Login
Börsentelegramm

Getreidepreise haben noch keinen Boden gefunden

von , am
22.09.2014

An der CBoT haben sich für den Weizen alle Gewinne der Vortage wieder in Luft aufgelöst. © landpixel
Die neue Woche beginnt im elektronischen vorbörslichen Handel in den USA für Weizen mit einem Plus und beim Mais sowie beim Sojakomplex mit  weiteren Preisabschlägen. In Europa startet der Markt am Montag sowohl bei Raps, Mais und Weizen mit negativen deutlichen Preiusbschlägen in die neue Woche. Hinzu kommt ein anhaltend schwacher Euro. Mit einer Seitwärtsbewegung beginnen die Zuckerpreise den Handel in den USA .
 
Noch immer hat der Weizenpreis keinen Boden gefunden. Am europäischen Terminmarkt sind die Preise am Ende der letzten Woche bis auf 153,50 Euro abgestürzt und auch am Kassamarkt geben die Preise weiter nach. Gleichzeitig werden jedoch die Prämien für relativ knappen proteinreichen Qualitätsweizen (trotz der ebenfalls rückläufigen Preise) sowohl in Europa auch in den USA und am Schwarzen Meer immer höher. Hauptgrund für den starken Preisverfall beim Weizen sind die sehr großen Ernten sowohl in Europa als auch am Schwarzen Meer und der harte Wettbewerb an den Exportmärkten. Dieser Wettbewerb hat sowohl in den USA als auch in Europa zu sehr kräftigen Preiskorrekturen geführt. Am letzten Freitag hat die USA erstmals eine Exportausschreibung des größten Importeurs Ägypten gewonnen und damit die Preise in Europa zusätzlich unter Druck gesetzt. Am heutigen Montag (22.09) liegen die Weizenpreise im elektronischen vorbörslichen Handel in Chicago zunächst im Plus und dürften auch die Weizenpreise in Europa stützen.
 
EU-Weizenpreise fallen unter 154 Euro
In der Europäischen Union sind die Weizenpreise im Verlauf der letzten Woche erneut um fast 6 % bzw. knapp 10 Euro gefallen. Am Freitag der letzten Woche (19.09) kostete der Weizen (Novemberkontrakt) am Terminmarkt in Paris nur noch 153,5 Euro/t und damit 9,25 Ct weniger als am Freitag (12.09) vor einer Woche (162,75 Euro) und sogar 18,50 Euro (!!) weniger als am Freitag (05.09) vor zwei Wochen (172 Euro). Im Vergleich zu den Preisen vor einem Jahr (23. Sept. 2013) kostet der Weizen am europäischen Terminmarkt 32 Euro weniger (186,25 Euro). Der Januarkontrakt notiert am Freitag bei 157,75 Euro und damit 8,75 Euro billiger als in der Vorwoche (Vw.: 166,50) und der März ging mit 159,75 Euro aus dem Handel. Futterweizen wurde am Freitag(19.09) am Terminmarkt in London für den November mit 141,85 Euro/t (111,55 GPB) gehandelt und damit rund 1,0 Euro billiger als letzte Woche (112,45 GPB) und für den Januar mit 144,40 Euro (113,55 GPB).
 
US-Weizen weiter gefallen, positiver Wochenbeginn
In den USA haben die Weizenpreise in der letzten Woche am Terminmarkt in Chicago um weitere 5,5 % nachgegeben. Damit kostete der in Chicago gehandelte Weizen (SRW) rund 30 % bzw. umgerechnet etwa 59 Euro weniger im September 2013 (195 Euro/t). Der Dezembertermin des Chicago-Weizen (SRW) beendete den Handel am Freitag (19.09) bei 135,6 Euro/t (474,4 Ct/bu) und damit 6,0 Euro preiswerter als vor einer Woche (141,6 Euro). Der Märzkontrakt kostete am Terminmarkt in Chicago (SRW) am Freitag umgerechnet 140,34 Euro/t (491 Ct/bu ) und damit 3 Euro weniger als eine Woche zuvor (143 Euro). Der US-Brotweizen der Sorte Hard Red Winter (Dezemberkontrakt) gingen am Freitag (16.09) am Terminmarkt mit 160 Euro/t (560,2 Ct/bu) aus dem Handel (- 7 Euro z. Vw.). Demgegenüber kostete der Sommerweizen (HRS) am US-Terminmarkt 153 Euro/t (535,4 Ct/bu) und damit 10 Euro weniger als letzte Woche. Am heutigen Montag (22.09) liegen die Weizenpreise im elektronischen vorbörslichen Handel in Chicago leicht im Plus.
 
Maispreise in Europa fallen unter 137 Euro
Am europäischen Terminmarkt sind die Maispreise im Verlauf der letzten Woche weiter gefallen. Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) fielen die Preise im Wochenverlauf bis unter 137 Euro. Am Freitag (19.09) kostete der Mais am Terminmarkt in Paris nur noch 136,75 Euro/t und damit 3,5 Euro weniger als am Freitag der Vorwoche (Vw: 140,25). Am Montag Vormittag (22.09) startet der Handel am europäischen Terminmarkt mit einem weiteren Preisabschlag von 1,50 Euro auf 135,50 Euro/t. Im Vergleich zum letzten Jahr im September 2013 (176,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 40 Euro oder 23 % niedriger. Seit Anfang Mai 2014 (195 Euro) haben die Maispreise in Europa um 58 Euro oder 30 % nachgegeben. Derzeit befinden sich die europäischen Maispreise auf dem tiefsten Stand seit März 2010.
 
US-Mais hält sich knapp über 100-Euro-Marke
Im Verlauf der letzten Woche haben die US-Maispreise nochmals nachgegeben. Der US-Mais für den Dezembertermin ging am letzten Freitag (19.09) in Chicago mit umgerechnet 101,55 Euro/t (331,4 Ct/bu) aus dem Handel und damit knapp 2,0 Euro billiger als am Freitag der Vorwoche. Der Märzkontrakt wurde mit 105,45 Euro (344 Ct/bu) 1,0 Euro schwächer gehandelt und der Maitermin bei etwa 108,13 Euro (353 Ct/bu). Im Vergleich zum September 2013 (151 Euro) sind die Maispreise in den USA derzeit 35 Prozent oder umgerechnet 50 Euro/t niedriger. Zum Wochenbeginn (22.09) lagen die Maispreise in den USA im elektronischen vorbörslichen Handel erneut im Minus.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass-2014
Auch interessant