag Mittag (MEZ) liegen die Weizenpreise in Chicago 0,6 % im Plus bei 501,6 Ct je Buschel (171,6 Euro). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter steigen die Preise am Donnerstag Mittag sogar um 1,2 % auf 518,2 Ct je Buschel (177,3 Euro). Am gestrigen Mittwoch (21.04) hatten die Weizenpreise (SRW) am Terminmarkt in Chicago leicht nachgegeben. Der Maikontrakt notierte am Ende des Handelstages 0,4 % niedriger bei 498,6 Ct je Buschel (170,5 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen gingen die Preise am Mittwoch um 0,3 % auf 512 USD/ je Buschel (175,2 Euro) zurück.
 
USA: Maispreise schwächer, Sojapreise drehen ins Plus
Am Donnerstag Mittag (MEZ) bewegen sich die Maispreise in Chicago seitwärts bei 372,6 Ct je Buschel (136,5 Euro). Am gestrigen Mittwoch hatten die Terminmarktpreise für den Mais in den USA ganz leicht um 0,1 % auf 372,4 Ct je Buschel (136,4 Euro/t) nachgegeben. Die Terminmarktpreise für Sojabohnen (Maikontrakt) sind am Mittwoch um 0,5 % auf 970,4 Ct je Buschel (331,8 Euro/t) zurückgegangen. Am Donnerstag Mittag (MEZ) liegen die Sojapreise 0,5 % im Plus bei 975,2 Ct (333,6 Euro). Für Sojaschrot (Maikontrakt) haben sich die Preise am Mittwoch in Chicago bei 315,5 USD/st (323,5 Euro/t) behauptet und bewegen sich am Donnerstag Mittag wieder 0,6 % im Plus. Für Sojaöl (Mai) haben die Preise am Mittwoch um 0,8 % auf 31,56 Ct/lb (647,5 Euro/t) zurückgegangen und liegen am Donnerstag Mittag 0,5 % im Plus.
 
Euro gibt behauptet sich, Rohöl dreht ins Plus
Der Euro hat sich am Mittwoch gegenüber dem Dollar behauptet und notierte bei 1,0747 USD und liegt am Donnerstag Mittag bei 1,0763 USD je Euro und damit 0,15 % im Plus. Der Rohölpreis (WTI) ist am Mittwoch zurückgegangen und liegt am Donnerstag Mittag im Plus. Am US-Terminmarkt gaben die WTI-Kurse am Mittwoch um 0,8 % auf 56,16 USD je Barrel nach. Am Donnerstag Mittag liegen die Preise 0,6 % im Plus bei 56,49 USD je Barrel. Gleichzeitig ist der Preis für das Nordseeöl Brent am Mittwoch um 1,1 % auf 62,73 USD je Barrel gestiegen. Am Donnerstag Mittag liegen die Brent-Preise 1,6 % im Plus bei 63,75 USD je Barrel.
 
Weizenpreise ohne große Veränderungen
Am Donnerstag Mittag liegen die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt 0,25 Euro im Plus bei 183,75 Euro/t. Die neue Ernte (September) kostete am Donnerstag Mittag 184,50 Euro und damit eben so viel wie am Vortag (184,50 Euro). Am gestrigen Mittwoch hatten die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt ganz leicht zugelegt. Der Maikontrakt für den MATIF-Weizen ging am Mittwoch mit 183,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (182,75 Euro) hatten sich die Preise damit 0,75 Euro zugelegt. Die neue Ernte (September) kostete am Mittwoch 184,50 Euro und damit 0,25 Euro mehr als am Vortag (184,25 Euro). Gleichzeitig waren die Preise für die neue Weizenernte (September) 1,25 Euro höher als die Preise für den aktuellen Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (202,25 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 18,50 Euro niedriger.
 
Maispreise rutschen weiter abwärts
Am Donnerstag Mittag notiert der Mais (Juni) am europäischen Terminmarkt 0,25 Euro niedriger bei 161,25 Euro. Gleichzeitig kostet die neue Ernte 170,25 Euro und damit 0,25 Euro weniger. Am gestrigen Mittwoch haben die Maispreise am europäischen Terminmarkt ebenfalls leicht nachgegeben. Der Junikontrakt beendete den Handel mit 161,50 Euro/t und damit 0,25 Euro bzw. 0,15 % niedriger als am Vortag (161,75 Euro). Der Augusttermin notierte bei 168,50 Euro und damit 0,50 Euro niedriger als am Vortag (169,0 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 170,50 Euro und damit ebenfalls 0,25 Euro weniger als am Vortag (170,75 Euro) sowie 9,0 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (198,25 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 37,0 Euro niedriger.
 
Rapspreise beginnen am Donnerstag im Plus
Am Donnerstag Mittag bewegen sich die Rapspreise am europäischen Terminmarkt 0,5 Euro im Plus bei 375,75 Euro und die neue Ernte kostet 0,25 Euro weniger und damit 362,50 Euro. Am gestrigen Mittwoch waren die Rapspreise am europäischen Terminmarkt leicht zurückgegangen. Der Maitermin beendete den Handel bei 375,25 Euro/t und damit 0,50 Euro bzw. 0,1 % niedriger als am Vortag (375,75 Euro). Die neue Ernte (August) kostete am Mittwoch 362,0 Euro und damit 0,75 Euro weniger als am Vortag (362,75 Euro). Gleichzeitig kostete die neue Rapsernte (August) 13,25 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (364 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 11,75 Euro höher.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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