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Börsentelegramm

Gute Exportzahlen stabilisieren Getreide und Ölsaatenpreise

von , am
30.01.2015

Am Donnerstag haben sich die Preise für Weizen und Mais in Europa auf dem deutlich ermäßigten Niveau konsolidiert und der Raps konnte sogar wieder etwas zulegen.

© tom - Fotolia.com
 
Am Donnerstag haben sich die Preise für Weizen und Mais in Europa auf dem deutlich ermäßigten Niveau konsolidiert und der Raps konnte sogar wieder etwas zulegen. Unterstützung kam dabei aus den USA, wo sich die Preise für Getreide und Ölsaaten nachdem Preisrutsch der letzten Tage ebenfalls behaupten konnten. Die Hauptursache für die Preisstabilisierung in den USA dürften dabei die zur Vorwoche deutlich verbesserten Exportdaten aus den USA sein. Offenbar hat der Preisrutsch auch die Nachfrage der Importeure angekurbelt. Auch aus Europa meldet man ebenfalls gute Exportdaten sowohl bei Weizen als auch bei Gerste. Bei Gerste übertreffen die europäischen Exportverkäufe mittlerweile die Rekordwerte aus dem Vorjahr und bei Weizen liegt die Ausfuhrmenge nur 3 % unter dem Vorjahreswert.
 
Das USDA meldet bei Weizen für die aktuelle Abrechnungswoche Exportverkäufe (Netto abzüglich Stornierungen) von 544.400 t. Das sind 19 % mehr als in der Woche zuvor (458.400 t). Bei Mais lag die Verkaufsmenge aktuelle Abrechnungswoche bei 1,07 Mio. t. Damit verfehlte man zwar das Rekordergebnis der letzten Woche (2,19 Mio. t) deutlich, blieb jedoch auf hohem Niveau. Bei Soja stieg die Verkaufsmenge wieder deutlich auf 888.200 t (dav. gingen 144.300 t nach Deutschland und 119.700 in die Niederlande), nach Exportverkäufen von gerade einmal 14.100. t in der Vorwoche. Bei Sojaschrot meldete man weiterhin starke Nettoverkäufe von 296.500 t nach 284.500 t in der letzten Woche.
 
Die europäischen Exportverkäufe bei Weizen wurden mit 661,000 t gemeldet nach 728.000 t in der Vorwoche. Davon kamen letzte Woche 175.000 t Weizen aus Deutschland und 188.000 t aus Frankreich und die Gesamtausfuhrmenge Deutschlands liegt jetzt bei 4,28 Mio. t und Frankreichs bei 5,1 Mio. t. Insgesamt haben die Europäer bislang 16,7 Mio. t Weizen exportiert gegenüber 17,3 Mio. t im letzten Jahr. Gerste haben die Europäer letzte Woche 329.000 t ins Ausland verkauft, nach 286.000 in der Woche zuvor. Die Gesamtausfuhr liegt jetzt bei 5,01 Mio. t und damit höher als im letzten Jahr mit 4,8 Mio. t. Allein Deutschland verkaufte letzte Woche 208.000 t Gerste in Drittländer und kommt jetzt auf Gesamtausfuhren von 1,36 Mio. t, Frankreich liegt derzeit bei 1,21 Mio. t.
 
USA: Getreide und Ölsaaten stabilisieren sich
Am Donnerstag (28.01) haben sich die Weizenpreise (März) am Terminmarkt in Chicago um 0,5 % auf 507,6 Ct je Buschel erholt. Am Freitag Vormittag (MEZ) lagen die Preise im elektronischen vorbörslichen Handel 0,3% im Plus bei 509,2 Ct je Buschel. Gleichzeitig ist der Mais in den USA für den Märztermin am Donnerstag um 0,5 % auf 371,4 Ct je Buschel zurückgegangen. Am Freitag Vormittag (MEZ) lagen die Maispreise in Chicago im elektronischen vorbörslichen Handel erneut 0,1 % im Minus bei 371,2 USD je Buschel. Die Sojabohne hat am Donnerstag nur 0,2 % auf 968,2 Ct je Buschel verloren. Am Freitag Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise ganz leicht 0,2 % im Plus. Sojaschrot verteuerte sich am Donnerstag in Chicago hingegen um 0,2 % auf 337,9 USD/st und notiert am Freitag Vormittag 0,1 % im Minus.
 
