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Börsentelegramm

Getreidepreise können Gewinne nicht halten

von , am
18.06.2015

Den gestrigen Handelstag beendeten die Weizenpreise in den USA, nach einem furiosen Start mit zunächst kräftig steigenden Preisen,am Ende relativ neutral mit einem leichten Preisaufschlag.

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel
 
Den gestrigen Handelstag beendeten die Weizenpreise in den USA, nach einem furiosen Start mit zunächst kräftig steigenden Preisen, am Ende relativ neutral mit einem leichten Preisaufschlag. Auslöser für den anfänglichen Preisanstieg waren weitere Meldungen über neue heftige Regenfälle und Unwetter in den südlichen Winterweizen-Anbaugebieten (und im Mittelwesten) und die möglichen Auswirkungen auf die Weizenqualität sowie weitere Verzögerungen bei der laufenden US-Weizenernte. In Europa konnten die Weizenpreise am Mittwoch auf vor dem Hintergrund der nach unten korrigierten deutschen Ernteprognosen zulegen. Am Donnerstag rutschten der Weizen am europäischen Terminmarkt jedoch wegen des kräftig steigenden Euros und der im vorbörslichen Handel kaum veränderten US-Weizenpreise relativ deutlich ins Minus.
 
Wetter bestimmt die Richtung
Bei Sojabohnen und bei Mais legten die Terminmarktpreise in den USA wegen der anhaltenden heftigen Regenfälle in den Hauptanbaugebieten im Mittelwesten am Mittwoch weiter zu. Ursache waren die anhaltenden extremen Regenfälle und Stürme im Mittelwesten der USA. Diese hatten zuletzt zu einer erheblichen Verzögerung bei der Sojaaussaat und zu einer Verschlechterung des Crop-Ratings vor allem bei Sojabohnen aber auch bei Mais geführt. Außerdem rechnen Analysten wegen der Unwetter und der teilweisen Überflutungen von Mais- und Sojafeldern auch mit Neu-Aussaaten bei beiden Kulturen bzw. mit Verschiebungen der Anbaufläche vom Mais hin zum später zu pflanzenden Soja.
 
Donnerstag beginnt mit Verlusten
Am heutigen Donnerstag beginnen der Mais und vor allem die Sojabohne den vorbörslichen Handel am Terminmarkt in Chicago allerdings mit nachgebenden Preisen. Auch in Europa geben die Maispreise am Donnerstag nach leichten Gewinnen am Mittwoch wieder nach. Die Rapspreise sind am Mittwoch in Europa mit den Sojapreisen kräftig gestiegen, beginnen den Handel am Donnerstag jedoch wieder im Minus.
 
In Kanada sind die Canaolpreise am Mittwoch am Terminmarkt in Winnipeg ebenfalls kräftig gestiegen und liegen am heutigen Donnerstag jedoch ebenfalls wieder im Minus. Aus kanadischen Prärieprovinzen melden Wetterdienste nach einer sehr lang anhaltenden Trockenheit jetzt endlich Regen, was die Preise für Raps und Weizen dort erst einmal unter Druck setzt.
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USA: Weizenpreise behauptet, Anstieg am Mittwoch
Am gestrigen Mittwoch (17.06) lagen die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago am Ende des Handelstages leicht im Plus. Der Julikontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) legte um 0,5 % auf 491,2 Ct je Buschel (159,0 Euro/t) zu und überwand damit die Marke von 490 Cent nach oben. Die neue Ernte (September) notierte ebenfalls 0,5 % höher bei 497 Cent je Buschel (160,9 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter gingen die Preise am Mittwoch um 0,2 % auf 505,4 Cent je Buschel (163,6 Euro) zurück. Die neue Ernte (September) notierte 0,2 % niedriger bei 514,6 Cent je Buschel (166,6 Euro/t).
 
Am Donnerstag (MEZ) liegen die Weizenpreise (Julikontrakt) in Chicago im vorbörslichen Handel 0,2 % im Plus bei 492 Ct je Buschel (159,3 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter geben die Preise am Donnnerstag zunächst um 0,1 % auf 505 Ct je Buschel (163,4 Euro) nach.
 
