Login
Börsentelegramm

Gegensätzliche Agrarmärkte

von , am
05.12.2014

Am gestrigen Handelstag standen in Paris weitere Gewinnmitnahmen im Vordergrund.

Nach dem USDA-Report starteten die euopäischen Weizenpreise mit 179 Euro je Tonne in die neue Woche. © Leonhardo Franko/fotolia
 
Am gestrigen Handelstag standen in Paris weitere Gewinnmitnahmen im Vordergrund. Gegen Abend verringerten sich die Verluste zwar, aber man wollte sich nicht mehr den positiv gestimmten Amerikanern in Chicago anschließen. Hier dominierten die deutlich über den Markterwartungen liegenden Maisexporte den Handel. Am Ende des Tages schlossen die drei großen mehr oder weniger deutlich im Plus, wobei der Mais die Führung nicht wieder abgab. Statistik Kanada kam mit einer neuen Schätzung zur Ernte 14 heraus, wobei Weizen um 1,8 Mio. t., und Raps um 1,5 Mio. t. gegenüber der Oktoberschätzung nach oben korrigiert wurden. Sie liegen zwar immer noch weit unter den Rekordmengen des Vorjahres, belasten aber zumindest unterschwellig die Kursentwicklung. Heute Morgen dominieren die roten Vorzeichen in den USA.
 
Matif- Weizen gibt weiter Gewinne ab
Die wöchentlichen Exporte der EU wurden mit 729.000 t bekannt gegeben, reichten aber nicht um den Kursverlauf nach den kräftigeren Vortagesverlusten wieder ins positive zu drehen. Die Summe der Exporte in diesem Wirtschaftsjahr steht jetzt bei 12,75 Mio. t. Im letzten Rekordjahr waren wir im gleichen Zeitraum erst bei 11,8 Mio. t angelangt. Der Grund für die Verluste des Januarkontraktes an der Matif von 75 Cent auf 186,25 Euro / t dürfte zum einen in den zunächst negativen Vorgaben von der amerikanischen Börse in Chicago, wie auch der Neubewertung des russischen Exportverhaltens und des Wettergeschehens in Osteuropa zu finden sein. Die Temperaturen sollen wieder ansteigen, und auch wenn es sehr kalt war sollen die Schäden eher gering sein. An dem CBoT handelte man zunächst deutlich im Minus, aber mit Bekanntwerden der guten Maisexporte drehte die Stimmung und der Märzkontrakt schloss am Ende mit einem minimalen Plus von 25 US Cent bei 5, 8975 US $ / bu, was deutlich über seinem Tagestief von 5,7750 US $ lag. Die US Exporte wurden mit 319.000 t bekanntgegeben. Das lag 26 % unter dem Wert der Vorwoche und 14 % unter dem 4 Wochenschnitt. Damit zeigt sich so langsam das die Exportprognose der USDA wohl nicht zu halten sein wird.
 
Mais steigt kräftig
Die US Maisexporte wurden mit 1,17 Mio. gemeldet, was deutlich über den erwarteten 750.000 t , und 24 % über dem Wert der Vorwoche und 65 % über dem 4-Wochenschnitt lag. Und es gab Hoffnung auf weitere gute Exportdaten, denn zum einen hat sich der Dollarkurs wieder etwas verringert, und zum anderen sind die Transportkosten zu den Hafenstandorten am Golf von Mexiko gesunken, da sich das Logistikproblem in den USA entspannt hat. Damit steigt die Konkurrenzfähigkeit der Amerikaner. Der Märzkontrakt am CBoT steigt um 2 % auf 3,8975 US $ / bu. In Paris gibt der Januarkontrakt 1 Euro auf 154,50 Euro / t ab.
 
Soja steigt wieder über 10 USD
Die Sojabohne profitierte ebenso von guten Exportdaten. In der letzten Woche wurden 1,18 Mio. t angemeldet. Das lag zwar leicht unter dem Wert der vergangenen Wochen aber die Markterwartungen lagen nur bei 850.000 t. Die chinesische Handelskammer meldete eine Steigerung der Importe von 4,5 % gegenüber dem Vorjahr, und liegt damit gleichauf mit den Prognosen des USDA, die 74 Mio. t. erwartet. Der Januarkontrakt überspringt wieder die 10 $ Marke und settelt mit einem Plus von 1,2 % bei 10,1050 US $ / bu. Auch der Schrotexport lag mit 227.000 t. deutlich über den erwarteten 50.000 t, und der Januarkurs steigt um 1,1 % auf 357,80 US $ / t.
 
Raps mit leichten Verlusten
Der Rapskurs kann nicht von dem festen Sojakomplex profitieren. Er notiert den ganzen Tag leicht im roten Bereich und der vordere Februarkontrakt settelt am Ende mit einem Verlust von 50 Cent bei 336,75 Euro / t. In Winnipeg kann die Canolanotierung trotz der neuen Zahlen von Statistik Kanada leicht um 0,1 % auf 412,70 Ca $ zulegen.
 
Dieter Jendrziak @t-online.de>
Auch interessant