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Börsentelegramm

Getreide und Ölsaaten am Mittwoch im Plus

von , am
23.09.2015

In den USA startet der Terminmarkt am Mittwoch deutlich fester. Diese Voragen ziehen zum Handelsbeginn auch die Preise für Weizen. Mais und Raps in Europa mit nach oben.

© landpixel
 
Am gestrigen Dienstag haben sich die Terminmärkte in Europa und den USA nicht bei allen Produkten in die gleiche Richtung bewegt. Während sich der Weizen in den USA am Ende des Handelstages knapp behaupten konnte, rutschten die Preise für Mais und vor allem für Soja deutlich in Minus und mussten einen großen Teil der Gewinne vom Montag wieder abgeben. In Europa beendete der Raps den Handel hingegen nur leicht schwächer und der Weizen legte sogar weiter zu. Der Mais gaben für den vorderen Termin leicht nach, konnte für die hinteren Termine jedoch etwas zulegen.
 
Im vorbörslichen Handel in den USA startet der Chicago-Weizen am heutigen Mittwoch (23.09) allerdings fester. Die Preise für US-Mais bewegen sich im vorbörslichen Handel ebenfalls im Plus. Auch die Sojapreise können sich etwas von ihren Vortagsverlusten erholen und beginnen den Handel im grünen Bereich. Diese positive Preisentwicklung in den USA wird am heutigen Mittwoch zum Handelsbeginn auch die Preise für Weizen, Mais und Raps in Europa nach oben ziehen.
 
Der Euro notierte am Dienstag gegenüber den USD (nach dem Kursverlust von Vortag von 1,4 %))erneut 0,5 % schwächer und fällt auf 1,1128 USD. Das Rohöl WTI wurde am Dienstag mit 46,36 USD je Barrel gehandelt und damit 1,3 % niedriger als am Vortag (46,96 USD).
 
Trockenheit in Russland, Rekordaussaat in Brasilien
Gründe für die relativ festen Weizenpreise sind die Meldungen aus Russland und der Ukraine über sehr ungünstige Aussaatbedingungen bei Winterweizen für die Ernte 2015. In beiden Ländern ist in wichtigen Anbaugebieten deutlich zu trocken und die geplanten Fläche können nicht (mit Winterweizen) bestellt werden bzw. die bestellten Fläche sind deutlich kleiner als geplant. Der aufkommende Druck am Ölsaatenmarkt wird durch die Meldungen zur erwarteten Aussaatfläche bei Sojabohnen für die Ernte 2016 in Brasilien verursacht. Die auf dieser Basis geschätzte Produktion liegt für das Jahr 2016 zum Teil deutlich über 100 Mio. t und wäre ein weiter Produktionsrekord. Bei Mais richten sich die Befürchtungen des Markes erneut auf China und die geplante Reform des bislang streng regulierten Maismarktes mit extrem hohen (und teuren) Beständen und ebenfalls sehr hohen staatlich gesteuerten Binnenmarkpreisen.
 
EU: Weizenpreise wieder über 170 Euro
Der vordere Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Dienstag mit 171,75 Euro/t aus dem Handel und damit deutlich über der Marke von 170 Euro. Im Vergleich zum Vortag (170,25 Euro) haben die Dezemberpreise damit um 0,7 % bzw. 1,25 Euro zugelegt. Der Märzkontrakt für den MATIF-Weizen wurde am Dienstag mit 179,50 Euro/t gehandelt. Gegenüber dem Vortag (177,75 Euro) haben die Märzpreise damit um 1,75 Euro zugelegt. Das Preisniveau der Vorwoche (169,50 Euro) wurde vom Dezemberweizen um 2,25 Euro übertroffen. Das Kursniveau vom vorigen Jahr (159,50 Euro) übertrafen die Weizenpreise für den Dezembertermin um 12,25 Euro bzw. 7,6 %.
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EU: Maispreise noch knapp über 160 Euro
Die Maispreise haben am europäischen Terminmarkt für den vorderen Termin leicht nachgegeben und blieben für die nachfolgenden Termine unverändert oder legten sogar leicht zu. Der Novemberkontrakt (neue Ernte) beendete den Handel am Dienstag bei 161,25 Euro/t und damit 0,75 Euro bzw. 0,5 % niedriger als am Vortag (162,0 Euro). Der Januarkontrakt notierte bei 171,25 Euro und damit unverändert zum Vortag (171,25 Euro). Das Preisniveau der Vorwoche (167,25 Euro) wurde vom November-Mais um 6,0 Euro verfehlt. Die Maispreise vom Vorjahr (142,75 Euro) wurden am europäischen Terminmarkt deutlich um 18,50 Euro bzw. 13,0 % übertroffen.
 
