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Börsentelegramm

Höhere Preise für Getreide und Ölsaaten

von , am
16.02.2015

Die zweite Februarwoche beendeten die Märkte für Getreide und Ölsaaten sowohl in den USA als auch in Europa mit Preisaufschlägen.

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel
 
Die zweite Februarwoche beendeten die Märkte für Getreide und Ölsaaten sowohl in den USA als auch in Europa mit Preisaufschlägen. Insbesondere der Weizen konnte am Ende der Woche noch einmal kräftig zulegen, aber auch bei Soja, Mais und Raps zeigte die Preiskurve nach oben. Dabei hatte das USDA zum Wochenbeginn in seinem Februarreport für das aktuelle Wirtschaftsjahr noch einmal auf die ausgesprochen komfortable Marktversorgung sowohl bei Getreide als auch bei Ölsaaten im laufenden Wirtschaftsjahr hingewiesen. Aber offenbar sind die meisten Daten aus Sicht des Marktes eingepreist oder es bestehen noch Unsicherheiten und Risiken (Südamerika).
 
In den USA kletterten die Weizenpreise zudem wegen der anhaltend schlechten Wachstumskonditionen in den Hauptanbaugebieten für Winterweizen (anhaltende Trockenheit). Gleichzeitig waren die Exportverkäufe der letzten Woche in den USA bei Weizen relativ gut und bei Mais und bei Soja sehr gut bzw. deutlich besser als vor dem Hintergrund der großen südamerikanischen Ernte erwartet wurde. Auch die europäischen Weizen- und Gerstenexporte sind in der letzten Woche sehr gut gelaufen und stützten erneut die Preise. Das europäische Analystenaus Strategie Grains hob die die Exporterwartung bei Weizen für die EU vom dem Hintergrund der sehr gut laufenden Exporte auf den neuen Rekordwert von 32,5 Mio. t an. Gleichzeitig schätzte Strategie Grains die kommende europäische Weichweizenernte 2015 auf 140,5 Mio. t und damit ähnlich groß wie im Vormonat (140,4 Mio. t), jedoch gut 5 % kleiner als 2014.
 
Hohe US-Exporte bei Mais und Soja
Die Exportverkäufe der letzten Woche in den USA waren bei Weizen relativ stabil und bei Mais und bei Soja deutlich besser als erwartet wurde. Das USDA meldet für die letzte Abrechnungswoche Exportverkäufe (Netto abzüglich Stornierungen) von 409.300 t Weizen. Das sind 3 % mehr als in der letzten Woche (397.600 t). Hauptabnehmer waren letzte Woche Taiwan, Thailand, Japan und Brasilien. Bei Mais lag die Verkaufsmenge in der letzten Abrechnungswoche bei 1.003.100 t. Damit übertraf man das gute Ergebnis der letzten Woche (844.200 t) um 19 %. Hauptabnehmer von US-Mais waren letzte Woche Mexiko, Japan, Kolumbien, Südkorea, Saudi-Arabien, Portugal und der Iran. Bei Soja lag die Netto-Verkaufsmenge letzten Woche bei 745.400 t (dav. gingen 603.300 t nach China und immerhin 70.000 t nach Deutschland), Im Vergleich zu den Exportverkäufen von 489.700 t in der Vorwoche ist dies ein Plus von 52%. Bei Sojaschrot meldete man Nettoverkäufe von 189.400 t (dav. 71.000 t nach Spanien und 24.900 t nach Polen), nach 296.300 t in der letzten Woche.
 
Robuste europäische Weizen- und Gerstenexporte
Die europäischen Exportverkäufe von Weizen lagen in der letzten Woche bei guten 645.000 t, blieben mit dieser (guten) Verkaufsmenge jedoch deutlich unter dem Wochenrekord aus der Vorwoche von 1.673.000 t. Deutsche Exporteure verkauften letzte Woche 179.000 t Weizen (Vw: 332.000 t) und aus aus Frankreich gingen 176.000 t (Vw: 366.000) in Drittländer. Die Gesamtausfuhrmenge Deutschlands liegt jetzt bei 4,79 Mio. t und Frankreich kommt auf 5,66 Mio. t. Insgesamt haben die Europäer bislang 19,01 Mio. t Weizen exportiert, gegenüber 18,51 Mio. t im letzten Jahr. Bei Gerste wurden letzte Woche 145.000 t ins Ausland verkauft, nach 311.000 t in der Woche zuvor. Die Gesamtausfuhr liegt jetzt bei 5,55 Mio. t, nach 4,9 Mio. t im letzten Jahr. Deutschland verkaufte letzte Woche 114.000t (Vw:136.000 t) Gerste in Drittländer und kommt jetzt auf Gesamtausfuhren von 1,63 Mio. t, Frankreich liegt derzeit bei Gesamtausfuhren von 1,33 Mio. t Gerste.
 
