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Börsentelegramm

Höhere Soja- und Rapspreise, Weizen behauptet

von , am
25.02.2015

© agrar-press

 
Am Dienstag gab es an den internationalen Handelsplätzen einen kräftigen Preisaufschlag für Sojabohnen und für Sojaschrot. Von diesem Preisanstieg konnte auch der Raps in Europa profierten und übersprang erstmals seit Juni 2014 wieder die Marke von 360 Euro. Die Weizenpreise (Soft Red Winter) blieben am Dienstag am Terminmarkt in Chicago unverändert. Für den proteinreicheren US-Weizen der Sorte Hard Red Winter (Kansas) legten die Kurse am Dienstag indessen ebenso leicht zu, wie die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt. Dagegen gaben die Maispreise auf beiden Seiten des Atlantiks weiter nach. Die Rohölpreise geben erneut nach und der Euro behauptet sich gegenüber dem US-Dollar. Am heutigen Mittwoch starten die Preise im vorbörslichen elektronischen Handel in Chicago für den Weizen mit Preisabschlägen und auch bei Soja liegen die Kurse im roten Bereich. Der Mais beginnt den Handel dagegen leicht im Plus.
 
Transportprobleme in Brasilien
Der Grund für den Preisanstieg bei Ölsaatenkomplex ist die Ausweitung eines Streiks der brasilianischen Truckfahrer, die die Sojabohnen von den oftmals weit entfernten Erntegebieten zu den wichtigsten Verladehäfen wie Paranagua oder Santos transportieren. Mittlerweile hat sich der Streik auf sieben Bundesstaaten ausweitet und dauert schon 6 Tage. In Verbindung mit der ohnehin sehr langsamen Ernte in Brasilien wird die Versorgung der Märkte durch den Streik nochmals erheblich verzögert. Betroffen ist auch der wichtigste Anbaustaat für Sojabohnen (und Mais) das zentralbrasilianische Mato Grosso, wo bis Ende der letzten Woche etwa 34 % (Vj: 48 %) der Sojabohnen geerntet waren. Insgesamt war die Ernte in Brasilien zu 20 % (Vj: 30 %) abgeschlossen. Die Nachfrage der Importeure richtet sich vor diesem Hintergrund nun wieder stärker auf Sojabohnen und Schrot aus den USA (denn in Argentinien hat die Ernte noch nicht begonnen) und stützt die Preise an den US-Märkten und auch die internationalen Kurse für Ölsaaten (auch für Raps).
 
Ägypten kauft Weizen in den USA
Der Weizen hat in den USA durch den größten Lieferabschluss der Amerikaner mit Ägypten seit mehreren Jahren am Dienstag Unterstützung erhalten. Grundlage für den Einkauf der Ägypter ist allerdings ein zinsvergünstigter US-Kredit von 100 Mio. USD für den Einkauf von Weizen. Gekauft haben die Ägypter bei der Auktion 290.000 t Weizen (in fünf Parteien) der Sorte Hard Red Winter und damit mehr als in den gesamten Wirtschaftsjahren 2013/14 und 2014/15 zusammen. Der Einkaufspreis (inklusive Fracht) für den proteinreichen US-Weizen lag im Mittel bei 273,11 USD/t. Am 18. Februar hatte Ägypten eine ähnliche Auktion weg der zu hohen Preisforderungen der US-Lieferanten abgebrochen. Bei der abgebrochenen Auktion lag der Durchschnittpreis (cif) bei 304 USD/t (287 USD bis 336 USD/). Der Durschnittspreis des letzten ägyptischen Einkaufs vom 19. Februar von 240.000 t europäischen Weizen aus Frankreich (180.000 t) und Rumänien (60.000) lag bei 241,50 USD und war deutlich niedriger. Gründe für den niedrigeren europäischen Cif-Preis sind neben der schwächeren Qualität (Eiweiß) auch die deutlich niedrigeren Frachtkosten, die für die Europäer zwischen 7,50 USD/t (Rumänien) und 14 Euro (Frankreich) liegen. Die US-Frachtkosten für die Lieferung nach Ägypten liegen hingegen zwischen 20 und 25 USD/t und sind damit deutlich höher.
 
USA: Soja steigt, Weizen behauptet, Mais schwächer
Am Dienstag (24.02) haben sich die Weizenpreise (März) am Terminmarkt in Chicago bei 505,6 Ct je Buschel (163,9 Euro/t) behauptet und für Hard Red Winter-Weizen um 0,8 % auf 535,6 US/t (173,6 Euro) zugelegt. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die Weizenpreise in Chicago im elektronischen Handel jedoch schon wieder 0,8 % im Minus bei 502 Ct je Buschel (162,7 Euro). Gleichzeitig hat der Mais in den USA für den Märztermin am Dienstag um 0,3 % auf 377,4 Ct je Buschel (131,0 Euro/t) nachgegeben. Am Mittwoch Vormittag (MEZ) liegen die Maispreise in Chicago im elektronischen vorbörslichen Handel 0,5 % im Plus bei 379,2 Ct je Buschel . Die Sojabohne ist am Dienstag um 1,7 % auf 1016 Ct je Buschel (329 Euro/t) gestiegen. Am Mitttwoch Vormittag (MEZ) liegen die Sojapreise ganz leicht 0,2 % im Minus bei 1014 Ct (328,5 Euro). Für Sojaschrot sind die Preise am Dienstag in Chicago sogar um 2,5 % auf 356,9 USD/st (347 Euro/t) gestiegen und notierten am Mittwoch Vormittag 0,6 % im Minus. Für Sojaöl haben die Preise am Dienstag um 0,9 % auf 31,42 Ct/lb (611 Euro/t) zugelegt und liegen am Mittwoch erneut 0,4 % im Plus.
 
