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Börsentelegramm

Getreidepreise starten schwächer in die Woche

von , am
21.09.2015

Am heutigen Montag (21.09) starten Weizen und der Mais schwächer in den Handel.

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel
 
Die Weizenpreise haben sich am vorigen Freitag in Europa kaum verändert und sind in den USA gestiegen. Die Maispreise haben auf beiden Seiten des Atlantiks nachgegeben. Die Sojapreise standen in den USA unter unter Druck und rutschten auf den tiefsten Stand seit August 2008. Vor diesem Hintergrund gaben auch die Rapspreise in Europa und Kanada deutlich nach. Am heutigen Montag (21.09) startet der Chicago-Weizen schwächer in den Handel. Die Preise für US-Mais liegen am Montag im vorbörslichen Handel ebenfalls im Minus. Dagegen können sich die Sojapreise etwas erholen und beginnen den Handel im grünen Bereich sich erneut seitwärts. Angesichts Vorgaben aus den USA beginnt der Handel in Europa am Montag ebenfalls mit schwächeren Preisen bei Weizen und Mais und der Raps legt mit Soja leicht zu.
 
Der Euro notierte am Freitag gegenüber dem USD 0,4 % schwächer bei 1,1368 USD. Das Rohöl WTI wurde am Freitag mit 45,02 USD je Barrel gehandelt und damit 4,6 % niedriger als am Vortag (47,20 USD).
 
Europäische Weizenexporte  jetzt 20 % unter Vorjahr
Der weltweit größte Weizenimporteur Ägypten hatte am Freitag 230.000 t Weizen aus Russland, der Ukraine und erstmals in diesem Wirtschaftsjahr auch aus Frankreich gekauft. Der durchschnittliche Einkaufpreis der Ägypter einschließlich Frachtkosten lag lediglich bei 191 USD/t (168 Euro/t). Die europäischen Weizenexporte in Drittländer lagen nach Meldungen der Kommission in der letzten Woche bei 525.000 t und hatten gegenüber der Vorwoche (354.000 t) wieder angezogen.
 
Insgesamt haben die Europäer in diesem Wirtschaftsjahr rund 4,22 Mio. t Weizen in Drittländer verkauft und damit 1,08 Mio. t bzw. 20 % weniger als im vorigen Jahr zu diesem Termin. Gestützt wurden die Weizenpreise am Ende der vorigen Woche durch Meldungen über anhaltende Trockenheit in Südrussland und entsprechend ungünstige Bedingungen der Russen bei Aussaat von Winterweizen für die Ernte 2016.
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Noch mehr Weizen und weniger Mais
Am Ende der vorigen Woche hat das europäische Analystenhaus Strategie Grains die aktuelle europäische Weizenernte (Weichweizen und Durum) noch einmal kräftig um 3,6 Mio. t auf den auf 155,2 Mio. t ( dar. Weichweizen 147,5 Mio. t) oben geschätzt und liegt damit jetzt am oberen Ende aller Analystenschätzungen und verfehlt mit dieser Prognose nur noch knapp das Rekordergebnis des Vorjahres von 149,3 Mio. t Weichweizen.
 
Das USDA hatte die Gesamt-Ernte letzte Woche auf 154,1 Mio. t geschätzt und die Kommission sah die Gesamternte zuletzt bei 148,6 Mio. t (140,7 Mio. t Weichweizen) wird aber wohl auch weiter nach oben korrigieren. Die europäische Maisernte hat Strategie Grains indessen auf 57,4 Mio. t nach unten korrigiert und liegt damit am unteren Ende aller Prognosen. Die Kommission ging zuletzt von 58,7 Mio. t Mais aus (nach der Rekordernte von 77,8 Mio. t im Vorjahr) und das USDA von 58,0 Mio. t.
 
EU: Weizenpreise rutschen unter 168 Euro
Der vordere Dezemberkontrakt für den MATIF-Weizen ging am Freitag mit 167,25 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (167,0 Euro) haben die Dezemberpreise damit um 0,1 % bzw. 0,25 Euro zugelegt bzw. sich kaum verändert. Der Märzkontrakt für den MATIF-Weizen wurde am Freitag mit 175,00 Euro/t gehandelt. Gegenüber dem Vortag (175,25 Euro) haben die Märzpreise damit um 0,25 Euro nachgegeben. Das Preisniveau der Vorwoche (167,75 Euro) wurde vom Dezemberweizen um 0,75 Euro verfehlt. Das Kursniveau vom vorigen Jahr (159,50 Euro) übertrafen die Weizenpreise für den Dezembertermin am vorigen Freitag hingegen um 8,25 Euro bzw. 5,2 %.
 
