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Börsentelegramm

Gewinnmitnahmen bremsen die Agrarmärkte

von , am
05.02.2015

Am gestrigen Handelstag ging den Bullen ziemlich schnell die Puste aus. In Paris musste der Raps einen Teil seiner Vortagesgewinne wieder hergeben, während der Weizen erst zum Tagesende wieder in den neutralen Bereich zurückfiel. Am CBoT gab es durchweg rote Zahlen, wobei der Sojakomplex am stärksten betroffen war.

Bei Weizen hat unsere Unterstützungslinie bei 183 Euro/t gut gehalten und viele Marktteilnehmer haben diese als Kaufgelegenheit genutzt. © pddesign1/Fotolia
Am Vortag wurden ein schwächerer Dollar und ein gestiegener Rohölpreis als Preistreiber genannt - gestern war es umgekehrt, denn das Rohöl gab preislich wieder kräftig nach und der Dollar notierte fester. Analysten des Ölmarktes sahen die Preisexplosion ohnehin als überzogen und vor allem nicht nachhaltig an, denn auch wenn die Anzahl der aktiven Bohrlöcher deutlich rückläufig ist, bewegen sich die Lagerbestände auf einem historischen Hoch und sind zuletzt weiter gestiegen. Heute Morgen deuten sich durchweg leicht grüne Tendenzen an.
 
Matif-Weizen hält sich
Der Pariser Weizen verbrachte den größten Teil des Tages im grünen Bereich. Erst gegen Abend kamen deutlich schwächere Signale aus Chicago, die den Märzkontrakt mit einer Nullnummer bei 186,50 Euro/t schließen ließen. Die Folgekontrakte konnten sich nicht einigen und settelten uneinheitlich bei geringer Kursänderung. Am CBoT musste sich der Weizen zum Handelsende mit einem Minus von 2,75 US-Cent oder 0,5 Prozent auf 5,11 USD/bu geschlagen geben. Das schwache Umfeld, Gewinnmitnahmen und der wieder stärkere Dollar dürften hauptverantwortlich dafür sein. Die kanadische Bundesbehörde "Statistik Kanada" kam mit einer neuen Bestandsmeldung, wonach die Vorräte zwar immer noch sehr hoch, aber doch leicht unterhalb der Erwartungen der Analysten gemeldet wurden. Das russische Agrarministerium hat eine sehr weit gefasste Ernteerwartung bekannt gegeben. Demnach soll die neue Ernte zwischen 85 und 100 Mio. t liegen. Hier spiegelt sich offensichtlich die Unsicherheit der Auswinterung wider, die zuletzt eher wieder größere Sorgen bereitete.
 
US-Mais mit leichten Verlusten
Der US-Mais hat aufgrund der Ethanolproduktion die größte Korrelation zum Ölmarkt. Die Ethanolpreise sind mit einem Minus von 2 Prozent relativ moderat gefallen, sodass der Märzkontrakt mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 3,8350 USD/bu noch relativ glimpflich davon kam. Und dass, obwohl die Tagesproduktion mit 948.000 Barrel um 30.000 Barrel unter der Vorwoche lag und die Lagerbestände gestiegen sind. In Paris konnte der Märzkontrakt leicht um 50 Cent auf 154,50 Euro/t zulegen.
 
Soja im Minus
Der Sojakomplex startete bereits im roten Bereich, denn der Kassamarkt in den USA wollte den Preisanstieg nicht mitmachen und so nahmen die Händler erst einmal Gewinne mit. Zusätzliche Belastung gab es durch eine geringere Fernost-Nachfrage, was Analysten auf gesunkene Margen der chinesischen Verarbeiter zurückführten, und die weiter überwiegend positiven Aussichten für die südamerikanische Ernte. Als schwächstes Glied präsentierte sich dieses Mal das Schrot. Der Kurs fällt um 2,3 Prozent auf 332,70 USD/bu. Die Bohne selbst gibt 1,5 Prozent oder 15 US-Cent auf 9,72 USD/bu ab. Das Sojaöl gibt ebenfalls leicht nach, während der Märzkontrakt des Palmöls in Kuala Lumpur mit 2,7 Prozent auf 2208 MYR/t kräftig steigt.
 
Raps gibt nach
Der Raps hat sich gestern komplett an die negativen Vorgaben aus Übersee angepasst. Am Ende des Tages stand ein Minus von 2 Euro oder 0,6 Prozent auf 352,25 Euro/t für den Maikontrakt an der Kurstafel. Die neue Ernte verliert in gleicher Höhe auf 347,75 Euro/t. Canola in Winnipeg notiert ebenfalls schwächer. Hier belasten Bestände, die von Statistik Kanada höher ausgewiesen wurden als erwartet. Der Märzkontrakt gibt um 0,4 Prozent auf 455,30 CAD/t nach.
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