Ölpreise behauptet, Ethanol fällt weiter, Euro stabilisiert
Der Rohölpreis (WTI) hat sich am Donnerstag (29.01) behauptet. Am US-Terminmarkt legten die WTI-Kurse für den Februartermin um 0,2 % auf 44,53 USD je Barrel zu. Im elektronischen vorbörslichen Handel liegen die Preise am heutigen Freitag 0,6% im Plus bei 44,8 USD je Barrel. Gleichzeitig hat der Preis für das Nordseeöl Brent am Donnerstag um 1,4 % auf 49,13 USD je Barrel zugelgt. Im elektronischen vorbörslichen Handel am Donnerstag liegen die Preise 0,3 % im Plus bei 49,28 USD. Die Preise für Erdgas (Natural Gas) sind in den USA am Donnerstag nochmals drastisch um 4,3 % abgestürzt. Am Donnerstag im elektronischen vorbörslichen Handel liegen die Gaspreise erneut 1,3 % im Minus. Die Preise für Ethanol (Märzkontrakt) sind am Donnerstag am US-Terminmarkt nochmals um 1,0 % gefallen und erhöhen damit den Druck auf die Maispreise. Der Euro hat sich am Donnerstag gegenüber dem Dollar behauptet und notierte bei 1,1317 USD und liegt am Freitag bei 1,134 USD je Euro rund 0,2 % im Plus.
 
Weizenpreise behauptet sich
Die Weizenpreise haben sich am Donnerstag in Europa (und den USA) behauptet. Der Märzkontrakt für den Weizen ging am Donnerstag (29.01) nur noch mit 187,75 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (187,50 Euro) haben die Preise damit um 0,1 % oder 0,25 Euro zugelegt. Der Maikontrakt notierte bei 189,50 Euro und damit 0,75 Euro höher als am Vortag (188,75 Euro) und die nächste Ernte (September) kostete 187,25 Euro und damit 0,25 Euro mehr als am Vortag (187,0 Euro). Gleichzeitig kostet die neue Weizenernte (September) 0,25 Euro weniger als der aktuelle März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (185,0 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit noch 2,75 Euro höher. Am Freitag beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Weizen mit einem leichten Minus von 0,25 Euro bei 187,50 Euro/t.
 
Maispreise wenig verändert
Am europäischen Terminmarkt haben sich die Maispreise am Donnerstag (29.01) behauptet. Der Märzkontrakt beendete den Handel am Terminmarkt in Paris bei 153,0 Euro/t und damit 0,50 Euro bzw. 0,3 % höher als am Vortag (152,50 Euro). Der Junitermin notierte bei 158,50 Euro und damit unverändert zum Vortag (158,50 Euro) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 163,00 Euro und damit 0,50 Euro niedriger als am Vortag (163,5 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 166,75 Euro und damit 0,25 Euro weniger als am Vortag (167,0 Euro) sowie 13,75 Euro mehr als der März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (176,0 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 23,00 Euro niedriger. Am Freitag beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Mais mit einem leichten Plus von 0,25 Euro bei 153,25 Euro/t.
 
Rapspreise erholen sich etwas
Die Rapsreise haben sich am Donnerstag leicht von ihrem Absturz erholt. Der Februartermin für den Raps beendete den Handel am Donnerstag bei 341,50 Euro/t und damit 1,50 Euro höher als am Vortag (339,0 Euro). Der Maikontrakt wurde mit 346,0 Euro notiert und damit 2,50 Euro höher als am Vortag (343,50 Euro) und der August (neue Ernte) kostete 343,0 Euro und damit 1,75 Euro mehr als am Vortag (341,25 Euro). Gleichzeitig kostet die neue Rapsernte (August) 0,5 Euro mehr als der aktuelle Februar-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (350,25 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 8,75 Euro niedriger. Am Freitag beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Raps mit einem Abschlag von 1,0 Euro bei 340,50 Euro/t. Die hinteren Termine geben ebenfalls wieder nach.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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