Am Montag beginnt der vordere Weizenkontrakt den Handel am europäischen Terminmarkt mit nachgebenden Preisen. Der Dezember-Weizen liegt 0,50 Euro im Minus und notiert bei 166,75 Euro. Der März-Weizen gibt um 0,25 Euro nach auf 174,75 Euro.
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EU: Maispreise Fallen unter 162 Euro
Die Maispreise haben am europäischen Terminmarkt weiter nachgegeben. Der Novemberkontrakt (neue Ernte) beendete den Handel bei 161,75 Euro/t und damit 0,75 Euro bzw. 0,5 % niedriger als am Vortag (162,50 Euro). Der Januarkontrakt notierte bei 169,0 Euro und damit 1,0 Euro niedriger als am Vortag (170,0 Euro). Das Preisniveau der Vorwoche (162,25 Euro) wurde vom November-Mais um 0,50 Euro verfehlt. Die Maispreise vom Vorjahr (142,75 Euro) wurden am europäischen Terminmarkt deutlich um 19,0 Euro bzw. 13,3 % übertroffen.
 
Am Montag beginnt der Mais den Handel am europäischen Terminmarkt mit nachgebenden Preisen. Der November-Mais fällt um 0,75 Euro zu und notiert bei 161,75 Euro. Der Januarkontrakt notiert 1,0 Euro niedriger bei 168,0 Euro/t.
 
EU: Rapspreise rutschen unter 360 Euro
Die Rapspreise haben am Freitag am europäischen Terminmarkt nachgegeben und sind unter die Marke von 360 gefallen. Der Novemberkontrakt wurde mit 359,50 Euro gehandelt und damit zu 3,50 Euro niedrigeren Preisen als am Vortag (363,0 Euro). Der Februarkontrakt notierte bei 358,50 Euro und damit 3,50 Euro niedriger als am Vortag (362,0). Das Preisniveau der Vorwoche (363,25 Euro) wurde vom November-Raps um 3,75 Euro verfehlt. Im Vergleich zum Vorjahr (322,75 Euro) sind die aktuellen Rapspreise (November) am europäischen Terminmarkt 36,75 Euro bzw. 11,4 % höher.
 
Am Montag beginnen die Rapspreise am europäischen Terminmarkt den Handel im ganz leicht im Plus. Der November-Raps legt um 0,50 Euro zu und notiert bei 360,0 Euro. Der Februar-Kontrakt notiert 0,50 Euro höher bei 359,0 Euro.
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USA: Weizenpreise starten am Montag schwächer
Am vorigen Freitag (18.09) sind die Weizenpreise am US-Terminmarkt in Chicago gestiegen. Der Dezember-Termin beendete den Handel 1,1 % höher bei 486,6 Cent je Buschel (157,3 Euro/t). Der März-Kontrakt für den Chicago-Weizen notierte 1,0 % höher bei 493,4 Cent je Buschel (159,7 Euro/t). Das Preisniveau der Vorwoche (485 Cent je Buschel) übertrifft der Dezember-Weizen um 0,3 %. Das Preisniveau vom Vorjahr (516 Cent je Buschel) verfehlen die Weizenpreise (Dezember) in Chicago um etwa 5,6 %.
 
Am Montag beginnen die Weizenpreise (Dezemberkontrakt) in Chicago den Handel 0,7 % im Minus bei 483,4 Cent je Buschel (156,4 Euro/t).
 
USA: Maispreise geben weiter nach
Am vorigen Freitag (18.09) sind die Maispreise am Terminmarkt in Chicago zurückgegangen. Die neue Ernte (Dezember) notierte 0,7 % niedriger bei 377,2 Cent je Buschel (130,7 Euro/t). Der nachfolgende März-Kontrakt beendete den Handel 0,6 % niedriger bei 388,4 Cent je Buschel (134,5 Euro/t). Das Preisniveau der Vorwoche (387 Cent je Buschel) verfehlt der Dezember-Mais um 2,5 %. Das Preisniveau vom Vorjahr (326 Cent je Buschel) wird am US-Terminmarkt vom aktuellen Dezemberkontrakt um 15,6 % übertroffen.
 
Am Montag starten die Maispreise (Dezemberkontrakt) in Chicago 0,5 % schwächer bei 375,4 Cent je Buschel (130,0 Euro/t) in den Handel.
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USA: Sojapreise fallen auf 7Jahrestief
Die Preise für Sojabohnen haben am vorigen Freitag (18.09) am Terminmarkt in Chicago deutlich nachgegeben und sind auf den tiefsten Stand seit 7 Jahren (August 2008) gefallen. Der vordere Novemberkontrakt (neue Ernte) notierte 2,0 % niedriger bei 867,2 Cent je Buschel (280,6 Euro/t). Der nachfolgende Januar-Kontrakt beendete den Handel 1,9 % niedriger bei 871,4 Cent je Buschel (282 Euro/t). Das Preisniveau der Vorwoche (874,2 Cent je Buschel) verfehlt der November-Kontrakt um 0,8 %. Das Preisniveau vom vorigen Jahr (976 Cent) wurde am US-Terminmarkt durch den Novemberkontrakt um 11,2 % verfehlt.
 
Am Montag können sich die vorderen Sojapreise (Novemberkontrakt) etwas erholen und liegen zunächst 0,5 % im Plus bei 871,4 Cent je Buschel (282 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke
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