USA: Weizen, Mais und Soja im Plus
Am heutigen Montag (16.02) ist in den USA ein Feiertag und es wird am Terminmarkt in Chicago nicht gehandelt. Am Freitag (13.02) sind die Weizenpreise (März) am Terminmarkt in Chicago um 2,3 % auf 533 Ct je Buschel (172 Euro/t) gestiegen. Der Mais hat am Freitag in den USA für den Märztermin um 1,1 % auf 387,2 Ct je Buschel (133 Euro/t) zugelegt. Die Sojabohne hat am Freitag 0,7 % auf 990,4 Ct je Buschel (319 Euro/t) zugelegt. Für Sojaschrot legten die Preise am Freitag in Chicago um 0,5 % auf 332,3 USD/st (321 Euro/t) zu. Für Sojaöl sind die Preise am Freitag um 1,2 % auf 32,40 Ct/lb (627 Euro/t) gestiegen.
 
Ölpreise steigen kräftig, Euro stabilsiert sich
Der Rohölpreis (WTI) ist am Freitag (13.02) weiter gestiegen. Am US-Terminmarkt kletterten die WTI-Kurse für den Märztermin um 3,1 % auf 52,78 USD je Barrel nach oben. Gleichzeitig hat der Preis für das Nordseeöl Brent am Freitag um 3,8 % auf 61,52 USD je Barrel zugelegt. Die Preise für Erdgas (Natural Gas) haben in den USA am Feitag um 3,4 % zugelegt. Die Preise für Ethanol (Märzkontrakt) sind am Freitag am US-Terminmarkt um 0,7 % gefallen. Der Euro hat am Freitag gegenüber dem Dollar um 0,2 nachgegeben und notierte bei 1,1395 USD und liegt am Montag rund 0,1 % im Plus bei 1,41 USD je Euro.
 
Weizenpreise steigen wieder
Die Weizenpreise sind am Freitag (13.02) in Europa gestiegen und bewegen sich am Montag (16.02) Vormittag erneut im Plus. Der Märzkontrakt für den Weizen ging am Freitag (13.02) mit 187,0 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (184,50 Euro) haben die Preise damit 1,4 % oder 2,50 Euro zugelegt. Der Maikontrakt notierte bei 188,75 Euro und damit 2,25 Euro höher als am Vortag (186,50 Euro) und die neue Ernte (September) kostete 184,25 Euro und damit 1,75 Euro mehr als am Vortag (182,50 Euro). Gleichzeitig sind die Preise für die neue Weizenernte (September) derzeit 2,75 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (188,50 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 1,50 Euro niedriger. Am Montag Vormittag (16.02) beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Weizen mit einem Plus von 0,75 Euro bei 187,75 Euro/t.
 
Maispreise erholen sich ganz leicht
Die Maispreise haben am europäischen Terminmarkt am Freitag (13.02) nach einer schwachen Woche leicht zugelegt. Der Märzkontrakt beendete den Handel mit 153,0 Euro/t und damit 0,75 Euro bzw. 0,5 % höher als am Vortag (152,25 Euro). Der Junitermin notierte bei 160,50 Euro und damit 1,00 Euro Höher als am Vortag (159,50 Euro) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 164,75 Euro und damit 1,0 Euro höher als am Vortag (163,75 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 167,25 Euro und damit 0,75 Euro mehr als am Vortag (166,50 Euro) sowie 14,25 Euro mehr als der aktuelle März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (184,50 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 31,50 Euro niedriger. Am Montag Vormittag beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Mais mit einem leichten Plus von 0,5 Euro bei 153,50 Euro/t.
 
Rapspreise weiter sehr robust
Die Rapsreise haben am europäischen Terminmarkt am Freitag (13.02) leicht zugelegt. Der Maitermin beendete den Handel am Freitag bei 357,25 Euro/t und damit 0,75 Euro höher als am Vortag (356,50 Euro). Die neue Ernte (August) kostete 352,25 Euro und damit 1,25 Euro mehr als am Vortag (351,0 Euro). Gleichzeitig kostet die neue Rapsernte (August) 6,75 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (365,75 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 8,0 Euro niedriger. Am Montag (16.02) beginnt der Handel am europäischen Terminmarkt für den Mai-Termin mit einem leichten Plus von 0,50 Euro bei 375, 75 Euro/t. Der August (neue Ernte) beginnt den Handel am Montag mit einem Plus von 0,50 Euro bei 352,75 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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