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Börsentelegramm

Getreidepreise schwächer, Ölsaaten behauptet

von , am
24.02.2015

Die letzte Februarwoche beginnt für den Weizen an den Terminmärkten in Übersee und in Europa mit Preiskorrekturen.

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© Torbz/fotolia.de
 
Die letzte Februarwoche beginnt für den Weizen an den Terminmärkten in Übersee und in Europa mit Preiskorrekturen. Noch stärker als der Weizen steht am Montag (23.02) auf beiden Seiten des Atlantiks jedoch der Mais unter Druck. Dagegen können sich die Sojabohnen in den USA überraschend gut behaupten, während der Raps in Europa etwas nachgibt. Am Dienstag Vormittag liegen die Sojapreise im elektronischen vorbörslichen Handel in den USA deutlich im Plus und dürften auch den europäischen Rapsmarkt stützen. Der Weizen beginnt den vorbörslichen Handel in Chicago ebenso im grünen Bereich wie der Mais und sendet damit positive Signale für den Börsenstart am Dienstag in Europa aus.
 
Europäer dominieren Exportmarkt
Ursache für den Preisrückgang beim Weizen sind die sehr schwachen Exportverkäufe der USA, die letzte Woche zum Abbruch eines kreditfinanzierten Weizeneinkaufs Ägyptens führten. Aus gleichen Gründen hat Marokko den Einkauf von 360.000 t Weichweizen und 306.000 t Hartweizen in den USA abgebrochen. Hinzu kommen die relativ guten Ernteerwartungen 2015 durch die USDA-Outlookkonferenz. Gleichzeitig exportieren die Europäer weiterhin große Mengen Weizen. Nachdem Marokko letzte Woche 363.500 Weichweizen und in der EU geordert hat, meldeten Händler jetzt den Einkauf von 400.000 t Weizen durch Algerien zu cif-Preisen von 237 USD7t bis 238 USD/t vor allem in Europa. Ägypten erlaubt zudem für die nächsten 6 Monate die Lieferung von Weizen mit mehr als 13,5 % Feuchtigkeit und ermöglicht damit weiterhin umfangreiche französische Lieferungen. Ende der letzten Woche hatte Ägypten 240.000 t Weizen in Frankreich und Rumänien gekauft. Händler berichte zudem über eine aktuelle Ausschreibung Jordaniens über die Lieferung von 100.000 t Hartweizen.
 
US-Farmer verkaufen mehr Mais
Aus den Weizenanbaugebieten der USA (südliche und zentrale Plains) meldet man diese Woche leichte Regenfälle und damit eine moderate Verbesserung der schwachen Wachstumskonditionen. Der Verkauf von Mais durch die US-Farmer hat zuletzt trotz der sehr niedrigen Temperaturen im Mittelwesten zugenommen und die Maispreise unter Druck gesetzt. Der bevorstehende Beginn der Frühjahrsbestellung könnte den Angebotsdruck weiter erhöhen, denn vieler Farmer brauchen noch Geld für den Einkauf von Dünger und Pflanzenschutz. In Süd-Texas haben die Feldarbeiten bereits begonnen. Aus Südamerika meldet man sehr gute Wetter und ein Nachlassen der Regenfälle im Südbrasilien. Die bisherige Produktionsprognose für beide Länder ist sehr gut, auch wenn sich die Aussaat von Wintermais sich in Brasilien durch die langsame Sojaernte verzögert hat. Am Ölsaatenmarkt bleiben die Preise wegen langsamem Ernte in Brasilien kurzfristig relativ fest, dürften mit dem weiteren Erntefortschritt in Brasilien aber zunehmend unter Druck geraten. Die Ertrags- und Produktionserwartungen für Südamerika bleiben jedenfalls ganz hervorragend.
 
