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Börsentelegramm

Getreidepreise fallen weiter, schwacher Wochenstart

von , am
08.09.2014

Am Montag Vormittag (08.09) lagen die Weizen- und Maispreise in den USA im elektronischen vorbörslichen Handel erneut im Minus.

© Gina Sanders/fotolia.de
 
Der Weizen musste in der ersten Septemberwoche empfindliche Verluste verkraften. In Europa rutschten die Kurse am Terminmarkt zeitweise unter die 170-Euro-Marke. In den USA fielen die Weizenpreise in Chicago zeitweise unter die Marke von 530 Ct/Bu (150 Euro). Ursachen für den Preisdruck waren unter anderem die sehr guten Ernte- und Produktionsdaten vom Schwarzen Meer und aus der Europäischen Union sowie der Druck der vom Futtergetreidemarkt ausging. Diese Woche (Donnerstag) erwartet der Markt zudem einen neuen USDA-Report, dessen aktualisierte Daten zur Produktion und zu den Versorgungsbilanzen beim Mais und bei Soja, aber auch beim Weizen für weiteren Preisdruck am globalen Getreidemarkt sorgen könnten. Viele Analysten gehen derzeit von weiteren Aufwärtskorrekturen der globalen Getreide- und Ölsaatenernte aus, wenn das Ertragspotential in den USA (Mais und Soja) nicht noch durch Frosteinbrüche im Mittelwesten reduziert wird.
 
EU-Weizenpreise halten 170-Euro-Marke
In der Europäischen Union sind die Weizenpreise in der letzten Woche bis zum Donnerstag gefallen und haben sich dann am Freitag (05.09) wieder etwas erholt. Zeitweise (04.09) sackten die Kurse im laufenden Handel deutlich unter die 170-Euro-Marke. Am Ende der letzten Woche (05.09) kostete der Weizen (Novemberkontrakt) am Terminmarkt in Paris am Freitag 172 Euro/t und damit 2,25 Ct weniger als am Freitag vor einer Woche (174,25 Euro) und zudem 16 Euro weniger als Anfang September 2013 (188,25 Euro). Der Januarkontrakt notiert am Freitag bei 175 Euro und damit ebenfalls 2,0 Euro billiger als in der Vorwoche (Vw.: 177,0). Futterweizen wurde am Terminmarkt in London für den November mit 149,5 Euro/t (119 GPB) gehandelt und damit rund 3,5 Euro billiger als letzte Woche.
 
US-Weizen steht weiter unter Druck
In den USA hatten die Weizenpreise in der letzten Woche am Terminmarkt in Chicago zunächst um weitere 4,5 % nachgegeben. Am Freitag konnten sich die Kurse dann um knapp 1,0 % erholen. Damit kostete der in Chicago gehandelte Weizen (SRW) rund 21 % bzw. umgerechnet etwa 41 Euro weniger als Anfang September 2013 (192 Euro/t). Am heutigen Montag (05.09) bewegen sich Weizenpreise im elektronischen vorbörslichen Handel im Minus. Der Septembertermin des Chicago-Weizen (SRW) beendete den Handel am Freitag (05.09) bei 151 Euro/t (531 Ct/bu) und damit 3 Euro preiswerter als vor einer Woche. Der Dezemberkontrakt kostete am Terminmarkt in Chicago (SRW) am Freitag umgerechnet 152 Euro/t (535 Ct/bu ) und damit fast 6 Euro weniger als eine Woche zuvor. Der US-Brotweizen der Sorte Hard Red Winter (Septemberkontrakt) gingen am Freitag (05.09) am Terminmarkt mit 172,7 Euro/t (608,2 Ct/bu) aus dem Handel (- 2,5 Euro). Demgegenüber kostete der Sommerweizen (HRS) am US-Terminmarkt 178 Euro/t (626 Ct/bu) und damit 6 Euro mehr als letzte Woche.
 
Mais rutscht weiter abwärts
Die Maispreise haben in der letzten Woche weiter nachgegeben. Dabei ging der Druck weiterhin von den sehr guten Ernteprognosen in den USA und in Europa aus. In den USA liegen die meisten Analystenschätzungen mittlerweile recht deutlich über den Ertrags- und Produktionsprognosen des USDA (bei Mais und bei Soja). Am europäischen Terminmarkt sind die Maispreise letzte Woche unter die Marke von 150 Euro/t gefallen. Das sind die niedrigsten europäischen Maispreise seit Mai 2010 - also seit reichlich 4 Jahren. In den USA gaben die Kurse ebenfalls kräftig nach und fielen bis auf umgerechnet 105 Euro (konnten sich zum Ende der Woche aber wieder etwas erholen . Grund für die Preiserholung waren Meldungen über mögliche Frosteinbrüche im Mittelwesten und die damit verbundenen Ertrags- und Produktionsausfälle. Mehr Klarheit über die Größe der neuen Ernte in den USA und weltweit sowie eine aktuelle Einschätzung zur neuen Maisernte in Europa, wird der neue USDA-Report am späten Donnerstag Abend bringen.
 
Maispreise in Europa stehen unter Druck
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise im Verlauf der letzten Woche nochmals deutlich nachgegeben. Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) fielen die Preise im Wochenverlauf erstmals unter die 150-Euro-Marke. Am Freitag (05.08) kosteten der Mais am Terminmarkt in Paris mit 148,75 Euro/t nochmals 3 Euro auf 151,75 Euro weniger als am Freitag zuvor (Vw: 151,75). Im Vergleich zum letzten Jahr September 2013 (182 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt damit 33 Euro oder 18 % niedriger. Seit Anfang Mai 2014 (195 Euro) haben die Maispreise in Europa um 46 Euro oder 24 % nachgegeben. Derzeit befinden sich die europäischen Maispreise auf dem tiefsten Stand seit Anfang Mai 2010. In Frankreich bewegten sich die Maispreise im Großhandel (fob Bordeaux) am Freitag bei 147 Euro und 4 Euro niedriger als eine Woche zuvor (151 Euro).
 
US-Mais hat noch keinen Boden gefunden
Im Verlauf der letzten Woche haben die US-Maispreise zunächst kräftig nachgegeben, sich dann am Ende der Woche mit den Frostwarnungen für den Mittelwesten jedoch wieder etwas erholt. Am Donnerstag Abend werden die neuen Produktions- und Bestandsdaten des USDA für die neue US-Ernte erwartet. US-Analysten gehen überwiegend davon aus, dass das USDA die Erträge und die Produktion weiter nach oben setzt. Der US-Mais für den Septembertermin ging am letzten Freitag (05.09) in Chicago mit umgerechnet 105,4 Euro/t (346,4 Ct/bu) aus dem Handel und damit (trotz Zwischenerholung) noch immer 2,0 Euro billiger als am Freitag der Vorwoche. Der Dezemberkontrakt wurde mit 108,25 Euro (356 Ct/bu) 1,0 Euro schwächer gehandelt und der März bei etwa 112 Euro (368,6 Ct/bu). Im Vergleich zum September 2013 sind die Maispreise in den USA derzeit 31 Prozent oder umgerechnet 49 Euro/t niedriger. Zum Wochenbeginn (08.09) lagen die Maispreise in den USA im elektronischen vorbörslichen Handel erneut im Minus.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass-2014
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