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Börsentelegramm

Getreidepreise pendeln sich auf höherem Niveau ein

von , am
07.07.2015

Trotz der jüngsten Korrekturen scheinen sich die Getreidepreise, aber auch die Kurse für Ölsaaten, auf dem zuletzt deutlich nach oben korrigierten Niveau einzupendeln.

© agrar-press
 
Am gestrigen Montag waren die Terminmärkte in den USA zunächst mit deutlich schwächeren Preisen für Weizen, Mais und Sojabohnen in die neue Woche gestartet und hatten auch in Europa für nachgebende Preise gesorgt. Im Laufe des Tages drehte der Weizen jedoch in den USA ins Plus und beendet den Handel in Europa fast unverändert zum hohen Niveau der Vorwoche bei 204 Euro. Die Maispreise gaben hingegen am Montag in den USA leicht und in Europa etwas deutlicher nach. Die Sojabohne und auch der Raps beendeten den Tag hingegen deutlich im Minus.
 
Trotz der jüngsten Korrekturen scheinen sich die Getreidepreise, aber auch die Kurse für Ölsaaten, auf dem zuletzt deutlich nach oben korrigierten Niveau einzupendeln, denn die laufenden Wettermeldungen und das aktuelle Crop-Rating aus Europa, den USA und aus Kanada bestätigen erneut die Erwartungen der Märkte an kleinere Getreide- und Ölsaatenernten in den genannten Regionen und entsprechend höhere Preise für die wichtigsten Kulturen.
 
USA: Weizenpreise am Montag ins Plus gedreht
Am gestrigen Montag (06.07) haben die Weizenpreise am Terminmarkt in Chicago, nach einem sehr schwachen Beginn, am Ende des Tages doch noch mit einem Plus geschlossen. Der auslaufende Julikontrakt für den Chicago-Weizen (SRW) legte um 0,5 % auf 588,4 Ct je Buschel (195,6 Euro/t) zu. Die neue Ernte (September) notierte sogar 0,9 % höher bei 595,4 Cent je Buschel (197,9 Euro/t).
 
Für den in Kansas gehandelten Weizen der Sorte Hard Red Winter blieben die Preise am Montag unverändert bei 576 Cent je Buschel (191,4 Euro). Die neue Ernte (September) notierte 0,1 % höher bei 592,4 Cent je Buschel (196,9 Euro/t).
 
Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise für die neue Ernte (September) in Chicago im vorbörslichen Handel 0,8 % im Minus bei 588,4 Cent je Buschel (195,5 Euro/t). Für den in Kansas gehandelten proteinreichen Weizen der Sorte Hard Red Winter geben die Preise (September) am Dienstag Vormittag um 0,7 % auf 587 Cent je Buschel (195 Euro) nach.
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USA: Mais etwas schwächer, Soja gibt deutlich nach
Am gestrigen Montag (06.07) sind die Maispreise am Terminmarkt in den USA für den September-Kontrakt (alte Ernte) um 0,5 % auf 426,4 Cent je Buschel (151,8 Euro/t) zurückgegangen. Die neue Ernte (Dezember) notierte 0,5 % niedriger bei 435 Cent je Buschel (154,9 Euro/t). Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die vorderen Maispreise in Chicago im vorbörslichen Handel 0,6 % im Minus bei 420,4 Cent je Buschel (149,7 Euro/t).
 
Die Sojabohne (Julikontrakt) hat den gestrigen Handelstag für den Augusttermin 1,5 % schwächer mit 1022,2 Cent je Buschel (339,7 Euro/t) beendet. Die neue Ernte (November) notierte 1,5 % niedriger bei 1014,6 Cent je Buschel (337 Euro/t). Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die vorderen Sojapreise (August) erneut 0,9 % im Minus bei 1014 Cent je Buschel (337 Euro).
 
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Weizenpreise halten sich deutlich über 200 Euro
Am Montag (06.07) haben sich die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt nach schwachen Beginn behauptet und dabei die Marke von 200 Euro ohne Probleme gehalten. Der Septembertermin (neue Ernte) notiert am Montag bei 204,25 Euro/t und damit 0,25 Euro bzw. 0,1 % höher als am Vortag (204 Euro).
 
Der Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Montag mit 205,50 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (205,0 Euro) hatten die Preise damit um 0,2 % oder 0,50 Euro zugelegt. Im Vergleich zum Vorjahr (187 Euro) sind die Preise am europäischen Terminmarkt derzeit um 17,5 Euro höher. Höhere Weizenpreise als im Moment gab es zuletzt im Mai 2014 als vor mehr als einem Jahr.
 
Maispreise so hoch wie vor zwei Jahren
Am Montag haben die Maispreise am europäischen Terminmarkt zwar nachgegeben, in Tagen zuvor jedoch einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht. Der vordere Augustkontrakt beendete den Handel am Montag mit 191,50 und damit 2,25 Euro bzw. 1,2 % niedriger als am Vortag (193,75 Euro).
 
Die neue Ernte (November) kostete am Montag 193,50 Euro und damit ebenfalls 2,25 Euro weniger als am Vortag (195,75 Euro). Außerdem waren die Preise für die neue Ernte 2,0 Euro höher als für den vorderen Augustkontrakt (alte Ernte). Im Vergleich zum Vorjahr (174,25 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 17,25 Euro bzw. 10 % höher. Höhere Maispreise als Anfang Juli 2015 gab es zuletzt im Juli 2013 also vor zwei Jahre.
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Rapspreise korrigieren deutlich
Die Rapspreise haben am Montag am europäischen Terminmarkt unter dem Druck der nachgebenden Soja- und Canaolpreise ebenfalls deutlich nachgegeben. Der Augustkontrakt (neue Ernte) wurde am Montag mit 387,50 Euro gehandelt und damit zu 6,75 Euro niedrigeren Preisen als am Vortag (394,25) sowie wieder unter der Marke von 390 Euro.
 
Der Novemberkontrakt wurde am Montag mit 391,50 Euro gehandelt und damit 6,75 Euro niedriger als am Vortag (398,25). Im Vergleich zum Vorjahr (339,25 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit jedoch noch 48,25 Euro bzw. 14 % höher. Höhere Rapspreise als Anfang Juli 2015 gab es zuletzt im April 2014 also vor gut einem Jahr.
 
Dr. Olaf Zinke
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