USA: Weizen und Mais schwächer, Soja behauptet
Am Montag (23.02) sind die Weizenpreise (März) am Terminmarkt in Chicago um 0,9 % auf 505,6 Ct je Buschel (163,8 Euro/t) zurückgegangen. Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise im elektronischen Handel 0,3 % im Plus bei 507,2 Ct je Buschel (164,5 Euro). Gleichzeitig hat der Mais in den USA für den Märztermin am Montag um 1,7 % auf 378,6 Ct je Buschel (131,5 Euro/t) nachgegeben. Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Maispreise in Chicago im elektronischen vorbörslichen Handel 0,5 % im Plus bei 380,6 Ct je Buschel. Die Sojabohne hat sich am Montag bei 999,2 Ct je Buschel (324 Euro/t) behauptet und hät sich damit knapp unter swe 1000 Ct-Marke. Am Dienstag Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise 1,1 % im Plus bei 1010,4 Ct (327 Euro). Für Sojaschrot sind die Preise am Montag in Chicago um 0,2 % auf 348,3 USD/st (338 Euro/t) gestiegen und notierten am Dienstag Vormittag 1,9 % im Plus. Für Sojaöl haben die Preise am Montag hingegen um 1,1 % auf 31,14 Ct/lb (605 Euro/t) nachgegeben und liegen am Dienstag erneut 0,13 % im Minus.
 
Ölpreise fallen, Euro schwächer
Der Rohölpreis (WTI) ist am Montag (23.02) den vierten Tag hintereinander gefallen und liegt am Dienstag Vormittag ebenfalls im Minus. Am US-Terminmarkt gaben die WTI-Kurse für den Märztermin am Montag um 2,7 % auf 49,45 USD je Barrel nach. Im elektronischen Handel fallen die Preise am heutigen Dienstag Vormittag (MEZ) um 1,2 % auf 48,88 USD je Barrel. Gleichzeitig gab der Preis für das Nordseeöl Brent am Montag um 2,2 % auf 58,90 USD je Barrel nach. Im elektronischen Handel am Dienstag liegen die Brent-Preise 0,8 % im Minus bei 58,43 USD. Die Preise für Erdgas (Natural Gas) haben in den USA am Montag um 2,4 % nachgegeben. Am Dienstag Vormittag liegen die Gaspreise im elektronischen Handel erneut 1,5 % im Minus. Die Preise für Ethanol (Märzkontrakt) sind am Montag am US-Terminmarkt um 1,7 % gefallen und liegen am Dienstag Vormittag 2,3 % im Minus. Der Euro hat am Montag gegenüber dem Dollar um 0,6 % nachgegeben und notierte bei 1,1336 USD und liegt am Dienstag Vormittag bei 1,1322 USD je Euro rund 0,12 im Minus.
 
Weizenpreise geben weiter nach
Die Weizenpreise haben am europäischen Terminmarkt am Montag (23.02) nachgegeben. Der Märzkontrakt für den Weizen ging am Montag (23.02) mit 184,75 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (185,75 Euro) haben die Preise damit 0,5 % oder 1,0 Euro nachgegeben. Der Maikontrakt notierte bei 186,0 Euro und damit 2,50 Euro niedriger als am Vortag (188,50 Euro) und die neue Ernte (September) kostete 183,25 Euro und damit 1,50 Euro weniger als am Vortag (184,75 Euro). Damit sind die Preise für die neue Weizenernte (September) derzeit 1,5 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (190,0 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 5,25 Euro niedriger.
 
Maispreise fallen unter 150 Euro
Die Maispreise haben am europäischen Terminmarkt am Montag (23.02) weiter nachgegeben. Der Märzkontrakt beendete den Handel mit 149,50 Euro/t und damit 1,75 Euro bzw. 1,2 % niedriger als am Vortag (151,25 Euro) und außerdem unter der Marke von 150 Euro. Der Junitermin notierte bei 158,50 Euro und damit 1,75 Euro niedriger als am Vortag (160,25 Euro) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 163,50 Euro und damit 1,25 Euro niedriger als am Vortag (164,75 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 167,75 Euro und damit 1,00 Euro weniger als am Vortag (168,75 Euro) sowie 18,50 Euro mehr als der aktuelle März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (184,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 35,0 Euro niedriger.
 
Rapspreise leicht schwächer
Die Rapsreise haben am europäischen Terminmarkt am Montag (23.02) etwas nachgegeben. Der Maitermin beendete den Handel bei 356,50 Euro/t und damit 1,50 Euro niedriger als am Vortag (358,0 Euro). Die neue Ernte (August) kostete 351,25 Euro und damit 1,50 Euro weniger als am Vortag (352,75 Euro). Gleichzeitig kostet die neue Rapsernte (August) 5,25 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (371,0 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 14,50 Euro niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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