EU: Rapspreise im Sog der Sojapreise
Die Rapspreise haben am Dienstag am europäischen Terminmarkt (nach der kräftigen Erholung vom Montag) unter dem Druck der schwächeren Sojapreise ebenfalls etwas nachgegeben. Der Novemberkontrakt wurde mit 363,50 Euro gehandelt und damit zu 0,75 Euro niedrigeren Preisen als am Vortag (364,25 Euro). Der Februarkontrakt notierte bei 361,75 Euro und damit 1,25 Euro niedriger als am Vortag (363,0). Das Preisniveau der Vorwoche (367,50 Euro) wurde vom November-Raps um 4,0 Euro verfehlt. Im Vergleich zum Vorjahr (322,75 Euro) sind die aktuellen Rapspreise (November) am europäischen Terminmarkt 40,75 Euro bzw. 12,6 % höher.
 
USA: Weizenpreise beginnen am Mittwoch fester
Am Dienstag (22.09) haben sich die Weizenpreise am US-Terminmarkt in Chicago knapp behauptet. Der Dezember-Termin beendete den Handel 0,3 % schwächer bei 495,6 Cent je Buschel (163,6 Euro/t). Der März-Kontrakt für den Chicago-Weizen notierte 0,3 % niedriger bei 502,6 Cent je Buschel (165,9 Euro/t). Das Preisniveau der Vorwoche (494,6 Cent je Buschel) übertrifft der Dezember-Weizen um 0,2 %. Das Preisniveau vom Vorjahr (516 Cent je Buschel) verfehlen die Weizenpreise (Dezember) in Chicago um etwa 4,0 %.
 
Am Mittwoch beginnen die Weizenpreise (Dezemberkontrakt) in Chicago den Handel 0,8 % im Plus bei 499,2 Cent je Buschel (164,7 Euro/t).
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USA: Maispreise im Wochenvergleich gefallen
Die Maispreise sind am Dienstag am Terminmarkt in Chicago zurückgegangen. Die neue US-Ernte (Dezember) notierte 1,0 % niedriger bei 380,4 Cent je Buschel (134,6 Euro/t). Der nachfolgende März-Kontrakt beendete den Handel 1,0 % niedriger bei 392,2 Cent je Buschel (138,7 Euro/t). Das Preisniveau der Vorwoche (390,4 Cent je Buschel) verfehlt der Dezember-Mais um 2,6 %. Das Preisniveau vom Vorjahr (326 Cent je Buschel) wird am US-Terminmarkt vom aktuellen Dezemberkontrakt um 16,7 % übertroffen.
 
Am Mittwoch starten die Maispreise (Dezemberkontrakt) in Chicago 0,7 % im Plus bei 383,0 Cent je Buschel (135,5 Euro/t) in den Handel.
 
USA: Sojapreise so niedrige wie 2007
Die Preise für Sojabohnen haben am Dienstag am Terminmarkt in Chicago deutlich nachgegeben. Der vordere Novemberkontrakt (neue Ernte) notierte 1,4 % niedriger bei 861,6 Cent je Buschel (284,3 Euro/t). Der nachfolgende Januar-Kontrakt beendete den Handel 1,4 % niedriger bei 866,4 Cent je Buschel (285,9 Euro/t). Das Preisniveau der Vorwoche (889 Cent je Buschel) verfehlt der November-Kontrakt um 3,1 %. Das Preisniveau vom vorigen Jahr (976 Cent) wurde am US-Terminmarkt durch den Novemberkontrakt um 11,7 % verfehlt. Zudem waren die Sojapreise am Dienstag die so niedrig wie zuletzt im August 2007.
 
Am Mittwoch Vormittag starten die vorderen Sojapreise (Novemberkontrakt) fester in den Handel und liegen zunächst 0,8 % im Plus bei 868,4 Cent je Buschel (286,6 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke
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