USA: Preise für Soja und Mais weiter gestiegen
Am gestrigen Mittwoch (17.06) sind die Preise für Mais am Terminmarkt in den USA um weitere 1,5 % auf 359,2 Cent je Buschel (124,6 Euro/t) gestiegen. Die neue Ernte (Dezember) notierte 1,4 % im Plus bei 375 Cent je Buschel (130,2 Euro/t). Am Donnerstag liegen die Maispreise in Chicago im vorbörslichen Handel 0,2 % im Minus bei 358,4 Cent je Buschel (124,4 Euro/t). Die Sojabohne (Julikontrakt) hat am gestrigen Dienstag um 1,2 % auf 969 Cent je Buschel (314 Euro/t) zugelegt. Die neue Ernte (November) notierte 1,3 % höher bei 939,6 Cent je Buschel (304 Euro/t).
 
Am Donnerstag liegen die Sojapreise 0,8 % im vorbörslichen Handel 0,5 % im Minus bei 964,4 Cent je Buschel (312,2 Euro). Für Sojaschrot (Julikontrakt) sind die Preise am Mittwoch um 0,9 % auf 323,7 USD/shorttone (314 Euro/t) gestiegen. Für Sojaöl (Julikontrakt) haben die Preise am Mittwoch um 0,2 % auf 32,85 Ct/lb (638 Euro/t) nachgegeben.
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Euro steigt wieder, Rohöl wenig verändert
Der Euro hat am Mittwoch gegenüber dem Dollar 0,8 % an Wert gewonnen und notierte bei 1,1347 USD und liegt am Donnerstag bei 1,1416 USD je Euro und damit 0,6 % im Plus. Der Rohölpreis (WTI) hat am Mittwoch leicht nachgegeben und liegt am Donnerstag wieder leicht im Plus. Am US-Terminmarkt gaben die WTI-Kurse am Mittwoch um 0,2 % auf 60,33 USD je Barrel nach. Im vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Donnerstag 0,85 % im Plus bei 60,84 USD je Barrel. Der Preis für das Nordseeöl Brent hat am Mittwoch 0,3 % auf 63,87 USD je Barrel zugelegt. Im vorbörslichen Handel am Donnerstag liegen die Brent-Preise 1,0 % im Plus bei 64,50 USD.
 
Weizenpreise nach Anstieg wieder im Minus
Am Mittwoch (16.06) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt gestiegen. Der Septembertermin (neue Ernte) notiert bei 178,50 Euro/t und damit 1,75 Euro bzw. 1,0 % höher als am Vortag (176,75 Euro). Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Mittwoch mit 180,25 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (178,75 Euro) hatten die Preise damit um 0,8 % oder 1,50 Euro zugelegt. Die Weizenpreise vom Vorjahr (191,25 Euro) werden am europäischen Terminmarkt derzeit um 12,75 Euro verfehlt.
 
Am heutigen Donnerstag Nachmittag liegen die Weizenpreise (September) am europäischen Terminmarkt 1,25 Euro im Minus bei 177,25 Euro/t. Der Dezemberkontrakt kostete am Donnerstag 178,75 Euro und damit 1,50 Euro weniger als am Vortag.
 
Maispreise folgen weiter den US-Vorgaben
Am Dienstag sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt im Sog der steigenden US-Preise nochmals leicht gestiegen. Der vordere Augustkontrakt beendete den Handel bei 163,0 und damit 0,50 Euro bzw. 0,3 % höher als am Vortag (162,50 Euro). Die neue Ernte (November) kostete am Dienstag 163,75 Euro (165,75 Euro) und damit 1,25 Euro mehr als am Vortag (162,50 Euro). Damit sind die Preise für die neue Ernte 0,75 Euro höher als für den vorderen Augustkontrakt (alte Ernte). Im Vergleich zum Vorjahr (179,25 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 16,25 Euro niedriger.
 
Am Donnerstag Nachmittag notiert der Mais (August) am europäischen Terminmarkt 1,0 Euro niedriger bei 162,0 Euro. Gleichzeitig kostet die neue Ernte 163,0 Euro und damit 0,75 Euro weniger. .
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Rapspreise nach Anstieg wieder schwächer
Die Rapspreise sind am Mittwoch am europäischen Terminmarkt mit den Sojapreisen und den Canolapreise (Kanada) gestiegen. Der Augustkontrakt (neue Ernte) wurde am Mittwoch mit 375 Euro gehandelt und damit 4,0 Euro teuer wie am Vortag (371,0). Der Novemberkontrakt wurde mit 378,75 Euro notiert und damit 4,25 Euro teurer als am Vortag (374,50). Im Vergleich zum Vorjahr (349,75 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 25,25 Euro höher.
 
Am heutigen Donnerstag liegen die die Rapspreise für den Augustkontrakt um 02,25 Euro im Minus bei 372,75 Euro. Gleichzeitig kostet der November-Raps 1,75 Euro weniger und damit 377,0 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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