Ethanol unter Druck, Euro behauptet
Der Rohölpreis (WTI) ist am Dienstag (23.02) den fünften Tag in Folge gefallen und liegt am Mittwoch Vormittag leicht im Minus. Am US-Terminmarkt gaben die WTI-Kurse für den Märztermin am Dienstag um 0,34 % auf 49,28 USD je Barrel nach. Im elektronischen Handel liegen die Preise am heutigen Mittwoch Vormittag (MEZ) 0,2 % im Minus 49,17 USD je Barrel. Gleichzeitig gab der Preis für das Nordseeöl Brent am Dienstag um 0,4 % auf 58,66 USD je Barrel nach. Im elektronischen Handel am Mittwoch liegen die Brent-Preise 0,6 % im Plus bei 59,02 USD. Die Preise für Erdgas (Natural Gas) haben in den USA am Dienstag um 0,8 % zugelegt. Am Mittwoch Vormittag liegen die Gaspreise im elektronischen Handel 0,1 % im Minus. Die Preise für Ethanol (Märzkontrakt) sind am Dienstag am US-Terminmarkt um 2,3 % gefallen und liegen am Mittwoch Vormittag erneut 1,93 % im Minus. Der Euro hat sich am Dienstag gegenüber dem Dollar behauptet und notierte bei 1,1339 USD und liegt am Mittwoch Vormittag bei 1,1383 USD je Euro rund 0,4 % im Plus.
 
Weizenpreise erholen sich etwas
Die Weizenpreise haben am europäischen Terminmarkt am Dienstag (23.02) leicht zugelegt. Der Märzkontrakt für den Weizen ging mit 185,75 Euro/t aus dem Handel. Im Vergleich zum Vortag (184,75 Euro) haben die Preise damit 0,54 % oder 1,0 Euro zugelegt. Der Maikontrakt notierte bei 186,75 Euro und damit 0,75 Euro mehr als am Vortag (186,0 Euro) und die neue Ernte (September) kostete 184,50 Euro und damit 1,25 Euro mehr als am Vortag (183,25 Euro). Damit sind die Preise für die neue Weizenernte (September) derzeit 1,25 Euro niedriger als die Preise für den aktuellen März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (189,0 Euro) sind die Weizenpreise am europäischen Terminmarkt derzeit 3,25 Euro niedriger. Im letzten Jahr sind die Weizenpreise dann im März und im April (wegen des starken Exports) bis etwa 209 Euro gestiegen.
 
Maispreise weiter unter 150 Euro
Die Maispreise haben am europäischen Terminmarkt am Dienstag (24.02) leicht nachgegeben. Der Märzkontrakt beendete den Handel mit 149,25 Euro/t und damit 0,25 Euro bzw. 0,2 % niedriger als am Vortag (149,50 Euro) und außerdem unter der Marke von 150 Euro. Der Junitermin notierte bei 157,50 Euro und damit 1,0 Euro niedriger als am Vortag (158,50 Euro) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 162,75 Euro und damit 0,75 Euro niedriger als am Vortag (162,75 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 167,75 Euro und damit unverändert zum Vortag (167,75 Euro) sowie 18,25 Euro mehr als der aktuelle März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (185,0 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 35,25Euro niedriger. Im letzten Jahr sind die Maispreise im März und im April bis etwa 195 Euro gestiegen.
 
Rapspreise steigen über 360 Euro
Die Rapsreise haben am europäischen Terminmarkt am Dienstag (24.02) von der Preiserholung bei Sojabohnen (und bei Sojaöl) profitiert und überraschend kräftig zugelegt. Der Maitermin beendete den Handel bei 361,75 Euro/t und damit 5,25 Euro bzw. 1,5 % höher als am Vortag (356,50 Euro) udn auf den höchsten Stand seit Juni 2014. Die neue Ernte (August) kostete 356,0 Euro und damit 4,75 Euro mehr als am Vortag (351,25 Euro). Der Novemberkontrakt wurde mit einem Aufschlag von 4,75 Euro bei 358,75 gehandelt. Gleichzeitig kostete die neue Rapsernte (August) 5,75 Euro weniger als der aktuelle Mai-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (367,75 Euro) sind die Rapspreise am europäischen Terminmarkt derzeit 6,50 Euro niedriger. Im letzten Jahr sind die Rapspreise im März und im April über 370 Euro gestiegen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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